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Friedberg

08.09.2019

So beliebt ist das neue Friedberger Museum

Die archäologische Abteilung im Friedberger Museum bringt viele Besucher zum Staunen. Ein großes Bild zeigt die Elefanten, die einst hier lebten.
Bild: Tom Trilges

Das Museum im Friedberger Schloss hat seit Mai 7000 Besucher. Die Leiterin Alice Arnold-Becker erzählt, was ihnen am besten gefällt.

Etwa 100 (Öffnungs-)Tage läuft das Museum im Wittelsbacher Schloss nun. Wie es ankommt, zeigt ein Blick ins Besucherbuch. „Das Museum ist noch ein Geheimtipp – aber bald sicher nicht mehr – es ist großartig!“ steht da. Oder: „Museo e castello spettacolari!“ Fast 7400 Besucher kamen seit Anfang Mai, 58 Führungen (davon fast 20 für Kinder) gab es.

Museumsleiterin Alice Arnold-Becker und Kulturamtsleiter Frank Büschel sind glücklich über diesen Start nach jahrelanger Zwangspause wegen der Sanierung. Die Kunsthistorikerin sagt: „Von über 90 Prozent der Besucher wird das Museum gut angenommen. Viele Friedberger entdecken die Uhren für sich, weil sie in neuem Glanz präsentiert werden.“ Mit vier Räumen im ersten Stock ist der größte Bereich den kostbaren Zeitmessern gewidmet.

Das Friedberger Museum gefällt Laien und Fachleuten

Mit der Zahl der Besucher ist Arnold-Becker sehr zufrieden, auch in Vergleich zur Zeit vor der Sanierung. „Wichtiger als die Zahl ist uns aber, dass die Menschen sich wohlfühlen.“ Auch in Fachkreisen stoße das Museum auf positive Resonanz. Und während die relativ kleinen Räume anfangs als Manko alten, gelang es dem Münchner Architekturbüro Hammerl und Dannenberg, sie mit eleganten Farben und Akzenten geschickt zu gestalten.

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Während Arnold-Becker selber das spukschlossartige Szenario des Raumes für den fantastischen Maler Fritz Schwimbeck im Erdgeschoss gerne mag, halten viele Besucher nebenan inne, wo die Werke von Reinhart Heinsdorff präsentiert werden. „Dass der Euro-Cent in Friedberg designt wurde, ist für viele ein Oh-Effekt“, meint die Museumsleiterin.

Einen Beitrag dazu, Menschen ins Museum zu locken, leisten Führungen an Sonntagen. 13 Zuhörer hat Museumsführer Jörg Adam an diesem Tag, darunter Monika Huber, Elisabeth Novak und Inge Nagel. Die Frauen kommen aus Augsburg und Kissing, um das neue Schlossmuseum mit eigenen Augen zu inspizieren. Ihr Eindruck? „Fabelhaft.“

Ob sie diesen Ausflug weiterempfehlen würden? – „Auf jeden Fall!“ Möchte man sich lieber alleine umsehen, wird einem die Möglichkeit einer Audioguide-Tour geboten. Auch für einen Familienbesuch eignet sich das Museum, denn Mitmachstationen wie Schubladen und Schränke zum Öffnen oder Ratespiele sorgen dafür, dass auch dem jungen Publikum nicht langweilig wird.

Führung durch das Museum im Friedberger Schloss

Los geht die Führung mit der Stadtgeschichte. Adam erzählt von der Gründung der Stadt und ihrer anfänglichen Rivalität mit Augsburg. An einem Modell zeigt er den Aufbau Friedbergs. Dass dieses ursprünglich deutlich größer werden sollte, erstaunt sein Publikum. Anhand von Uhren in allen Größen erzählt Adam von Friedbergs „Blütezeit“ im 18. Jahrhundert.

Dass Friedberg eine Uhrmacherstadt war, die Zeitmessgeräte für ganz Europa herstellte, ist neu für viele Teilnehmer. Eine Besucherin kann gar nicht glauben, was sie in der nächsten Station erfährt: Einst haben Elefanten hier gelebt. Anhand von Funden wie Backenzähnen, Werkzeugen, etc. erklärt Adam, wie die Friedberger Landschaft entstanden ist und wann sich die ersten Siedler niederließen.

Hof des Wittelsbacher Schlosses Friedberg. In einigen Räumen dieses gewaltigen Baus wurden von 1754 bis 1768 Fayencen gefertigt. Etliche davon sind hier im Museum zu sehen.

Das Museumscafé hat schon 1000 Tassen Cappuccino verkauft

Im Anschluss holen sich viele einen Kaffee und setzen sich nach draußen auf die Terrasse, um die Aussicht zu genießen. Das Café kann zu den Öffnungszeiten ohne Eintritt besucht werden – und es kommt an. 1000 Tassen Cappuccino wurden bereits ausgeben sowie 400 Eiscafé. Den Teilnehmerinnen aus der Umgebung hat die Tour durch die Friedberger Vergangenheit sehr gut gefallen. Alle wollen wiederkommen, denn auch sie wollen beim die Schubladen und Türen öffnen. Manche Friedberger kommen öfter und bringen Familie und Freunde mit, erzählt die Frau an der Kasse. „Die zeigen unser Museum dann voller Stolz“, freut sie sich.

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75 Bilder
Erster Tag im neuen Friedberger Schlossmuseum
Bild: Tom Tilgres

Doch der Einzugsbereich reicht weiter, wie Alice Arnold-Becker aus dem Besucherbuch herausgelesen hat. Es waren neben Menschen aus europäischen Ländern schon Gäste aus den USA, Australien und Botswana da.

Wie geht es während der Landesausstellung in Friedberg weiter?

Nächstes Jahr wird sich das Museum dann parallel zur Landesausstellung mit erweiterten Öffnungszeiten ohne Ruhetag präsentieren. 2021 starten wieder die Sonderausstellungen, für die es in der Region bekannt ist.

Das Programm im Schlossmuseum in Friedberg

  • Führung Friedberg in Objekten Von prachtvollen Uhren, seltenen Funden und feinen Herrschaften, 1. Sonntag jedes Monats, 14 bis 15 Uhr, nächster Termin 6. Oktober, Führung frei, zzgl. Eintritt.
  • Führung Geschichte mit Geschmack In der Führungsreihe werden wechselnde Themen zu Objekten, Ereignissen oder Personen der Friedberger Geschichte angeboten. Das Museumscafé lädt zu Kaffee und Kuchen. 3. Sonntag jedes Monats, 14 bis 14.45 Uhr, nächster Termin 15. September „Genuss im 18. Jahrhundert – der Siegeszug von Tee, Kaffee und Kakao“, 9 Euro (inkl. Eintritt, Kaffee & Kuchen).
  • Friedberger Forum Vortragsreihe, nächster Termin „Roms langer Arm“ Prof. Karlheinz Dietz, Julius-Maximilians-Universität Würzburg: ein hoher Vertreter des Fiskus auf einem Grabstein aus Friedberg-Derching. Mittwoch, 25. September, September, 19 Uhr, 3 Euro.
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