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Vortrag

13.05.2011

Vision einer „Sozialen Stadt“ realisieren

Friedrich Graffe

Arbeitslosigkeit und Armut gehören zu den Hauptproblemen bayerischer Kommunen

Friedberg Wie können Probleme wie Armut, Ausgrenzung und Fremdenfeindlichkeit in der modernen Stadt überwunden werden? Zu dieser Frage hielt Friedrich Graffe ( SPD) auf Einladung des SPD-Ortsvereins einen Vortrag im Café Jedermann’s. Graffe war 17 Jahre lang Sozialreferent der Stadt München. Aufgrund seines Engagements wurde der Landeshauptstadt im Jahr 2010 das Qualitätssiegel „Soziale Stadt“ verliehen. Graffe stellte den Anwesenden seine Vision vor.

„Wir müssen die unterschiedlichen Akteure in der Stadtgesellschaft zusammenführen“, sagte der Referent. Nur die Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft, Medien, der Bürgerschaft und den Verbänden, ermögliche die Verwirklichung der „Sozialen Stadt“. „Die anderen an ihre Verantwortung erinnern und einbinden“, so nannte Graffe das Ziel. Vor allem das Problem Arbeitslosigkeit und Armut sei für die Kommunen eine große Herausforderung. Armut habe vielfältige Folgen: „Sie macht krank, bringt Hunger, vernichtet Chancen und blockiert Zukunft – sie zerstört Selbstvertrauen und führt zur Isolation.“

Die Löhne seien dabei entscheidend. „Das Einkommen muss ausreichen, um eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen“, forderte Graffe. „Wir dürfen uns nicht der Illusion hingeben, dass die Arbeitslosigkeit weniger wird.“ Vor allem die Langzeitarbeitslosen profitierten nicht vom wirtschaftlichen Aufschwung. „Armut als Dauerzustand ist unsozial und einer reichen Gesellschaft unwürdig“, sagte Graffe. Dies stelle eine erhebliche Gefahr dar, da sich die Betroffenen abschotten würden. Vor allem die Altersarmut sei bedenklich: „Jeder zweite Langzeitarbeitslose in Bayern ist über 50 Jahre alt.“

Vision einer „Sozialen Stadt“ realisieren

Graffe nannte Wege aus der Krise: „Es braucht eine Vielzahl von Akteuren und Problembewusstsein, um das zu überwinden.“ Das Thema Armut solle öffentlich gemacht werden, regelmäßige Berichte die Entwicklung genau beobachten. „Mit Möglichkeiten zur Teilhabe und Integration muss reagiert werden, um die Abspaltung eines Teils der Bevölkerung zu verhindern“, sagte Graffe. Um Kinderarmut zu bekämpfen, brauche es einen Ausbau der Kindertagesbetreuung, damit die Eltern weiterhin ihrer Arbeit nachgehen können. Graffes Vision sei es, dass die Wirtschaft den „Kindergarten im Betrieb“ realisiere.

Eine enge Kooperation mit den Schulen und frühzeitige Fördermaßnahmen seien ebenfalls anzustreben: „Wir züchten uns selber eine Generation, die ohne Chance ist, wenn sie in der Schule nicht gefördert wird.“ Abschließend ging Graffe auf die Integration von Migranten ein. Das Angebot von Sprachkursen sei dabei ebenso entscheidend, wie die Anerkennung auswärtiger Schul- und Berufsabschlüsse. Um Lösungen vor Ort finden zu können, hat die Friedberger SPD den „Arbeitskreis Gesellschaft/Arbeit/Soziales“ gegründet.

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