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Musik in Merching

14.10.2017

Von Elvis Presley inspiriert

Bei der Sommerserenade begeisterten die Kickstarters am Mandichosee. Am Schlagzeug sitzt ein ambitionierter Musiker aus Merching.
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Bei der Sommerserenade begeisterten die Kickstarters am Mandichosee. Am Schlagzeug sitzt ein ambitionierter Musiker aus Merching.
Bild: Christina Riedmann-Pooch (Archiv)

Multitalent Fabian Schäffler aus Merching spielt Gitarre, Klavier und Schlagzeug bei den Kickstarters. Bald macht er sein Hobby zum Beruf.

Unterricht hat er nie gehabt, aber wenn Fabian Schäffler hinter seinem Schlagzeug sitzt, legt er los wie ein Profi mit langjähriger Bühnenerfahrung. Dabei ist der Musiker aus Merching erst 24 Jahre und hat seine Ausbildung noch vor sich: Nach dem Betriebswirtschafts-Studium in Augsburg, das in wenigen Wochen endet, will er in München Tontechniker lernen und so sein Hobby zum Beruf machen.

Das musische Talent hat er so wie sein älterer Bruder Sebastian offensichtlich geerbt, denn ihr Vater spielt Gitarre; so gibt es zum Beispiel an Weihnachten eine Hausband in der Kolpingstraße. „Weil mir der Klavierunterricht absolut keinen Spaß gemacht hat und ich als Kind lieber auf allen möglichen Gegenständen herumgetrommelt habe, gab es schließlich ein Schlagzeug“, erzählt der Autodidakt. Nachdem er sich die wichtigsten Techniken auch mithilfe des Internets selbst beigebracht hatte, sorgte er in der Big Band des Augsburger Diesel-Gymnasiums und zusammen mit seinem Bruder in der Gruppe High Voltage für den richtigen Rhythmus.

Saltate!, auf Deutsch „Tanzt!“, heißt die aktuelle Band aus Mering, mit der Fabian und sein Kumpel Philipp Hatlapatka unterwegs sind und auf Hochzeiten Standardtänze spielen. Letzterer hatte die Idee, eine stilechte Rock-’n’-Roll-Gruppe im Fifties-Stil zu gründen; so nennen sich die beiden auf der Bühne jetzt Phil Igran und Fabs O’Truss und bilden eine Hälfte des Quartetts The Kickstarters – benannt nach dem Anlasser, mit dem man früher Motorräder starten musste.

Seit ihrer Gründung vor vier Jahren sind die jungen Rocker richtig durchgestartet und bereits im Vorprogramm der Spencer Davis Group sowie der Spider Murphy Gang vor 2000 Zuhörern aufgetreten. „Wir haben viele Ohrwürmer der Boogie- und Rock-’n’-Roll-Ära im Repertoire und mischen sie mit unseren Kompositionen im modernen Stil“, erzählt Fabian mit berechtigtem Stolz: Die vier haben bereits zwei CDs mit eigenen Titeln produziert und durch mehrere Dutzend Auftritte pro Jahr auch selbst finanziert.

„Wir waren auch schon in Hannover und Österreich unterwegs, aber leider gibt es immer weniger Liveklubs“, sagt der Drummer. Und die Veranstalter bezahlen auch immer weniger, gemessen am Aufwand, den die meisten Musiker mit Anreise, Aufbau, Soundcheck, Auftritt, Abbau und Heimreise betreiben müssen. „Die Rolling Stones, für deren München-Konzert mir meine Freundin Lisa eine Karte geschenkt hat, hatten es da mit ihren vielen Helfern schon wesentlich einfacher.“

Obwohl die Kickstarters deren Enkel sein könnten, treten die jungen Wilden sehr selbstbewusst auf wie vor wenigen Wochen bei einem umjubelten Freiluftkonzert am Mandichosee; auch Bürgermeister Martin Walch war voll des Lobes und erinnerte sich an seine eigene Jugend. Ob Ray Charles, Jerry Lee Lewis oder Elvis Presley - ohne Scheu vor den großen Namen spielt die Band deren Welthits in Original-Arrangements nach. Dabei ist der Mann an der Schießbude die treibende Kraft und sorgt für Dynamik und Groove wie einst seine berühmten Kollegen Gene Krupa, Sandy Nelson oder John Bonham, der ehemalige Schlagzeuger von Led Zeppelin.

„Es ist schon ein geiles Gefühl, wenn die Energie zwischen Musikern und Zuhörern hin- und herfließt“, sagt Fabs, der sich zum stillen Üben zu Hause jetzt ein E-Drum-Set zugelegt hat. In seinem Zimmer hängen mehrere Gitarren und ein Banjo an der Wand, auch einige Gesangsstunden hat er genommen, „damit wir zum Beispiel bei Doowop-Songs die Hintergrund-Harmonien richtig hinkriegen“.

Zu seinen Lieblingsinterpreten aus den 1950er-Jahren gehören Chuck Berry und Elvis Presley, aber natürlich hört der 24-Jährige auch aktuelle Hits und nutzt dabei moderne Digital-Medien statt einer altmodischen Musikbox, in der sich früher Single-Schallplatten aus Vinyl drehten. „Unser handgemachter Rock’n’Roll bringt unglaublich viel Spaß“, stellt Fabian fest, „aber es stecken viel Mühe und Probenarbeit hinter dem, was auf der Bühne so locker ausschaut.“

Ihre erfolgreich gestartete Karriere baut die Amateurgruppe mit professionellem Anspruch aus und hat für ihre beiden CDs aufwendige Booklets mit vielen Fotos und allen Songtexten gestaltet. Auch auf Facebook und im Internet kann man die Kickstarters finden. Für ihre wachsende Fangemeinde gibt es bei den Konzerten auch immer einen Merchandising-Stand mit bedruckten Jacken, Tassen und T-Shirts.

„Neue Lieder haben wir bereits in Arbeit“, verrät der Drummer, dessen beruflicher Zukunftstraum ein eigenes Tonstudio ist. Wenn er nicht gerade Sounds am Computer zusammenbastelt, im Probenraum oder auf der Bühne steht, begibt er sich gern aufs Glatteis: In den kommenden Wintermonaten wird er in Augsburg Eishockey spielen.

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