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Egling 

07.01.2020

Widmanns Wirtshaus in Egling steht vor großen Problemen

Das Gasthaus Widmanns am Ortseingang von Egling steht wieder leer.
Bild: Thorsten Jordan

Plus Nach dem dritten Wechsel seit dem Tod ihres Bruders 2015 stehen Heinrich Widmann und Christine Klaßmüller in Egling wieder ohne Pächter und Konzession da.

Heinrich Widmann hat sich mit seinem Kabarettl, das in 2002 gestartet war, in den vergangenen etwa 18 Jahren einen Namen gemacht. Das neue Jahr hat für den Organisator der Kabarett- und Kleinkunstveranstaltungen allerdings mit Schwierigkeiten begonnen. Nach dem dritten Pächterwechsel in vier Jahren steht er nun wieder ohne Pächter da und muss seine Veranstaltungen an andere Orte auslagern. Der Kabarettabend mit einem satirischen Jahresrückblick von Holger Paetz fand zuletzt dank Familie Huster in deren Weinstadel in Schmiechen statt.

Der letzte Pächter des Gasthauses Widmann in Egling kam erst im Juni vergangenen Jahres und hat gerade einmal ein halbes Jahr den Gasthof geführt. Dann hat er von seinem Sonderkündigungsrecht Gebrauch gemacht. Auf Frage der Redaktion, ob der Betreiber das Handtuch zu früh geschmissen habe, meinte Heinrich Widmann: „So eine Existenzgründungphase dauert schon zwei Jahre, und die Vorpächter haben dem Ruf des Gasthofes eher geschadet. Die Arbeitszeit und Personalsorgen haben bestimmt auch eine Rolle gespielt.“ Warum es landesweit ein Wirtesterben gebe, habe schon seine Gründe. Aber das sei ein anderes Thema. „Da könnte ich fast einen Aufsatz schreiben“, sagt Widmann.

Der Tod von Franz Widmann versetzte der Familie einen schweren Schlag

Voller Hoffnung sei man im Sommer 2019 gewesen, und es könne kaum an der Pacht liegen, zeigt sich Widmann überzeugt. „Die war nicht hoch.“ Die Probleme des gut laufenden Gasthofs begannen im November 2015, als Franz Widmann, der Bruder von Heinrich Widmann, völlig überraschend im Alter von 49 Jahren starb. Mit dem Tod des Wirts musste das Gasthaus von einem Tag auf den anderen schließen. Erst ein Jahr später fanden die Erben der Traditionsgaststätte nach langer Suche einen neuen Pächter. Doch das Glück war Heinrich Widmann und seiner Schwester Christine Klaßmüller nicht lange hold. „Für uns brach damals mit dem Tod des Bruders eine Welt zusammen“, erzählt Heinrich Widmann.

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Lange Zeit war die Zukunft des Hauses ungewiss. Auch ein Verkauf der Immobilie an die Gemeinde stand im Raum, um das Wirtshaus zu erhalten. Kurzfristig war auch die Unterbringung und Betreuung von Asylbewerbern in dem Gebäudekomplex, der auf rund 12000 Quadratmetern Grund steht, im Gespräch. Doch beim Kaufpreis wurden sich 2016 Erbengemeinschaft und Kommune nicht einig.

Widmanns Wirtshaus ist auch für Tanz, Kabarett und Musik bekannt

Franz Widmann hatte den Betrieb, den sein Großvater im Jahre 1925 eröffnet hatte, in der dritten Generation geführt. Über die Landkreisgrenzen bekannt geworden war Widmanns Wirtshaus nicht nur wegen seiner gutbürgerlichen Küche, sondern auch wegen der zahlreichen Veranstaltungen, angefangen von Tanz über Kabarett bis hin zu Musik und Gesang. Im Saal beim „Heini“ war immer gute Stimmung. „Damals musste ich wegen schwerer Krankheit meinen Beruf an den Nagel hängen, war plötzlich Rentner“, erzählt Heinrich Widmann. „Da habe ich als Organisator von Kleinkunstveranstaltungen eine Beschäftigung gefunden, die mir sehr viel Freude bereitet hat.“

Mit den Mehlprimeln fing es im Sommer 2002 an. Geisterfahrer Silvano Tuiach folgte ein im Januar 2003. „Irgendwann mal waren es 16 Termine im Jahr. Das war schon enorm“, sagt Widmann rückblickend. „Aber egal was war, ich habe nie eine Veranstaltung abgesagt.“ So erwarb sich Widmann einen guten Ruf bei den Künstlern, das wurde immer wieder bei Auftritten bestätigt.

Widmanns Wirtshaus in Egling braucht dringend Unterstützung

Nun sieht es nicht gut aus für Widmanns Traditionsgaststätte in Egling. „In meiner eigenen Wirtschaft, in der ich vor 63 Jahren zur Welt kam, kann ich keine Veranstaltung mehr machen. Ich habe keine Gaststättenkonzession.“ Man bräuchte dringend Unterstützung, um eine zukunftsfähige Lösung zu finden, sagen die Erben. Der Gasthof liegt am Südrand von Egling bereits außerhalb des Bebauungsplans. Die Bahnlinie ist die Grenze zum Außenbereich. Brandschutz und Statik, alles sei im Lot, betonen sie.

Trotz der schwierigen Situation will Heinrich Widmann den bereits gebuchten Künstlern nicht absagen. Auch für den Veranstaltungstermin am 8. Februar mit Tom & Flo und Sound der 60er-Jahre wurden schon Karten verkauft. Dieser Abend findet in der Schmiechachhalle statt. Insgesamt sind dort für dieses Jahr fünf Termine vereinbart. Ob es anschließend weitergeht? „Das weiß ich noch nicht. Das hängt auch davon ob, ob die Besucher der Kleinkunstabende gerne und zahlreich nach Schiechen kommen werden.“

Bewerbungen als Pächter können an info@widmanns-kabarett.de geschickt werden.

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