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Fasching in Schmiechen

18.01.2019

Sie wollen Schmiechen entflammen

In diesem Jahr heißt das Motto des Faschingskomitees: "Schmiechen on fire". Die Garde möchte das Publikum zum Brennen bringen.
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In diesem Jahr heißt das Motto des Faschingskomitees: "Schmiechen on fire". Die Garde möchte das Publikum zum Brennen bringen.
Bild: Christine Hornischer

Das Faschingskomitee sorgt für Frohsinn im Landkreis. Was die Vorsitzende bedauert.

Aus den Musikboxen klingt in voller Lautstärke „Beds are burning“ von Midnight Oil. Als die Band 1987 diesen Hit veröffentlichte, dachte sie bestimmt niemals daran, dass die Feuerwehr kommt. Aber genau das tut sie im Jahr 2019, nachdem die Mädels und Buben des Faschingskomitees Schmiechen (FKS) mit ihren grandiosen Hebefiguren, Spagaten und Handständen ein wahres Feuer der Begeisterung entfacht haben. In diesem Jahr nämlich heißt das Motto des FKS: „Schmiechen on fire“.

Das Publikum soll während der Auftritte mit der Garde und dem Prinzenpaar Prinzessin Sofia I. und Prinz Alex I. brennen vor Begeisterung. Danach kommt logischerweise die Feuerwehr in Form der Mädels und Buben des FKS und löscht den Brand. Tolle Idee, die das Faschingskomitee dieses Jahr verwirklicht.

Faschingsgarde in Schmiechen trainiert schon seit dem Sommer

Doch wie in jedem Jahr geht den Auftritten eine lange Arbeitszeit voraus. „Gleich nach der Faschingssaison, oft schon im März, gibt es eine Nachbesprechung mit allen Beteiligten und da wird bereits das Motto für die nächste Saison festgelegt“, erklärt FKS-Vorsitzende Lisa Huber. Manchmal kämen auch zwei oder drei Mottos in Betracht und die Entscheidung ginge dann weiter zu den Trainern, so die 25-Jährige weiter. Bereits im Mai oder Juni werde dann ein Trainingsplan aufgestellt und schon im Juli beginnen die Gardemädels und -jungs mit dem sehr aufwändigen Training.

Kein Wunder also, dass es Huber bedauert, dass die gebuchten Auftritte immer weniger werden. „Wir stecken da so viel Arbeit und Herzblut rein“, wirbt die Vorsitzende. Die Proben finden zweimal wöchentlich statt. Das heißt, mit allem Drum und Dran stecken in einer Saison über 150 Stunden hartes Training. Zusätzlich zu Besprechungen und Sitzungen. Die Mädels und Jungs vom FKS sind alle mit Leidenschaft dabei. „Unsere Begeisterung hält den Verein am Leben“, sagt Huber. Das merkt man auch daran, dass das Gardeteam die Kostüme im Internet selbst aussucht und ändern lässt – auf eigene Kosten.

Vorsitzende Lisa Huber liebt den Fasching schon immer

Die Begeisterung hat die 25-Jährige schon als kleines Mädchen gehabt. „Schon in meiner Kindheit haben mir die Garden und Umzüge großen Spaß gemacht“, erzählt sie. Als die Eglingerin dann vor sechs Jahren von einer Freundin gefragt worden ist, ob sie bei der Prinzengarde mittanzen möchte, hat sie rasch zugesagt. Doch damals ahnte sie noch nicht, welche Karriere sie einmal hinlegen würde. Nach drei Jahren beim FKS wurde sie bereits zur Vorsitzenden gewählt. Heute ist sie mit Herzblut dabei. „Es ist wie eine Familie bei uns“, meint sie. Zu der „Familie“ zählen die vier Jungen und elf Mädchen von der Garde sowie das Prinzenpaar, Elferrat, Moderator, Eltern, Freunde, Helfer und Ehemalige, die eine starke Truppe ergeben. „Insgesamt sind wir rund 50 Mitglieder“, lacht Huber. Besonders die Heiterkeit beim Tanzen und die Gemeinschaft im Verein begeistern die Vorsitzende.

„Hauptsächlich organisieren und planen wir den Faschingsumzug, der alle zwei Jahre bei uns in Schmiechen stattfindet“, sagt Lisa Huber. Bis zum letzten Jahr, als das Prinzenpaar Sofia I. und Alex I das Zepter ergriffen, hatte es kein Prinzenpaar gegeben. „Wir hatten einfach keine Trainer“, erklärt Huber. Inzwischen haben sich sechs Mädels den Trainerposten geteilt. „Sonst ist es einfach zu viel Arbeit für einen Einzelnen“, begründet die Vorsitzende, die ebenfalls zu den Trainerinnen gehört. Für die Trainer beginnt der Fasching dann bereits im März. Eine Choreographie muss überlegt werden. „Dazu nehmen wir uns das Motto und überlegen, welche Musik darauf passt“, sagt Lisa Huber. „Dann schauen wir, welche Figur zu welchem Lied passt und ob wir auf den Gesang oder auf den Takt tanzen.“

Zur Generalprobe der Faschingsgarde darf jeder kommen

Los geht am morgigen Sonntag um 18 Uhr in der Schmiechachhalle mit der Generalprobe. Jeder, der Lust und Laune oder Interesse hat, kann gerne zuschauen. „Allerdings ist dies eine Probe ohne Rahmenprogramm“, sagt Lisa Huber. Und dann kommen die Auftritte bei anderen Faschingsgesellschaften, in Altenheimen oder in Gaststätten. „Da müssen wir uns immer auf das jeweilige Publikum einstellen“, sagt die junge Frau, die selbst aktiv in der Garde mittanzt.

„Wir müssen das Programm manchmal kürzen, wenn eine Zeit vorgegeben ist.“ Auch hat die Garde des FKS oft mit Platzproblemen zu kämpfen: Gehen da die Hebefiguren? Aber besonders der Applaus und die Minuten nach dem Auftritt lassen für Lisa Huber die fünfte Jahreszeit zu der Schönsten im Jahr werden. „Denn dann weiß ich, dass sich alle Mühen und alles trainieren gelohnt haben“.

Und sie zieht auch einiges aus der Faschingszeit: „Das Faszinierende am Karneval ist ja, dass man einfach ausgelassen und fröhlich sein kann, sich über nichts Sorgen zu machen braucht, sondern einfach den Moment feiern kann. Und diese Fröhlichkeit mit in den tristen Arbeitsalltag zu nehmen – das gefällt mir sehr gut und lässt mich immer weiter machen“. Am Aschermittwoch ist der Spaß vorbei. Aber am 3. März gibt es aber noch den über die Grenzen hinaus bekannten Schmiechener Faschingsumzug. „Der ist so toll, weil sich alle aus dem Dorf beteiligen“, lockt Lisa Huber. Und dann heißt es für die Schmiechener wieder: Nach dem Fasching ist vor dem Fasching und alles beginnt von vorn.

Lesen Sie dazu auch: Alle Zeiten, alle Orte: Diese Faschingsumzüge finden in der Region statt

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