1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. St. Theresia in Mering bekommt doch keine weiteren Pflegeplätze

Mering

05.10.2019

St. Theresia in Mering bekommt doch keine weiteren Pflegeplätze

Theresia_003(1).jpg
2 Bilder
Wegen des großen Bedarfs sollte das Seniorenzentrum St. Theresia in Mering erweitert werden. Doch diese Pläne sind nun gescheitert.
Bild: Heike John

Plus Der geplante Umbau der Meringer Einrichtung St. Theresia wird doch nicht verwirklicht. Nun wechselt auch die Leitung des Caritas-Seniorenzentrums.

Vergangenen Herbst ging die CAB Caritas Augsburg Betriebsträger gGmbH mit ihren Plänen an die Öffentlichkeit, das Seniorenzentrum St. Theresia um knapp 20 Pflegeplätze zu vergrößern. Ein Jahr später ist nun klar: Diese Erweiterung kommt nicht zustande. „Wir kriegen das nicht refinanziert, was wir an Maßnahmen hineinstecken müssten“, erklärte CAB-Geschäftsführerin Brigitta Hofmann in einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Wie berichtet, hatten die Theresienschwestern den Beschluss gefasst, sich aufgrund Nachwuchsmangels räumlich zu verkleinern und in den Seitenflügel des Mutterhauses zurückzuziehen. Den Mitteltrakt des in ihrem Besitz befindlichen Gebäudes wollten sie der CAB für die Heimerweiterung zur Verfügung stellen. Mit den Umbauplänen wurde die Erweiterung von bisher 58 auf 76 Heimplätze anvisiert.

Im ablaufenden Jahr seit der Beschlussverkündung habe es viele Bestandsprüfungen und eine intensive Grundlagenermittlung im Gebäude gegeben. Brigitta Hofmann sprach von vielen „Tücken und Herausforderungen“, die ausschlaggebend gegen eine Anmietung von weiteren Teilen des Gebäudekomplexes waren.

Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.
Lesen Sie jetzt: Die heutige Ausgabe Ihrer Tageszeitung als E-Paper.

Großer Umbauaufwand wäre in St. Theresia nötig gewesen

Konkreter wurde Thomas Reichardt, Bereichsleiter Finanzen bei der CAB auf Nachfrage unserer Zeitung. Der Plan sei gewesen, das erste und zweite Obergeschoss des unmittelbar an die bestehende Pflegeeinrichtung angrenzenden Gebäudekomplexes umzubauen. Die in den 1960er Jahren errichteten Räume, die die Schwestern bewohnten oder als Büroräume nutzten, sollten zu zeitgemäßen Bewohnerzimmern samt eigenem Bad umgebaut werden. Die FQA im Landratsamt, also die „Fachstelle für Pflege und Behinderteneinrichtungen, Qualitätsentwicklung und Aufsicht“, sprich die frühere Heimaufsicht, habe hier ein großes Maß an Wohlwollen und Entgegenkommen gezeigt, um den entsprechenden Umbauaufwand in halbwegs verträglichen Grenzen zu halten und ohne große Eingriffe in die Statik oder die Fassade auszukommen.

„Wir haben in diesem Punkt gut mit Gabriele Bott zusammengearbeitet“, bestätigt auch Roland Weis. Der Justiziar der Pallottiner in Friedberg führte stellvertretend für die Theresienschwestern die Verhandlungen mit der CAB. Zusätzlich zu diesen umfangreichen Umbauarbeiten wäre durch die Erhöhung der Platzzahl um etwa 20 Plätze ein weiterer Aufzug sowie ein Umbau der Großküche, die im Kellergeschoss betrieben wird, notwendig gewesen, so führte Thomas Reichardt weiter aus. Aktuelle Kostenermittlungen beliefen sich für die Gesamtmaßnahme auf gut 3,4 Millionen Euro, die die CAB zu investieren hätte. „Angesichts der relativ geringen Platzzahl ist dies bereits grenzwertig“, so Reichardt. „Unter der gegebenen Konstellation ist eine tragbare Fremdfinanzierung nicht darstellbar, was wir sehr bedauern“, so erklärte er die Entscheidung der CAB.

Mit dem Entschluss entstehen keine neuen Pflegeplätze in Mering

Dass mit dem nun gefassten Beschluss keine weiteren Pflegeplätze in Mering entstehen, bedauert auch Ingrid Hafner-Eichner von der Heimaufsicht im Landratsamt Aichach-Friedberg. „Wie unsere Pflegebedarfsplanung aufzeigt, brauchen wir in den nächsten Jahren dringend neue Dauerpflegeplätze“, sagt sie. Zuletzt entstand im Landkreis das Haus an der Paar in Aichach mit 86 Plätzen, das im vergangenen Jahr in Betrieb ging. Weiterer Bedarf sei da, seien es stationäre Wohngruppen oder ein Seniorenzentrum. „Die Träger agieren natürlich auch aufgrund der Pflegekräfteproblematik vorsichtig“, weiß Hafner-Eichner.

Über die gescheiterten Erweiterungspläne in St. Theresia informierten (von rechts) Einrichtungsleiter Thomas Mäder, CAB-Geschäftsführerin Birgitta Hoffmann, Generaloberin Sr. Gabriele Bérjon Falagan und der Pallottiner-Justitiar Dr. Roland Weis. Im Hintergrund der Mittelbau des Gebäudetraktes, der nun doch nicht zu weiteren Pflegeplätzen ausgebaut wird.
Bild: Heike John

Wie eine weitere Verwendung der bereits leer geräumten Stockwerke des Mutterhauses aussehen könnte, bleibt derzeit noch offen. Im Erdgeschoss sind die Verwaltungsräume des Pflegeheims. Die Generaloberin, die sich mit ihren Mitschwestern bereits in den Seitenflügel des Gebäudekomplexes zurückgezogen hat, zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass sich eine neue Bestimmung findet.

Einrichtungsleiter Thomas Mäder beendet seinen Dienst

Der Verzicht auf den Erweiterungsbau ist jedoch weitreichender. Einen Tag nach der Feier des Patroziniums in St. Theresia wurden Mitarbeiter und Bewohner über einen anstehenden Leitungswechsel informiert. Thomas Mäder, der genau vor einem Jahr als Einrichtungsleiter in Vollzeit im Caritas-Seniorenzentrum St. Theresia antrat, wird seinen Dienst zum Jahresende quittieren. Wie Geschäftsführerin Brigitte Hofmann informierte, soll er die Einrichtungsleitung einer größeren Einrichtung im Verbund der Caritas übernehmen.

Für die Position der Einrichtungsleitung in St. Theresia folgt dann Jürgen Kirsch. Der langjährige Einrichtungsleiter des Caritas-Seniorenzentrum Antoniushaus in Augsburg wird wie bereits Thomas Mäders Vorgängerin Eva Finkenzeller die Funktion der Einrichtungsleitung in St. Theresia in Teilzeit ausüben und mit dem anderen Stellenanteil in der Geschäftsstelle Schwerpunkt Qualitätsmanagement im Bereich Technik und Arbeitssicherheit tätig sein.

Die Verabschiedung von Thomas Mäder und die Einführung von Jürgen Kirsch wird Anfang 2020 stattfinden. „Ich bin an keinem Standort um die Einrichtungsleitung besorgt, denn wir haben richtig gute Leute in der CAB“, betonte Geschäftsführerin Birgitta Hofmann.

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren