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Friedberg/Mering

15.12.2020

So überwintern die Störche im Landkreis

Immer wieder sind in Mering auf dem Dach der Kirche Sankt Michael Störche zu sehen. Warum fliegen sie noch nicht nach Afrika?
Bild: Wolfgang Römisch

Plus Sie sitzen auf dem Dach der Meringer Kirche, sie suchen nach Futter auf den Wiesen bei Ottmaring und Bachern, dabei sollten sie doch längst in Afrika sein. Storchenexperte Gerhard Mayer erklärt, warum einige Störche noch hier sind.

Eigentlich ist der Anblick der Störche im Schnee eher ungewohnt, denn als typische Zugvögel verbringen sie die kalte Jahreszeit normalerweise in Afrika oder Spanien, wo sie auf Müllhalden nach Futter suchen. "Wir wissen aber noch nicht genau, wie hier die Spätfolgen sind", erklärt Storchenexperte Gerhard Mayer vom Landesbund für Vogelschutz (LBV). Und trotzdem kann man gelegentlich zwischen November und Februar auch hier in der Region frei lebende Störche beobachten.

Die Befürchtungen aber, dass der majestätisch anmutende Meister Adebar erfrieren muss, sind unbegründet. Gerhard Mayer klärt über die Hintergründe auf: "Störche sind nicht kälteempfindlich, da sie ja normalerweise auf Kirchtürmen nisten, wo der kalte Wind bläst." Störche sind also robuster und anpassungsfähiger als die kleinen Singvögel, die bei uns überwintern. "Außerdem sind ihre Beine schwach durchblutet, sie müssen ja auch das eiskalte Wasser beim Fröschefangen aushalten", erklärt Mayer. Entwarnung für alle besorgten Bürger im Landkreis also: Auch Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt können Störche gut überstehen.

Noch gibt es im Wittelsbacher Land genügend Nahrung

Aus seiner langjährigen Erfahrung klärt der Storchenexperte weiter auf: "Störche fliegen nicht wegen der Kälte in den Süden, sondern wegen der Nahrungsknappheit." Solange hier aber keine zwanzig bis dreißig Zentimeter Schnee liegen, findet der Storch auch in unseren Breiten noch genug Nahrung wie Mäuse, Regenwürmer, kleine Schnecken, und Ähnliches. Außerdem sei die Reise in den Süden angeboren, so Mayer. Nur Vögel aus einer Aufzucht, die ständig gefüttert werden, verlören ihren natürlichen Drang.

Erst bei anhaltender Nahrungsknappheit fliegen die meisten Störche weiter dorthin, wo das Nahrungsangebot größer ist. Diese Vögel behalten die Storchenschützer im Auge, ein Eingreifen ist aber nicht notwendig. "Die Störche, die kürzlich auf dem Feld zwischen Mering und Mering-St. Afra gesichtet worden sind, stammen sehr wahrscheinlich aus der Ammersee-Population aus Raisting", sagt Mayer. Ungefähr 15 Weißstörche haben den gesamten letzten Winter in den Filzen zwischen Ammersee und Weilheim verbracht, wo reichlich Mäuse als Futter zur Verfügung standen. "Und in Mering gefällt es den Störchen halt", freut sich Gerhard Mayer. "Da gibt es noch viel Grün, die Paar ist in der Nähe, an den Eisenbahnschienen grünt es noch – ein wahres Paradies für die Störche."

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