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Kissing

04.03.2020

Sozialministerin besucht Mehrgenerationenhaus in Kissing

Leiterin Brigitte Dunkenberger führt die bayerische Sozialministerin Carolina Trautner (rechts) durch das Mehrgenerationenhaus in Kissing.
Bild: Philipp Schröders

Plus Die bayerische Sozialministerin Carolina Trautner schaut sich das Mehrgenerationenhaus in Kissing an. Was im Casa Cambio angeboten wird.

Immer wieder wenden sich Kissinger, die Hilfe brauchen, an Bürgermeister Reinhard Gürtner. Vor Kurzem habe beispielsweise ein Vater, dessen Sohn einen Ausbildungsplatz sucht, bei ihm nachgefragt, ob es in der Gemeinde kein Bewerbungstraining gebe. „Natürlich gibt es das. Hier im Mehrgenerationenhaus “, erklärte Gürtner am Mittwoch. Zuvor hatte er hohen Besuch aus München in dem Gebäude an der Nelkenstraße in Kissing empfangen.

Die bayerische Sozialministerin Carolina Trautner war gekommen, um sich die Einrichtung anzuschauen. Bürgermeister Gürtner freute sich, dass die Ministerin seiner Einladung gefolgt war. Er erinnerte daran, dass die Gemeinde einen Förderantrag für einen Quartiermanager für Senioren gestellt hatte. Dieser Posten würde das Angebot im Mehrgenerationenhaus Casa Cambio gut abrunden.

Casa Cambio in Kissing ist für den gesamten Landkreis bedeutend

Stefan Leister von der Katholischen Jugendfürsorge erklärte, dass im Mehrgenerationenhaus auch die Kinder- und Jugendhilfe und der Familienstützpunkt , als Beratungsstelle für Eltern, angesiedelt seien. „Was die Zukunft unserer Gesellschaft zentral ausmacht, finden sie hier vor“, sagte er zu Trautner. Leister lobte die gute Kooperation mit dem Landkreis. Im Hinblick auf die staatlichen Zuschüsse gab er aber zu bedenken: „Wir sind immer noch unterfinanziert.“

Landrat Klaus Metzger hob hervor, dass das Casa Cambio für den gesamten Landkreis bedeutend sei. Zudem werden die Familienstützpunkte zurzeit ausgebaut. In Aichach ist bereits ein weiterer errichtet worden und auch in Pöttmes soll einer eröffnet werden. „Wir haben uns entschieden, dass wir in der ganzen Breite niederschwelliges Angebot haben wollen.“

Die bayerische Sozialministerin Carolina Trautner besucht das Mehrgenerationenhaus in Kissing.
Bild: Philipp Schröders

Ministerin Trautner freute sich, einen Einblick zu bekommen, und sagte: „Man erlebt die Dinge ganz anders, wenn man es vor Ort gesehen hat.“ In Kissing finde sie die ganze Bandbreite ihres Ministeriums vor: Familien, Kinder, Senioren – alle Generationen. Sie warb dafür, dass Kommunen und Ministerium beim Quartiersmanagement eng zusammenarbeiten. „Da ist es ganz wichtig, dass wir es als gemeinsame Aufgabe ansehen, uns da gegenseitig zu unterstützen.“

Trautner erklärte, dass Deutschland nach Japan das Land mit den meisten Senioren sei. „Ich sehe das total positiv, dass wir bei immer besserer Gesundheit immer älter werden.“ Die Kommunen seien aber gefordert, die entsprechenden Rahmenbedingungen für die Nöte älterer Menschen zu schaffen. „Zudem haben wir einen Wandel in der Gesellschaft.“ Auch auf dem Land gebe es oft nicht mehr die „klassische Großfamilie“. Eltern müssten aus beruflichen Gründen flexibler sein als früher. Die Großeltern, aber auch die Enkel seien oft nicht mehr vor Ort. „Warum dann nicht die Generationen zusammenschweißen und sich gegenseitig unterstützen?“

Seit zwölf Jahten gibt es die Einrichtung in Kissing

Leiterin Brigitte Dunkenberger erklärte, dass es das Casa Cambio seit zwölf Jahren in Kissing gibt. Sie nannte verschiedene Angebote wie den Krümeltreff, der für Eltern und ihre Kleinkinder gedacht ist. Aber auch das Bewerbungstraining für Jugendliche durch einen ehemaligen Personalchef. „Das Ehrenamt ist ein ganz großer Bereich in unserem Haus“, sagte Dunkenberger. Beispielsweise gibt es seit zwei Jahren einen Fahrdienst, der Senioren unter anderem zum Supermarkt oder Arzt bringt. Zehn Ehrenamtliche sind dazu mit dem Auto des Mehrgenerationenhauses unterwegs. Inzwischen gebe es um die hundert Fahrgäste, die das Angebot regelmäßig in Anspruch nähmen.

Besuch des Mehrgenerationenhauses in Kissing: von links Peter Tomaschko, Stefan Leister, Reinhard Gürtner, Carolina Trautner, Michael Hahn und Brigitte Dunkenberger.
Bild: Philipp Schröders

Sie erklärte, dass bei diesem Projekt auffalle, wie viele einsame Senioren es gebe. Deshalb sei es auch sinnvoll, den Quartiersmanager im Mehrgenerationenhaus anzusiedeln. Sie erinnerte daran, dass der Förderbescheid noch aussteht. „Ich bin ganz guter Dinge“, sagte Trautner.

Elisabeth Arnold vom Familienstützpunkt erklärte, dass ihre Einrichtung im Casa Cambio sehr gut angesiedelt sei. „Ich finde, wir sind eine wunderbare Ergänzung zum Angebot.“

Die Asylkoordinatorin Petra Hamberger ist ebenfalls mit dem Casa Cambio verbunden. Der Integrationszirkel am vorigen Tag habe gezeigt, dass das Thema im Mehrgenerationenhaus sinnvoll angesiedelt sei. Haupt- und Ehrenamtliche hatten dabei zusammen mit dem Bürgermeister beraten. „Es sind viele Ideen dabei herausgekommen, die auch konkret umgesetzt werden können“, sagte Hamberger.

Nach dem Besuch im Casa Cambio besuchte Trautner dann noch das Rathaus, um sich ins Goldene Buch der Gemeinde einzutragen.

Das Mehrgenerationenhaus Casa Cambio befindet sich in der Nelkenstraße 18 in Kissing , Telefon: 08233/2120-125. Weitere Informationen gibt es auch hier.

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