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24.02.2015

Trotz Gutachten: Die Bedenken beim Mobilfunkmast bleiben

Dicht bestückt mit Mobilfunkantennen ist der Wasserturm bei Haberskirch. Jetzt will die Telekom gleich daneben noch einen doppelt so hohen Gittermast errichten lassen. Foto: Thomas Goßner

Bei Informationsveranstaltung bleiben Fragen offen. Kritisiert wird nicht nur der Bau an sich

Stätzling Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass der Mobilfunkmast bei Haberskirch gebaut wird. Ingenieur Rainer Modt stellte im Gasthof zum Schloss in Stätzling das Gutachten vor. Ergebnis: Die prognostizierte elektromagnetische Belastung für die Anwohner bleibt weit unter dem vorgeschriebenen Grenzwert. Dennoch machen sich viele Anwohner Sorgen. Lob gibt es aber auch.

Die Messungen wurden an sechs Punkten in Wulfertshausen, Stätzling und Haberskirch durchgeführt. Insgesamt soll die Belastung mit dem neuen Mast nicht großartig steigen. „Selbst zehn neue Türme wären vermutlich noch innerhalb der Grenzen“, rechnete Modt vor.

Trotz der Erklärungen war die Stimmung bei den in etwa 40 Zuhörern angespannt. Den technisch anspruchsvollen Ausführungen des Ingenieurs konnten nicht alle folgen. „Die Verwirrung ist nachvollziehbar. Die Herleitung im Gutachten ist wenig verständlich. Ich habe zwar keine Angst vor der Strahlung, aber schön ist der Mast nicht“, sagte Reinhard Lindermeir (Wulfertshausen). Dementsprechend viele Fragen stellten die Bürger, die nicht alle zu ihrer Zufriedenheit beantwortet wurden.

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Ein Anwohner aus Haberskirch bezweifelt sogar die Richtigkeit des Gutachtens: „Ich bin von den Ergebnissen nicht überzeugt. Sollten die Prognosen stimmen, wandere ich aus.“ Die Verunsicherung und die Bedenken bleiben auch nach der dritten Informationsveranstaltung bestehen.

So auch bei Constanze von Tucher (Stätzling): „Die Ungewissheit ist groß. Es gibt bereits jetzt erkrankte Einwohner. Ich hätte mir mehr Engagement bezüglich anderer Lösungen gewünscht. Meine Sorgen sind nicht kleiner geworden.“ Vor allem die Belastungsfrage treibt die Bürger um. Auch ein medizinisches Gutachten wurde gefordert. Friedbergs Bürgermeister Roland Eichmann entgegnete: „Eine medizinische Untersuchung ist nicht notwendig, da Grenzwerte eingehalten.“ Dies sei darin begründet, dass die Weltgesundheitsorganisation die Werte festlege.

Kritisiert wurde eine „Geheimniskrämerei“. Viele Anwesende hätten sich das Gutachten vorab gerne durchgelesen. „Dann wäre ich besser vorbereitet gewesen“, meinte eine Frau. Verwundert kommentierte ein Mann die Prognosen: „Manche Werte sollen nach dem Bau besser sein als zuvor. Lächerlich.“

Doch es gab auch positive Reaktionen. „Das Engagement der Stadt ist hoch. Die Probleme wurden offen angesprochen“, sagte ein Bürger aus Friedberg-West. Das sah auch ein anderer so: „Ich fühle mich gut informiert und kann nun selbst entscheiden.“

Die Stadt wird das Gutachten nun größtenteils öffentlich machen. Eine endgültige Entscheidung für den Bau des Masts steht noch aus. Am Dienstag, 3. März, wird der Antrag im Umweltausschuss behandelt.

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