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Mering

21.11.2020

So soll der Verkehr am Meringer Schulzentrum fließen

Mehr Sicherheit für die Schüler soll das neue Verkehrskonzept für die Straßen rund um das Meringer Schulzentrum bringen.
Bild: Gönül Frey

Plus Eigentlich war der Umbau der Ambérieustraße in Mering schon beschlossen, doch dann gab es wieder Diskussionen. Eine Entscheidung ist noch nicht gefallen.

Rund 1600 Schüler kommen morgens kurz vor acht am Meringer Schulzentrum an: zu Fuß, per Fahrrad, auf dem Roller, im Auto der Eltern oder mit dem Bus. Das führt immer wieder zu gefährlichen Situationen. Der Markt Mering will das Ganze mit seinem Verkehrskonzept entzerren. Die rund 1,5 Millionen teure Maßnahme ist eigentlich beschlossen. Wie berichtet, hat die UWG-Fraktion jedoch mit einem Antrag eine erneute Debatte darüber eröffnet. In der jüngsten Gemeinderatssitzung ließ Bürgermeister Florian Mayer deswegen den Fachplaner Roland Kindelbacher noch einmal das Vorhaben erklären. Dieser traf deutliche Aussagen zum Zustand der Ambérieustraße.

Die UWG-Fraktion reichte in der Zwischenzeit einen zweiten, überarbeiteten Antrag bei der Gemeinde ein. Im Wesentlichen geht es den Unabhängigen darum, eine schnelle Verbesserung durch temporäre Maßnahmen wie eine entsprechende Einbahnstraßenbeschilderung oder Pflanztröge an strategischen Stellen zu schaffen. Der teure Umbau soll dagegen verschoben werden, mindestens bis der Krippenanbau für den Kindergarten St. Margarita mit dem entsprechenden Baustellenverkehr abgeschlossen ist. Sollte der Gemeinderat dies ablehnen, dann beantragt die UWG, zumindest bei den Baumaßnahmen abzuspecken und das Verkehrskonzept günstiger umzusetzen.

Das Verkehrskonzept für das Schulzentrum Mering hat schon einen sechsstelligen Betrag gekostet

Die Entscheidung über die UWG-Vorschläge stand jedoch gar nicht auf der Tagesordnung. Auf Nachfrage von Fraktionssprecher Mathias Stößlein erklärte Mayer: "Ich habe mir die Freiheit genommen, die 13 neuen Gemeinderäte im Gremium über den Stand der Planungen zu informieren." Der alte Gemeinderat habe sich mit der Planung ausführlich befasst. Diese sei bei den Haushaltsberatungen auch noch einmal auf den Prüfstand gestellt worden, der Gemeinderat habe sich jedoch bewusst dafür entschieden. Der Bürgermeister verwies außerdem darauf, dass bereits ein sechsstelliger Betrag in das Projekt investiert worden sei.

Einige Wünsche der UWG hat der Bürgermeister seit der vergangenen Sitzung auch schon erfüllt. Vor Ort hat er mit der Polizei und der Bürgermeister- und Fraktionssprecherrunde über temporäre Maßnahmen beraten. Laut Mayer hat die Polizei grundsätzlich jedoch von den temporären Maßnahmen abgeraten, weil diese gefährlicher sind als der momentane Zustand.

Bürgermeister Mayer: "Noch einmal drüber schlafen"

Am Montag dieser Woche fand ein weiterer Termin mit Landratsamt, beteiligten Schulen, Kitas und den Elternbeiräten statt. Wie der Bürgermeister berichtete, gäbe es wenig Verständnis, wenn das gesamte Projekt noch einmal diskutiert würde. Allerdings bestehe Offenheit, falls man sich zeitnah für eine andere Lösung entscheiden würde. "Ich denke, es ist gut, wenn wir alle nochmal drüber schlafen können und heute nichts entscheiden", schloss Mayer seine Ausführungen.

Er übergab das Wort an Roland Kindelbacher, der die Pläne erläuterte, die er zuletzt im Januar 2019 in Mering präsentiert hatte. Weil besonders der teure Straßenneubau für Diskussionen sorgt, dokumentierte er mit einer Reihe von Fotos die bestehenden Schäden an der Ambérieustraße und bescheinigte ihr einen "desolaten Zustand". Die Asphaltschicht habe mit einer Dicke von 8 bis 10 Zentimetern lediglich Gehweg-Niveau. Der Kies-Unterbau sei nicht frostsicher, was die sichtbaren Schäden verursache.

Auch auf das eigentliche Verkehrskonzept der Firma Transver ging Kindelbacher ein. Dieses sieht, wie berichtet, ein Einbahnstraßensystem für die Ambérieustraße bis zur Einmündung in die Tratteilstraße vor. Auf der Gehwegseite gegenüber der Schulen ist die Haltezone für die Autos der Eltern - auch dies ein Punkt, der immer wieder zu Diskussionen führt, weil die Kinder dann die Straße queren müssen. Kindelbacher erläuterte, dass es anders nicht gehe, weil schulseitig zu viele Ein- und Ausfahrten sind.

UWG hat viele Fragen zum Verkehrskonzept

Dort wiederum entsteht eine großzügige Haltestelle. Denn die Schulbusse für Realschule und Gymnasium sollen künftig auch in der Ambérieustraße halten. An der Einmündung zur Tratteilstraße soll die Dreiecksinsel zurückgebaut werden, sodass eine normale Kreuzung entsteht. Diese soll einen Zebrastreifen über die Tratteil- und einen Zebrastreifen über die die Ambérieustraße erhalten.

Fragen an den Planer gab es vor allem von der UWG. Unter anderem erkundigte sich Mathias Stößlein nach der Bauzeit, die Kindelbacher mit ca. einem halben Jahr angab. Der UWG-Sprecher verglich den Planungsauftrag für das Konzept mit dem Besuch eines Autohauses. "Da zeigt einem der Verkäufer als Erstes natürlich auch die E-Klasse", meinte Stößlein und wollte wissen, ob es für die Ambérieustraße nicht doch auch eine C- oder B-Klasse sein könnte.

Mathias Stößlein von der UWG Mering.
Bild: UWG Mering

"Es ist kein Vergolden. Es geht nicht einfacher", entgegnete Kindelbacher. Alles andere sei reine Kosmetik, verlängere nicht die Haltbarkeit der Straße und sei damit am Ende unwirtschaftlich. Auf die Frage, wie lange die Ambérieu-Straße noch halten würde, konnte der Planer keine exakte Antwort geben.

Michael Metz (UWG) sprach in einigen Punkten sein Unbehagen über das Konzept aus. Kritisch sah er unter anderem, dass der gesamte Busverkehr über die Tratteilstraße abfließen soll, in der es zu den Stoßzeiten jetzt schon extrem eng zugeht. Auch fürchtet Metz, dass die Kreuzung durch den Umbau nicht entschärft, sondern gefährlicher werde. Es sei eine Planung auf dem Reißbrett.

Und ob sie wirklich funktioniert, könne erst die Praxis zeigen. Deswegen plädierte Metz dafür, mithilfe von temporären Maßnahmen herauszufinden, ob das Konzept aufgeht, bevor man mit einem dauerhaften Umbau Tatsachen schafft. Dies ist auch Inhalt des offiziellen UWG-Antrags, der voraussichtlich in der nächsten Gemeinderatssitzung zur Abstimmung stehen dürfte. Die jüngste Sitzung blieb dagegen in Bezug auf das Verkehrskonzept ohne Beschluss.

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