Newsticker
EMA gibt grünes Licht für Johnson-Impfstoff
  1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Stadt Friedberg erhöht den Druck auf Parksünder

Friedberg

07.11.2019

Stadt Friedberg erhöht den Druck auf Parksünder

Friedberg macht ernst gegen Falschparker in der Ludwigstraße.
Foto: Andreas Schmidt (Archivfoto)

Die Ludwigstraße in Friedberg wird Einsatzschwerpunkt für Kontrollen. Gleichzeitig verbessert sich auch der Öffentliche Personennahverkehr.

Autos, Busse, Kurierfahrzeuge und Radler, dazwischen quetschen sich eilige Fußgänger – das tägliche Miteinander im Friedberger Zentrum ist nicht immer unproblematisch. Weil immer öfter falsch geparkte Fahrzeuge die Busse behindern, hat sich die Stadtverwaltung eine heftige Rüge des Augsburger Verkehrs- und Tarifverbundes (AVV) eingehandelt und will jetzt hart durchgreifen.

Eichmann: Mehr Parkkontrollen in der Ludwigstraße

Bei der Bürgerversammlung kündigte Stadtoberhaupt Roland Eichmann an, die Ludwigstraße solle zum Einsatzschwerpunkt der Verkehrsüberwachung werden. Die Kontrolle der Parksünder erfolgt durch die Verkehrsüberwachung Schwaben-Mitte, an der mehrere Kommunen beteiligt sind.

Im kommenden Jahr solle die Zahl der Einsatzstunden verdoppelt werden, so Eichmann, nicht zuletzt, um die Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer zu erhöhen. „Denn in letzter Zeit läßt die Verkehrsdisziplin in der Ludwigstraße sehr zu wünschen übrig!“, kritisierte er. Die Busse müssten auf jeden Fall durchkommen und nicht bis zu 20 Minuten warten, nur weil sich Autofahrer nicht an die Regeln halten. Die weiteren Themen des Abends:

Besserer ÖPNV für Friedberg?

Buskonzept Zum Verkehr gab es bei der Bürgerversammlung aber auch gute Nachrichten. Denn ab 15. Dezember können viele Friedberger von einem erweiterten öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) profitieren. Sowohl Bewohner der Innenstadt als auch der Ortsteile sollen die Verbesserungen im Alltag spüren. Details liefert ein Infobus des AVV, der beim Martini-Markt am 10. November auf dem Marienplatz stehen wird. Außerdem soll es am 25. November im Rathaus eine Informationsveranstaltung zum neuen Buskonzept geben.

Künftig gibt es für die nördlichen Ortsteile von montags bis samstags ab morgens bis in die Abendstunden die Möglichkeit, ohne lästiges Umsteigen in die Innenstadt und zurück zu gelangen. Häufig stand in den vergangenen Jahren die Attraktivität der Straßenbahn zur Debatte. An ihrer Endhaltestelle in Friedberg-West soll nun von etwa 5 Uhr morgens bis 21 Uhr abends alle 15 Minuten ein Anschluss zur Altstadt und zum Bahnhof vorhanden sein – in beide Fahrtrichtungen. Damit fahren nach dem neuen Plan vier Busse stündlich zwischen Linie 6 und Teilen der Ludwigstraße. Von und nach Herrgottsruh herrscht nach dem neuen Buskonzept ein halbstündiger Takt; er gilt immer von 5 Uhr morgens bis 21 Uhr abends. Die Route von dort wird mit Kleinbussen bestritten und bietet unter anderem eine Anbindung Richtung Altstadt und Bahnhof.

70.000 Touristen in Übernachtungen pro Jahr

Tourismus Altstadtfest, Schloss und Museum locken immer mehr Gäste nach Friedberg, sodass die Tourist-Info im Rathaus vergangenen Sommer am Samstag geöffnet war. Die Stadt wirbt auf zahlreichen Messen unter anderem in Landshut, München und Stuttgart um Gäste. Heuer werden wir rund 70.000 Übernachtungen verbuchen können“, sagte Eichmann. Insgesamt wurden 55 Stadtführung zu unterschiedlichen Themen angeboten, an denen 5000 Leute teilnahmen. Viele Gäste erhofft man sich auch von der großen Landesausstellung, die im April eröffnet wird. „Bis dahin soll die Sanierung des Schlossparks abgeschlossen sein“, berichtete der Bürgermeister. Um den erwarteten Besucherstrom in geordnete Bahnen zu lenken, ist an der Burgwallstraße eine Parkraumsteuerung über Bodensensoren geplant. An der Gerberwiese will man 35 befestigte Parkplätze schaffen.


