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03.03.2011

Verkehrsleitsystem erntet auch in Friedberg Lob

An der B300 zwischen Seestraße und La-Crosse-Ring steht bereits diese Hinweistafel. Bei Stau in Richtung Augsburg empfiehlt sie Autofahrern künftig, die Umleitungsstrecke zu nutzen.

Trotz des Rückbaus sind die befürchteten Staus ausgeblieben. Augsburg trägt die Kosten allein

Friedberg Herta Widmann arbeitet in einer Arztpraxis beim Schwabencenter. Von Rederzhausen nach Augsburg ist die CSU-Stadträtin kaum einmal länger als 15 Minuten unterwegs, egal ob sie morgens, mittags oder abends fährt. Möglich macht das ein neues Verkehrsmanagementsystem, das Ampelphasen selbstständig an die jeweilige Fahrzeugdichte anpasst. „Ich finde es gut“, lobte Widmann im Bauausschuss des Stadtrats. Und auch die meisten ihrer Kollegen mussten einräumen, dass die befürchteten Dauerstaus auf der Friedberger Straße ausgeblieben sind.

Zuvor hatten Dr. Christoph Hessel und Dr. Gerhard Listl von der Firma gevas, die mit der Entwicklung des Verkehrsmanagementsystems beauftragt war, die Funktionsweise erklärt. Das System basiert im Wesentlichen auf zwei Säulen, nämlich variablen Ampelphasen, die der Verkehrsdichte angepasst werden, und der Anzeige von Umleitungsstrecken, auf die der Verkehr bei Staus gelenkt werden soll. Die Kosten für dieses System trägt die Stadt Augsburg, Friedberg muss sich nicht beteiligen, bestätigte der Leiter des Augsburger Tiefbauamts, Josef Weber. Anders als bei vorangegangenen Sitzungen bekam Weber diesmal Freundlichkeiten zu hören. CSU-Fraktionschef Thomas Kleist bat ihn, den Dank an die Augsburger Stadtregierung auszurichten. „Sie haben sehr viel Geld in die Hand genommen aufgrund der Befürchtungen aus Friedberg. Wie es im Moment ausschaut, klappt alles.“

Zu normalen Zeiten komme man relativ reibungslos ein und aus, bestätigte auch 3. Bürgermeister Manfred Losinger (CSU). Er vermutet allerdings, dass dies auch zulasten der Tramlinie geht. Die gevas-Vertreter räumten ein, dass hier zunächst noch erhebliche Optimierungen gelaufen seien. Inzwischen sei die Straßenbahn jedoch „stabil unterwegs“. Wolfgang Rockelmann (SPD/Parteifreie Bürger) hätte das dynamische Verkehrsinformationssystem gerne bis Dasing ausgeweitet, um Autofahrer auf die A8 statt auf die B300 zu leiten.

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Die Schwellenwerte für die Umleitungen wurden laut Baureferent Carlo Haupt nach objektiven Kriterien entwickelt und von der Regierung von Schwaben genehmigt. „Augsburg darf nicht beliebig am Schräubchen drehen“, entgegnete er auf die Sorge von 2. Bürgermeister Roland Fuchs (SPD), der große Nachbar könnte den Verkehr umleiten oder aussperren, etwa um die Feinstaubbelastung zu senken.

Kritik kam nur von Johannes Hatzold (Freie Wähler), der ebenfalls in Augsburg arbeitet. Ob mit dem Auto, mit der Tram oder zu Fuß – „komischerweise funktioniert immer das Verkehrsmittel, das ich wähle, nicht“, berichtete er. Zudem sei angesichts der Baustelle am Schwabencenter nach wie vor weniger Verkehr auf der Friedberger Straße unterwegs und das System daher noch nicht unter regulären Bedingungen erprobt.

Deutlich weniger Autos auf der Afrabrücke

Dass die Verkehrsbelastung im Bereich der Afrabrücke von 44000 auf rund 32000 Fahrzeuge am Tag zurückgegangen ist, bestätigte Christoph Hessel von gevas. Das war jedoch beim Bau der Straßenbahnlinie6 von Anfang an beabsichtigt. (gth)

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