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Justiz

26.02.2018

Wenn die Fahrscheinkontrolle eskaliert

Ein 19-Jähriger fährt ohne Ticket, wird erwischt und versucht dann zu flüchten

Eigentlich ging es nur um einen Betrag von 1,35 Euro. So viel kostete im vergangenen Sommer noch ein Kurzstreckenticket des Augsburger Verkehrsverbundes. Den Preis wollte ein 19-Jähriger aus Friedberg allerdings nicht bezahlen. Er fuhr ohne Fahrschein, wurde erwischt und landete jetzt vor Gericht.

Weil er gegenüber den beiden Fahrscheinkontrolleuren einen falschen Namen angab, verständigten diese die Polizei. Als die Kontrolleure mit dem Schwarzfahrer an der Endhaltestelle Friedberg-West auf die Polizei warteten, versuchte der 19-Jährige plötzlich zu fliehen. Die beiden Kontrolleure hielten ihn fest. Dabei fügte der Schwarzfahrer ihnen Blutergüsse und eine Schürfwunde zu.

Deshalb warf ihm die Staatsanwaltschaft in der Anklage auch nicht nur das Schwarzfahren, sondern auch vorsätzliche Körperverletzung vor. Aus diesem Grund wurde der Fall vor dem Amtsgericht öffentlich verhandelt. Für Schwarzfahren erlässt das Gericht normalerweise nur einen Strafbefehl. Wie der junge Mann aussagte, wollte er niemandem wehtun. Er wollte einfach nur abhauen. Dass er mit Absicht schwarzgefahren sei, gab er sofort zu. Als die beiden Kontrolleure ihre Zeugenaussagen machten, entschuldigte sich der 19-Jährige mehrmals bei ihnen. „Haben Sie was daraus gelernt?“, wollte Jugendrichterin Grosse zum Ende der Beweisaufnahme wissen. Er werde nie wieder schwarzfahren, beteuerte der 19–Jährige.

Die Richterin verurteilte den jungen Mann schließlich wegen Schwarzfahrens und vorsätzlicher Körperverletzung zu 56 Sozialstunden. Und verabschiedete den Schwarzfahrer mit den Worten: „Ich hoffe, dass wir uns hier nie wieder sehen.“ (Foto: Anne Wall)

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