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Gastronomie– Serie (2)

23.08.2012

Weißwurst-Eldorado liegt in Baindlkirch

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Frisch aus dem Kessel kommen die Weißwürste und das ist auch das Geheimnis, warum so viele Besucher aus der ganzen Region nach Baindlkirch kommen (oben). Die Freunde Franz Wasmeier aus Ried und Anton Schneider aus Baindlkirch treffen sich seit vielen Jahren jeden Donnerstag zum Weißwurstessen.

Die hausgemachte Spezialität ist weit über die Landkreisgrenzen hinaus beliebt.

Nicht nur München gilt als Mekka für Weißwurstfans. Im Altlandkreis Friedberg hat sich eine richtige Szene gebildet und zieht Besucher sogar aus der bayerischen Metropole an. Wir stellen in einer kleinen Serie einige der Lokale vor, die für ihre guten Weißwürste bekannt sind.

Baindlkirch Bereits von Weitem kündigt sich an: Hier muss es sein – das traditionelle Weißwurstfrühstück der Familie Neumeier. Autos mit Kennzeichen aus verschiedenen Landkreisen und ein reges Treiben rund um das am Feldrand gelegene Gelände der Metzgerei lassen keinen Zweifel: Man ist angekommen im Weißwurst-Eldorado Baindlkirch.

Seit 1984 bietet die Familie Neumeier hier jeden Donnerstag frische Weißwürste aus eigener Herstellung, Brezen und andere regionale Spezialitäten an. „Unsere Gäste schätzen die hohe Qualität der Produkte“, weiß Peter Neumeier, der Inhaber des Familienbetriebs.

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Das Herz der Anlage besteht aus einem von außen unscheinbaren Gebäude. Innen angekommen, sorgt eine ausgeprägte Geräuschkulisse zusammen mit dem Geruch frisch gebrühter Würste für Festzeltatmosphäre. Vom Inneren des betriebsamen Gastraumes, bestückt mit Bierbänken und -tischen und eingerahmt von bayerischen Wandmalereien, führt eine direkte Verbindung ins Allerheiligste – einer für jeden Gast einsehbaren Küche, in der an guten Tagen bis zu 3000 Stück Weißwürste frisch hergestellt werden. „Vom Kuttern über das Spritzen bis hin zum Brühen wird alles selbst gemacht“, erzählt der Metzger Hans Eder. Um den optimalen Geschmack zu erhalten, sei es wichtig, die Weißwürste nicht zu lange zu brühen, weiß er: „20 bis maximal 30 Minuten sind optimal. Alles, was darüber hinaus geht, laugt die Würste aus.“

Die Gäste sind sich jedenfalls über den guten Geschmack der Weißwürste einig. Und einige können gar nicht genug von der bayerischen Spezialität bekommen. „Wenn’s pressiert, ess’ ich auch zehne oder zwölfe“, sagt Rudi Unfried, der unter seinen Kollegen, mit denen er zum Mittagessen gekommen ist, für seinen großen Appetit bekannt ist.

Viele kommen aber nicht nur wegen des Essens, sondern auch, um einfach mal ein wenig auszuspannen. So wie die Freundinnen Petra Berglmeir und Natascha Gebauer: „Wir haben beide einen Tag frei, da dachten wir uns, lass uns herfahren, etwas Gescheites essen und einfach ein wenig ratschen.“ Das gepflegte Gespräch schätzt auch die achtköpfige Herrenrunde um Sepp Seewald, der bereits seit 25 Jahren nach Baindlkirch kommt. „Wenn man schon daheim nix zu sagen hat, hier kann man sich austauschen“, sagt Günther Freygang schmunzelnd. Dafür nehmen sie mehrmals im Jahr die einstündige Fahrt vom Starnberger See nach „Schwaben“ auf sich, wie sie sagen. Besonders angetan hat es ihnen die einmalige Atmosphäre. „Hier trifft man immer nette Menschen, die von überall herkommen – das ist wie eine große Familie“, schwärmt Paul Morsbach.

Das weiß auch Peter Neumeier zu bestätigen: „Hier sitzen Rechtsanwälte, Rentner und Arbeiter gemeinsam an einem Tisch.“

Und an ganz besonderen Tagen kann es auch schon einmal vorkommen, dass eine Hubschrauberstaffel der Bundeswehr auf der angrenzenden Wiese landet, kurz zum Essen vorbeikommt und anschließend wieder weiterfliegt, erzählt Neumeier.

Thomas Landau ist zwar nicht mit dem Hubschrauber gekommen, dafür hat er die 50 Kilometer lange Strecke von seiner Heimat in Inning am Ammersee nach Baindlkirch mit dem Mountainbike zurückgelegt. Für ihn ist es heute eine Premiere. „Ich habe schon seit Längerem davon gehört und jetzt bei dem schönen Wetter habe ich die Gelegenheit genützt und bin hergefahren.“ Wegen des Tourismus gebe es in seiner Heimat am Ammersee die ganze Woche über Weißwürste. „Ich finde es eine nette Idee, das nur einmal die Woche anzubieten, so ist es etwas Besonderes.“

Weißwurstessen in Baindlkirch findet jeden Donnerstag ab 7 Uhr bei Familie Neumeier, Rettenbachstraße 11, statt.

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