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Ausflugsziel

26.12.2019

Skurril und fantastisch: Er illustrierte die Bücher von Ludwig Thoma

Der „Hies“ – hier das Deckblatt – war das erste Buch das Taschner für seinen Freund Ludwig Thoma gestaltete.
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Der „Hies“ – hier das Deckblatt – war das erste Buch das Taschner für seinen Freund Ludwig Thoma gestaltete.

Ausflugstipp in den Weihnachtsferien: Das Bauernhofmuseum des Landkreises Fürtsenfeldbruck zeigt eine Sonderausstellung über den Künstler Ignaz Taschner.

Der Jexhof in Schöngeising, das Bauernhofmuseum des Landkreises Fürstenfeldbruck, zeigt noch bis 23. Februar seine aktuelle SonderausstellungIgnatius Taschner: Der rastlose Alleskönner. Bildhauer, Zeichner und Kunsthandwerker um 1900“.

Dem gebürtigen Franken Ignaz Taschner widmet der Jexhof seine aktuelle Sonderausstellung. „Die Anbetung der Hirten“ entstand 1905 und zählt zu seinen erfolgreichsten Werken.

Der gebürtige Franke Ignatius Taschner, geboren 1871 in Kissingen, lernte das Steinmetzhandwerk in Schweinfurt und studierte von 1889 bis 1895 an der Münchner Kunstakademie.

Er bekam erste Aufträge und beteiligte sich an der Pariser Weltausstellung. In Breslau lehrte er an der dortigen Kunst- und Gewerbeschule. Hier entstanden nicht nur seine bekanntesten Schmuckarbeiten, sondern es begann auch eine intensive Freundschaft mit Ludwig Thoma, dessen Erzählungen er mit zahlreichen Illustrationen versah.

Skurril und fantastisch: Er illustrierte die Bücher von Ludwig Thoma
1899 entstand dieses Selbstporträt des Künstlers, mit Öl auf Pappe gemalt, das sich heute im Besitz des Ignaz-Taschner-Gymnasiums Dachau befindet.

Ein Foto, das in der Ausstellung zu sehen ist, zeigt den Künstler gemeinsam mit dem bekannten Schriftsteller und weiteren Personen bei einer Bauernkirta, alle tragen bayerische Tracht. Präsentiert werden auch Illustrationen aus dem „Hies“, dem ersten Buch, das Taqschner für seinen Freund Ludwig Thoma gestaltete. Thoma notierte dazu später: „An dem kleinen Buch haben Taschner und ich … viel Freude erlebt. Taschner … hat Tag aus Tag ein gezeichnet und gemalt.“

1904 ging Taschner nach Berlin, und fertigte zahlreiche Plastiken, unter anderem für einen großen Märchenbrunnen. Ein Neuguss nach den Original-Gipsmodellen zeigt das Aschenputtel und ist ebenfalls im Jexhof ausgestellt. Denn nach 1989 wurden die Märchenfiguren aus der DDR-Zeit Opfer von Vandalismus. Zwischen 2005 und 2007 wurde der Brunnen wiederhergestellt. Diese Märchenfiguren wurden nach Modellen Taschners und nach historischen Fotografien rekonstruiert.

Herausragend ist auch sein Entwurf für das Tafelsilber des Kronprinzen. Von 1906 bis 1913, die letzten sieben Jahre seines Lebens, verbrachte er, immer schaffend, in seinem Wohn- und Atelierhaus in Mitterndorf bei Dachau, wo er im Alter von nur 42 Jahren starb.

Es ist ein zentrales Anliegen der Sonderausstellung, die Vielseitigkeit im Werk von Ignatius Taschner vor Augen zu führen. Dabei wird überwiegend auf Objekte zurückgegriffen, die sich im Privatbesitz seiner Nachfahren im Landkreis Fürstenfeldbruck befinden.

Die Öffnungszeiten im Bauernhofmuseum Fürstenfeldbruck

Bei einer Bauernkirta zeigen sich in bayerischer Tracht (von links): Ludwig Thoma, Wally und Georg Hirth, Marion Thoma, Helene und Ignatius Taschner.

Die eigentliche Museumsanlage des Jexhof ist derzeit geschlossen. Der Sonderausstellungsraum mit der Taschner-Ausstellung ist jedoch immer Dienstag bis Samstag von 13 bis 17 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 11 bis 18 Uhr geöffnet. Montags sowie an Silvester und Neujahr bleibt die Ausstellung geschlossen.

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