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Kommentar

26.11.2017

Soziale Probleme im Wittelsbacher Land

Immer mehr Menschen müssen auf jeden Cent achten.
Bild: Silvio Wyszengrad

Eigentlich geht es den Menschen im Landkreis Aichach-Friedberg finanziell gut. Trotzdem nimmt Obdachlosigkeit zu. Was tun? Damit beschäftigt sich Ute Krogull in ihrem Kommentar.

Beim Thema Obdachlose denken viele an einen Penner unter der Großstadtbrücke, ein bisschen wie die Figur, die Harry Rowohlt in der „Lindenstraße“ spielte. Dieses Bild wandelt sich, wenn man sich bei Gemeinden im Landkreis umhört.

Unterkünfte, die Menschen vor Obdachlosigkeit bewahren sollen, sind voll, und das nicht nur mit Randgestalten der Gesellschaft, sondern mehr und mehr mit Familien. Kinder (und Alter) sind inzwischen ein Armutsrisiko, auch in unserem wohlhabenden Landkreis.

„Normale“ Familien haben Angst, abzurutschen

Im Wittelsbacher Land können 5,6 Prozent der Menschen ihre Schulden nicht mehr abzahlen – in der benachbarten Großstadt Augsburg ist diese Quote fast doppelt so hoch. Trotzdem machen sich immer mehr „normale“ Familien Sorgen abzurutschen. Hauptproblem ist der Wohnungsmarkt. Wer wegen Trennung oder Jobverlusts ein Einkommen verliert, kann womöglich die Miete nicht mehr zahlen.

Im Einzugsbereich von München boomt der Zuzug. Allein Mering ist in 15 Jahren um fast 17 Prozent gewachsen. Immobilien- und Mietpreise steigen rasant.

Viele verschulden sich durch Ratenzahlungen

Natürlich verschulden Menschen sich nicht nur wegen ihrer Wohnung, sondern häufig wegen Ratenzahlungen für Konsumgüter. Und es spielen bei Obdachlosigkeit auch Einwanderer aus Südosteuropa eine Rolle. Trotzdem tun Landkreis und Kommunen gut daran, sich des Themas rechtzeitig anzunehmen.

Denn Angst vor sozialem Abstieg ist ein Faktor, der Menschen empfänglich macht für rechte Parolen. Sie spaltet die Gesellschaft.

Alle müssen ins Boot genommen werden

Gegensteuern lässt sich nur mit einem Bündel von Maßnahmen. Eine davon ist der Sozialarbeiter für Obdachlose in Friedberg, eine andere geförderter Wohnraum. Letztlich müssen jedoch auch Wohnungswirtschaft, private Vermieter, eventuell sogar Unternehmen in einem Bündnis mit ins Boot genommen werden.

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