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Kissing

08.10.2019

Telefon geht nicht - Kissinger haben Probleme mit der Telekom

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Helga und Gerhard Hlawa mussten mehr als eine Woche auf ihren Festnetz-Anschluss verzichten. Von diesem Problem waren noch weitere Haushalte in Kissing betroffen.
Bild: Christian Gall

Plus In mehreren Haushalten funktionierten tagelang weder Telefon- noch Internetanschlüsse. Obwohl das Problem nun behoben sein sollte, gibt es noch immer Störungen.

Manchmal merkt man erst, was man an einer Sache hat, wenn sie nicht mehr da ist. So ging es in den vergangenen Tagen mehreren Kissingern, bei denen weder Telefon noch Internet funktionierten – für eine Dauer von rund zehn Tagen. Betroffen von der Störung waren Haushalte sowohl in der VKD-Straße als auch in der Nelken- und Rosenstraße.

In einem der dieser Haushalte in der VKD-Straße wohnt Rosemarie Grießer. Sie kümmerst sich um ihren 94-jährigen pflegebedürftigen Mann und ist daher auf ihr Telefon angewiesen. „Regelmäßig muss ich mit dem Pflegedienst oder Ärzten sprechen“, erklärt sie. Doch daran war ab dem 25. September nicht zu denken. Ihre Telefonleitung funktionierte nicht mehr. Mit einem einfachen Handy konnte sie sich behelfen – allerdings war sie nur schwer zu erreichen, da wenige Menschen ihre Mobilfunknummer kannten.

Anrufe in Kissing sind beim falschen Anschluss angekommen

Ähnlich erging es Helga und Gerhard Hlawa, 76 und 83 Jahre alt, die im benachbarten Haus wohnen. Bei ihnen trat die Störung einen Tag später, am 26. September, auf. „Zunächst hofften wir, dass sich das Problem vielleicht von selbst wieder lösen würde“, erzählt Gerhard Hlawa. Daher rief er erst einen Tag darauf beim Kundenservice der Telekom an, bei der das Ehepaar seinen Telefonvertrag hat. Die Hoffnung, dass sich das Problem schnell beheben lassen könnte, zerschlug sich schnell. „Anfangs hieß es, dass es bei der Technik in unserem Haus Probleme gibt“, sagt Gerhard Hlawa. Doch dieser Verdacht war bald zerstreut, denn er erfuhr von immer mehr Kissingern, die ähnliche Probleme hatten. Im Gespräch mit Nachbarn stellte Helga Hlawa zudem heraus, dass Anrufe teils am falschen Ziel angekommen sind: „Eine Bekannte erzählte mir, dass bei ihr mehrere Anrufe durchgestellt wurden, die eigentlich an unsere Nummer gehen sollten.“

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Ein Techniker im Auftrag der Telekom, der sich die Situation im Haus der Hlawas ansehen sollte, begrüßte das Ehepaar mit dem Satz: „Ich glaube nicht, dass ich ihnen wirklich helfen kann.“ Seine Prognose bestätigte sich – das Problem lag jenseits des Hausanschlusses. Auf Nachfrage unserer Redaktion teilte die Telekom vergangene Woche mit, dass die Störung bekannt ist, die Suche nach der Fehlerquelle allerdings andauert. Einige Tage später schien sie gefunden, wie Gerhard Hlawa erzählt: „Ein weiterer Techniker im Auftrag der Telekom war in der Nachbarschaft unterwegs und ist immer wieder zwischen den betroffenen Häusern und der Baustelle an der abgerissenen alten Post hin- und hergependelt.“ Daher vermutet der 83-Jährige, dass die Fehlerquelle an der einige hundert Meter entfernen Baustelle lag.

Telefon-Störung in Kissing sollte eigentlich behoben sein

Nach Auskunft der Telekom konnten die Störungen am vergangenen Samstag behoben werden – ein oberirdisches Kabel musste nach Aussage einer Sprecherin des Unternehmens im Verzweigerkasten neu gesteckt werden. Bei Rosemarie Grießer und ihrem pflegebedürftigen Mann trifft das zu – das Telefon geht wieder. Allerdings hatte das Ehepaar Hlawa erst am Sonntag wieder eine funktionierende Telefonleitung. Außerdem wissen die Hlawas, dass bei einer Nachbarin das Telefon seit Montag nicht mehr funktioniert. „Ich glaube also, dass sich die Geschichte noch länger hinziehen wird“, sagt Gerhard Hlawa. Er betont, dass er nicht über die Telekom schimpfen will – auch die Anschlüsse anderer Anbieter, etwa von 1&1, seien von dem Problem betroffen gewesen. Doch über eine Sache ärgere er sich: „Als wir am Anfang die Störung gemeldet haben, hatte ich das Gefühl, dass die Telekom das nicht ernsthaft angehen will.“ Immer wieder sei er vertröstet worden. Eines habe er aus der Sache inzwischen gelernt: „Es bringt nicht viel, wenn ein einzelner Betroffener eine Beschwerde abgibt. Damit sich etwas tut, müssen mehrere Menschen ihr Problem melden.“

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