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Sportskanone: Das nächste große Ziel heißt Oslo

Sportskanone

Das nächste große Ziel heißt Oslo

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    Eine tolle Show legten die „Jumpinos“ des TSV Friedberg beim „Feuerwerk der Turnkunst“ in der Münchner Olympiahalle aufs Parkett.
    Eine tolle Show legten die „Jumpinos“ des TSV Friedberg beim „Feuerwerk der Turnkunst“ in der Münchner Olympiahalle aufs Parkett. Foto: Herbert Degen

    Mit 30 Jahren zählt man in manchen Sportarten schon zum alten Eisen, steht kurz davor, ausgemustert zu werden. Sabrina Bischofer, eine der Trainerinnen der Friedberger Rope-Skipper, hat die 30 gerade erreicht – doch von altem Eisen oder Ausmustern kann bei ihr nicht die Rede sein. Sie ist zwar die älteste der „Jumpinos“, der erfolgreichen Rope-Skipping-Mannschaft, aber sie steckt nach wie vor voller Energie und Tatendrang, was ihren Sport angeht. „Ich hätte nie gedacht, dass ich mit 30 noch beim Rope-Skippen aktiv sein werde – aber es macht immer noch riesig Spaß und wenn ich das nicht hätte, würde mir einfach etwas Elementares fehlen“, sagt die sportliche Friedbergerin.

    Sie ist nun die älteste Rope-Skipperin beim TSV Friedberg und sie zählt fast schon zum Inventar der Abteilung, die mittlerweile 85 Mitglieder umfasst. „Gründungsmitglied bin ich allerdings nicht“, meint sie mit einem Lächeln. Sie stieß 2003 eher zufällig zu der Turnsparte des TSV, die 2002 von Petra und Wolfgang Grötsch aus der Taufe gehoben wurde. „Ich hab’ zu dem Zeitpunkt mit dem Leistungs-Schwimmen aufgehört – ich hatte nicht das große Talent dazu und war die Kachelzählerei leid“, erinnert sich Sabrina Bischofer. Auf der Homepage des TSV las sie vom neuen Angebot des Vereins und gemeinsam mit ihrer jüngeren Schwester Christina, die gerade mit dem Ballett aufgehört hatte, wurde Rope-Skipping getestet und die beiden Schwestern fingen so richtig Feuer. „Die Mischung aus Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit und Akrobatik finde ich faszinierend – und es ist einfach ein toller Teamsport“, erklärt Sabrina Bischofer.

    Als 2006 Wolfgang Grötsch als Trainer kürzer treten wollte, trat sie dessen Nachfolge an – später unterstützt von ihrer Schwester Christina. „Ich war damals schon die Älteste im Team und machte den Trainerschein – die Aufgabe hab’ ich aber nur unter der Bedingung übernommen, dass ich weiter mitspringen darf“, erinnert sie sich.

    Vieles hat sich in den langen Jahren, in denen die Gymnasial-Lehrerin für Mathe und Sport bei den Jumpinos das Sagen hat, geändert. Mittlerweile sind die Friedbergerinnen fast Show-Profis geworden, die zweimal pro Woche zwei Stunden mit dem Seil und einmal eineinhalb bis zwei Stunden Akrobatik trainieren, dazu kommt noch Krafttraining und Hot Iron. Fit muss man schließlich sein und Kondition haben, wenn die minutenlangen Shows mit den zehn Meter langen „long ropes“ oder den normalen „single ropes“ klappen sollen.

    Und auch neben dem rein Sportlichen bleibt viel zu tun, schließlich sollen ja auch die Choreografie, Musik und Kostüme bestens passen. „Da mache ich viel mit meiner Schwester, Musik aussuchen, schneiden – und manchmal alles mehrfach, weil man feststellen muss, dass die gewählte Musik doch nicht die richtige war“, erzählt Sabrina Bischofer.

    Die Erfolgsliste der „Jumpinos“ ist lang: Mit Siegen beim Jump-Cup in Bayern ging’s los, dann schwenkte man um auf rein sportliches Rope-Skipping und qualifizierte sich dabei gleich zweimal für die Weltmeisterschaft. „In Hongkong 2014 wurden wir Achte von neun Teams, aber das war trotzdem der bisherige Höhepunkt“, so Sabrina Bischofer. Damals sei man ein bisschen zu nervös gewesen. 2015 in Paris folgte Platz drei – bei drei startenden Teams hinter China und den USA. „Das war eher frustrierend, und ich wollte auch wissen, warum wir so schlecht bewertet wurden – habe aber vom Kampfgericht keine Antwort bekommen“, erzählt Sabrina Bischofer.

    Als man 2016 nach Schweden zur WM hätte fahren dürfen, zog man die Auftritte beim Altstadtfest vor – die „richtige Entscheidung“, wie die Friedbergerin heute betont.

    Nach den eher enttäuschenden sportlichen Erfahrungen schwenkten die „Jumpinos“ nun komplett auf die Show-Schiene ein – mit großem Erfolg. Beim „Rendezvous der Besten“ sei alles besser organisiert, schließlich ist diese Schiene dem DTB (Deutscher Turnerbund) zugeordnet. „Eigentlich haben wir da mitgemacht, weil wir unbedingt einmal in die Münchner Olympiahalle zum Festival der Turnkunst wollten“, sagt Sabrina Bischofer. 2016 startete man so mit dem Programm „Rock meets Jump-Rope“ in Neumünster – und wurde bei einer Konkurrenz von 45 Teams unter die besten sieben Showgruppen Deutschlands gewählt. „Ein Wahnsinn, damit hätten wir nie gerechnet“, freut sich die Trainerin. Man durfte also in die Olympiahalle – und qualifizierte sich zudem für die Weltmeisterschaft der Showgruppen, die vom 25. bis 29. Juli in Oslo stattfindet. „Klar, dass das den Mädels Riesenspaß macht und auch unsere Fans freuen sich schon auf die Reise nach Norwegen“, so Sabrina Bischofer.

    Bis dahin bleibt noch viel zu tun, schließlich dauert es ein halbes Jahr, bis eine neue Choreografie richtig sitzt – und außerdem wartet vom 19. bis 22. April noch das Jubiläums-Ostercamp in Friedberg. Eines möchte die sportliche 30-Jährige aber noch ändern. „Es wäre schön, wenn wir noch bekannter wären und mehr Auftritte hätten – unsere PR könnte noch besser sein.“ Vielleicht gelingt das ja mit einer guten Platzierung in Oslo und die haben sich Sabrina Bischofer und ihre Mädels auch ganz fest vorgenommen.

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