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Umdenken

06.10.2019

So geht Kissings Grundschule mit Erfolg gegen Elterntaxis vor

Bunt gestempelte Blätterbäume, zufriedene Gesichter, Urkunden für jede Klasse sowie Bälle für das Pausenvergnügen gab es zum Abschluss der Aktion "Zu Fuß zur Schule". Von links Konrektorin Angela Hundseder, Bürgermeister Reinhold Gürtner, Elisabeth Arnold und Jutta Aichmüller mit Viertklässlern der Grundschule Kissing.
Bild: Heike John

Der Bringverkehr mit Elterntaxis an der Kissinger Grundschule hat dank einer Reihe von Aktionen tatsächlich abgenommen. Das steckt hinter den Projekten.

Große Plakate von herbstlich gefärbten Bäumen schmücken derzeit die Aula der Kissinger Grundschule. Die vielen rot-grünen Blätter zeugen vom Fleiß der Schüler. Denn für jeden Tag, an dem sie nicht mit dem Auto zur Schule gebracht wurden, durften sie ein Blatt an ihrem Klassenbaum aufstempeln. Vom 23. September bis zum 2. Oktober lief die Aktion „Zu Fuß zur Schule“, die vom Familienstützpunkt Süd initiiert wurde.

Elisabeth Arnold und Jutta Aichmüller von der im März in Kissing eröffneten Einrichtung zeigten sich bei der Abschlussveranstaltung in der Schulaula begeistert. „Ihr seid viel gelaufen und unser Wunsch ist es nun, dass ihr auch weiterhin Spaß daran habt und zu Fuß geht oder mit dem Roller fahrt, auch wenn es mal kalt ist oder ein wenig tröpfelt“, so Elisabeth Arnold. Mit der richtigen Kleidung sei dies alles kein Problem.

Kissings Bürgermeister will dem Elterntaxi Paroli bieten

Und noch einer freute sich über die erfolgreiche Aktion, für die das Motto „Lauf, Kissing lauf!“ ausgegeben wurde. Bürgermeister Reinhard Gürtner. Denn er war es, der die Idee aufbrachte, dem Elterntaxi Paroli zu bieten. Beim frühmorgendlichen Blick aus seinem Bürofenster fiel dem Rathauschef das starke Verkehrsaufkommen vor der Grundschule auf. Sein Plan war, die Kinder als Erwachsene von morgen anzusprechen und zu einem autofreien Schulweg zu motivieren. Darum wandte er sich an den Familienstützpunkt Süd um Unterstützung. Jutta Aichmüller und Elisabeth Arnold entscheiden sich daraufhin für das Projekt „Zu Fuß zur Schule“, das vom Deutschen Kinderhilfswerk und dem Verkehrsclub Deutschland ins Leben gerufen wurde.

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Gemeinsam machten sie sich dafür stark, dass Kinder sicher zur Schule kommen und gleichzeitig ihr Bewusstsein für eine lebenswerte Umwelt stärken. Dass diesbezüglich schon einiges bei den Erst- bis Viertklässlern vorhanden ist, merkte Bürgermeister Gürtner bei seiner Rede. Als er das Stichwort „Friday for future“ erwähnte, merkten die Schüler in der Aula sichtlich auf. „Kinder schaffen viel allein, Kinder trau’n sich sehr viel zu“, hieß es dann auch beim Umweltsong der Klasse 4b und 2 b.

In Kissing stehen weniger Autos vor der Schule

„Es sind jetzt morgens viel weniger Autos draußen vor der Schule“, lobte auch Oberwachtmeister Dimpflmoser im Gespräch mit dem Kasperl. Mit den beiden Handpuppen unterstützten Jutta Aichmüller und Elisabeth Arnold das gemeinsame Anliegen. Bei Rektorin Annika Lauter und Konrektorin Angela Hundseder von der Kissinger Grundschule stießen sie von Anfang an auf offene Ohren. „Wir wollen Umweltschule werden“, begründeten diese ihr Interesse an der Aktion. Das Bemühen der Schüler um einen kleineren ökologischen Fußabdruck wurde mit essbaren Füßen belohnt. Dafür hatten die Eltern extra leckere Plätzchen in Fußform gebacken.

Neben einer Urkunde überreichte Bürgermeister Reinhard Gürtner jeder der 19 Klassen der Kissinger Grundschule auch einen Softball als Geschenk. „Die Schüler sollen sich in der Pause und im Sportunterricht richtig austoben können“, erklärte er. Noch in der Pause direkt nach der Veranstaltung waren die bunten Bälle auf dem Schulhof im Einsatz.

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