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Mering

17.09.2017

Verkostung an der Meringer Trinkwasser-Bar

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3 Bilder
Edith und Thomas Schnitzler mit „Mundschenk“ Stefan Gaßner bei der Wasserprobe an der Trinkwasserbar beim Meringer Wasserwerk.
Bild: Manuela Krämer

Zum ersten Mal besichtigen die Meringer den neuen Hochbehälter. Was die Besucher besonders interessiert

 Woher kommt das Meringer Wasser und wie funktioniert der neue Hochbehälter? Diese und viele weitere Fragen beantworteten Wassermeister Norbert Gerlsbeck und seine Mitarbeiter am Samstag. Die Anlage am Spielberg in Meringerzell war zur feierlichen Eröffnung des neuen Hochbehälters mit Hüpfburg, Festzelt und Verpflegungsständen geschmückt. Die Besucher konnten die Anlage besichtigen und sich die Technik erklären lassen.

Vor der Besichtigung sprachen Bürgermeister Hans-Dieter Kandler und Ingenieur Harald Kienlein vom gleichnamigen Bauingenieurbüro ein paar Grußworte, außerdem wurden feierlich Schlüssel und Plakette an die Gemeinde überreicht. Grund zum Feiern gab es, schließlich wurden die geplanten Kosten von 3,07 Millionen Euro nur um 130000 Euro überschritten, fasst Kandler zusammen. Um die dringend erforderliche Erneuerung zu finanzieren, werde nun der Wasserpreis erstmals seit 20 Jahren geringfügig erhöht. Kandler kündigt etwa 10 bis 15 Cent pro Kubikmeter Wasser an. „Im Durchschnitt sind das für jeden Haushalt etwa 30 Euro pro Jahr.“

Sparsam waren sie, bestätigt auch Ingenieur Kienlein und lässt die Bauphasen noch einmal Revue passieren. Er erinnert an Probleme mit der Entsorgung der enormen Erdmassen vom Aushub für den Hochbehälter und an eine kurzfristige Verschmutzung in der Wasserleitung. Doch auch von der einzigartigen Technik, mit der der Mantel der Edelstahltanks automatisch und sicher verschweißt wurde, schwärmt er. „Es gibt nur drei Firmen in Europa, die das Patent auf diese Schweißroboter haben“, begeisterten sich Kienle und der Bürgermeister. Auch der Bürgermeister aus Petersdorf ist extra gekommen, um sich die HydroSystemTanks, die das Meringer Wasser behüten, anzuschauen.

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Der Tag, an dem die Ravensburger Firma Hydro Elektrik zum Spielberg kam, um die Edelstahltanks aufzustellen, sei etwas ganz Besonderes gewesen, bestätigen die Mitarbeiter des Wasserwerks. Beeindruckend sei das gewesen, besonders der Aufbau „Ring für Ring“ und, wie der Schweißroboter jedes Mal um die Tanks herumgefahren sei. Alles hinter verschlossener Tür, wohl aus Angst vor Industriespionage.

Einzigartig sei auch das automatische Reinigungssystem. Damit werden die Wände von innen hochdruckgereinigt, ohne dass der Behälter betreten werden muss, erklärt Maik Philipp. Der Wasserwerksmitarbeiter steht ganz oben auf den Tanks und beschreibt Michael Summer und Maximilian Wagner, wie er auf das Dach der Tanks steigt. „Gesichert, wie beim Bergsteigen“, staunen die Burschen aus Meringerzell. Doch das käme nur selten vor, sagt Philipp, denn zum Kontrollieren des Speicherinhalts stehen den Mitarbeitern einzelne Bedienpodeste zur Verfügung. Das sei viel bequemer und sicherer, als bei den alten Betonbecken.

Auch Luca Doblinger (zwölf Jahre) hat sich die steile Eisentreppe hochgewagt. Jetzt blickt er durch die Bullaugen ins beleuchtete Innere der Tanks. „Sieht aus, wie im Schwimmbad“, findet der Bub.

Sogar von so weit oben sieht der Wasserwürfel am Fuß der Tanks noch riesig aus. Er soll den Besuchern zeigen, wieviel Wasser ein Kubik ist. „Ich bin 1000 Liter“, steht auf dem blauen Würfel. Sein Inhalt in Wasser kostet genauso viel, wie drei Flaschen Mineralwasser im Laden, stellen Michael Dudella und Tochter Miriam (neun Jahre) begeistert fest.

Und wie schmeckt das Meringer Wasser? Das kann man an der „Trinkwasser-Bar“ testen. Hervorragend, nicken Edith und Thomas Schnitzler aus Merching.

Blazi Bondroit und Ludwig Holzleitner interessieren sich für die Druckerhöhungsanlage und die Technik an den Schaltschränken. Auf dem Touchscreen-Bildschirm, der auf Fingerdruck reagiert, sehen sie den Füllstand der Tanks. Nur die Minimal- und Spitzenwerte werden noch von Hand aufgeschrieben, den Rest erledigt der Computer, erfahren sie.

„Gigantisch“, fasst die neue Anlage Jörg Häberle aus Mering zusammen. Gemeinsam mit seiner Frau habe er die Planungs- und Bauphase von 2011 an verfolgt, nun sei sie endlich fertig.

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noch mehr Bilder vom Tag der offenen Tür unter

friedberger-allgemeine.de/Bilder

Eine Broschüre rund um den Hochbehälter sowie „Das kleine Trinkwassermalbuch“ sind im Rathaus und am Bauhof, Friedenaustraße 18, kostenlos erhältlich. Das Malheft hat Nicole Gaßner extra für Kinder zusammengestellt. Es ist auch für Erwachsene sehr interessant.

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