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Mering

12.09.2017

Spielplatz sorgt in Mering für Kopfzerbrechen

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Im Meringer Bauausschuss diskutieren die Räte darüber, ob für die maroden Spielgeräte am Spielplatz Troppauer Weg in St. Afra Ersatz beschafft werden soll.
Bild: Eva Weizenegger

Im Bauausschuss diskutieren die Räte, ob sie an ihrem Konzept festhalten und Stück für Stück die Freizeiteinrichtungen für Kinder erneuern wollen. Eine Entscheidung für den Troppauer Weg fällt ihnen aber schwer

 15 Tagesordnungspunkte mussten die Mitglieder des Meringer Bauausschusses abarbeiten, bevor sie zum „schwierigsten Thema des Abends“, so Bürgermeister Hans-Dieter Kandler, gelangten. Es ging um die Ersatzbeschaffung für den Spielplatz am Troppauer Weg in St. Afra. Mehr als eine halbe Stunde lang diskutierten die Räte, ob die Version „Grashüpfer“ oder das Modell „Fiasko Migale“ eingebaut werden soll. Doch wirklich zum Ziel kamen sie am Montag nicht.

Bürgermeister Kandler dazu: „Ich kenne meine Gemeinderäte zu gut, um nicht zu wissen, dass genau dieses Thema die Gemüter bewegt.“ Dabei war es zuvor um Großprojekte wie beispielsweise die künftige Innerortsentwicklung (ausführlicher Bericht dazu folgt) gegangen. Doch diese Themen waren schnell abgehandelt. Nicht so die Grundsatzdebatte, ob neue Spielgeräte für den Troppauer Weg notwendig sind – die zog sich deutlich in die Länge. Ein speziell geschulter Mitarbeiter der Gemeinde hatte erhebliche Mängel festgestellt. Um haftungsrechtlich auf der sicheren Seite zu sein, sei es dringend notwendig, die nötigen Sicherheitsvorkehrungen zu treffen und die Spielgeräte auszutauschen. „Wenn wir das nicht machen, dann müssen wir die unsicheren Geräte abbauen“, erläuterte Marktbaumeister Armin Lichtenstern. CSU-Fraktionsvorsitzender Georg Resch ließ das Urteil des Gemeindeexperten zunächst nicht gelten: „Ich war selbst vor Ort, habe den Rütteltest gemacht und da hat nichts gewackelt.“ Zudem mache der Spielplatz insgesamt noch einen guten Eindruck auf ihn. „Ich glaube, dass es reicht, wenn wir hier einzelne Elemente austauschen“, stellte er fest.

Marktbaumeister Lichtenstern erläuterte, dass es im Gemeinderat ein Konzept gebe, dass nach und nach Spielplätze neu gestaltet werden. „Und da hier ja erhebliche Mängel festgestellt wurden, schlugen wir den Spielplatz am Troppauer Weg vor.“

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Götz E. Brinkmann (SPD/parteifrei) zweifelte, ob diese Maßnahme wirklich notwendig sei: „Müssen wir eigentlich immer eine große Sache daraus machen?“ Er plädierte dafür, die maroden Stellen auszubessern und kostendeckend zu arbeiten.

Innerhalb der SPD herrscht keine Einigkeit

Doch innerhalb der SPD-Fraktion herrschte keine Einigkeit zu diesem Thema. Irmgard Singer-Prochazka gab zu bedenken: „Wir hatten bereits vor Jahren, noch unter einem anderen Marktbaumeister, den Fall, dass sich ein Kind an einer morschen Schaukel ein Bein brach, weil ein Holzbalken auf das Kind gefallen war.“ Damals sei es sogar zu einem Prozess gekommen und der Marktbaumeister zu einer Schadensersatzzahlung verurteilt worden. „Ich denke, dass wir da sehr wohl handeln müssen“, sagte die SPD-Rätin. Wolfgang Bachmeir schloss sich seiner Fraktionskollegin an. „Wir haben einen Fachmann und jetzt wollen wir nicht auf sein Urteil hören – das ist ja auch frustrierend für den Mitarbeiter.“

Kandler bestätigte, dass der Angestellte auf verschiedenste Schulungen geschickt worden war und dessen Urteil sehr wohl ernst zu nehmen sei. Schließlich kamen die Bauausschussmitglieder überein, dass sie sich für ein Ersatzmodell entscheiden, das aber erst Anfang nächsten Jahres gekauft werden soll. Die Kosten kommen damit auch erst im Haushalt 2018 zum Tragen.

Problem nicht gelöst

Das Problem schien zunächst gelöst, doch jetzt entbrannte die Debatte um das Modell. Marktbaumeister Lichtenstern erläuterte die jeweiligen Vorteile von Robinien- oder Lärchenholz. Lärche mit Stahlträgern, die im Erdreich versenkt sind, sei leichter auszutauschen als die stark verdrehten Robinienstämme.

Das Modell Grashüpfer, mit Robinienholz, kostete 20784 Euro, die Version mit Lärche 12000 Euro und die von Bürgermeister Hans-Dieter Kandler favorisierte Ausführung „Fiasko Migale“ mit Douglasie und Lärche 20000 Euro. Wobei zusätzlich noch eine Schaukel für 3800 Euro und eine Kamelritt-Wippe für 2460 Euro installiert werden sollten. Doch weder das Modell mit Robinienholz, noch das „Fiasko“ mit Lärche und Douglasie, fanden eine Mehrheit. Und so wurde nach ausführlicher Diskussion der Tagesordnungspunkt auf die nächste Bauausschusssitzung verschoben. Bis dahin wird zudem noch die ausführliche Mängelliste der Spielgeräte am Troppauer Weg an die Gemeinderäte ausgeteilt.

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