Feuerwehren Die Stadt investiert zwar viel Geld in eine zeitgemäße Ausrüstung ihrer Feuerwehren, doch in vielen Ortsteilen gibt es bei einem Einsatz tagsüber zuwenig freiwillige Helfer. „Das ist ein echtes Problem“, stellte Eichmann fest. Deshalb müssen zum Beispiel bei einem Brand die verfügbaren Feuerwehrmänner aus mehreren Ortsteilen zusammengezogen werden.

Das alte Tanklöschfahrzeug der Friedberger Wehr aus dem Jahr 1987 wurde vergangenes Frühjahr durch ein modernes für 380.000 Euro ersetzt, eine neue Drehleiter für 780.000 Euro ist bestellt und soll 2021 geliefert werden. Außerdem sollen die Wehren in Paar-Harthausen sowie Ottmaring und Stätzling moderne Fahrzeuge bekommen.

Grundschule in Friedberg-Süd ist zu klein

Schulausbau An der Grundschule Friedberg-Süd fehlt Platz. Nach den Berechnungen der Regierung von Schwaben ist sie mit derzeit 1700 Quadratmetern rund 800 Quadratmeter zu klein. Das Ausbaukonzept sieht einen Abriss der eingeschossigen Gebäudeteile vor, die durch einen zweigeschossigen Neubau ersetzt werden. Auf diese Weise entstehen zusätzliche Klassen- und Funktionsräume. Der Umbau soll bei laufendem Schulbetrieb erfolgen. Der Haupteingang wandert von der Süd- auf die Westseite des Innenhofs und erschließt dort eine neue, zweistöckige Aula mit angegliedertem Musikraum bzw. Bühnenbereich. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund neun Millionen Euro, von denen die Stadt etwa fünf allein zu tragen hat.

Nicht berücksichtigt ist in den Planungen, dass die Stadt im Süden der Kernstadt ein neues Wohngebiet ausweisen will. Dort könnten einmal bis zu 3000 Menschen ein neues Quartier finden. Dann ist vielleicht eine ganz neue Schule nötig, um die Kinder unterzubringen.

Kommunalwahl wirft in Friedberg ihre Schatten voraus

Wahlen Schon jetzt bereitet man sich im Rathaus auf die Kommunalwahlen am 15. März 2020 vor. „Dabei werden rund 450 Wahlhelfer im Einsatz sein“, kündigte Eichmann an. Die Kosten liegen bei rund 150000 Euro, am 16. März bleibt die Stadtverwaltung geschlossen. Rund 23000 Stimmberechtigte können in 25 Urnen- und zehn Briefwahllokalen ihre Kreuzchen machen. Offiziell liegt die Einwohnerzahl von Friedberg zwar unter der 30000er-Marke, das städtische Meldesystem verzeichnet dagegen aktuell 30165 Bürger.

Hunde auf dem Friedhof: Kapituliert die Stadt Friedberg?

Diskussion Insgesamt präsentierte der Bürgermeister 103 Folien zu unterschiedlichen Themen wie Bauleitplanung und Breitbandausbau, Straßensanierung und Wohnungsbau oder zu den Ortsteil-Konzepten, an denen die Bürger entscheidend mitwirken (wir berichteten). In der Diskussion wurde unter anderem der Wunsch geäußert, auf Dächern in der Altstadt Fotovoltaik-Anlagen zu installieren. „Das wird sich leider nicht realisieren lassen“, so Eichmann.

Ein anderer Zuhörer beschwerte sich darüber, dass Friedhofsbesucher in Herrgottsruh ihre Hunde mitnehmen. Zum einen gelte ein Friedhof als Grünanlage, erwiderte der Bürgermeister, zum anderen fehle der Verwaltung Personal, um ein eventuelles Hundeverbot zu kontrollieren. Diese habe vor dem Problem einfach kapituliert, stellte der Zuhörer enttäuscht fest.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren