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Ortsgeschichte in Mering

04.11.2019

Wie lebte es sich in alter Zeit in Mering?

Der Meringer Ortschronist Franz Knittel beschreibt in „Alt Mering“ die Zeit von 1825 bis 1925 in seiner Heimatgemeinde Mering.
Foto: Heike Scherer

Der passionierte Ortschronist Franz Knittel beschreibt in seinem Buch „Alt-Mering“ die Zeit zwischen 1825 und 1925.

Professor Jürgen Löchter, der mit Franz Knittel Musik studierte, bezeichnet das Werk „Alt-Mering“ mit 500 Seiten schon jetzt als einen Bestseller, der in lebendiger, gut lesbarer Sprache viele interessante Einzelheiten über das private Leben der Bürger Merings im 19. und frühen 20. Jahrhundert verrät. Es gewährt Einblick in die Entwicklung der Siedlungs- und Infrastruktur, berichtet über die Landwirtschaft, Handwerkskünste, die Geschäfte und wichtige Persönlichkeiten in Mering.

Einige Exemplare des Buches, an dem er ein Jahr lang schrieb, hat Franz Knittel bereits verkauft und ausschließlich positive Rückmeldungen erhalten. Wer sich dafür interessiert, kann es nur bei dem Autor selbst erwerben. Inzwischen arbeitet er schon am nächsten Band „Mering von 1926 bis heute“.

Als Mering noch Möringen hieß

Um 1900 fuhren Ochsenfuhrwerke durch das Meringer Ortszentrum, das früher „Möringen“ hieß, verrät ein Foto auf der ersten Seite. Das Buch enthält viele Details über die Lebensumstände der Bewohner von Mering. „Die Jugend ging meist barfuß zur Schule, weil die Eltern ihnen nicht ständig neue Schuhe kaufen konnten. Nach der Schule hüteten die Kinder die Kühe bei den Bauern“, verrät Franz Knittel.

In seinen Recherchen fand der Autor heraus, dass die Kinder vor der Schule die Milch bei den Milchsammelstellen abliefern mussten und dass es oft einen Streit um das Ausleeren des Nachttopfs gab. Auch im Winter liefen die Kinder aus Meringerzell nach Mering zur Schule, erzählt er.

Franz Knittels Vater hatte im Ort eine Gastwirtschaft und ein Milchgeschäft. Wie bescheiden die Wünsche von Kindern zur damaligen Zeit für Weihnachten waren, weiß er von ihm: Ein zehnjähriges Mädchen wollte endlich wieder ein Paar Strümpfe ohne Löcher besitzen.

Was die Meringer damals aßen

Zur Erntezeit arbeiteten die Bauersfamilien 16 Stunden am Tag. Ab dem 18. Jahrhundert kamen Maschinen bei der Feldarbeit zum Einsatz. Ein Kapitel behandelt den Hausbau, wie die Menschen wohnten, was sie aßen und wie sie sich kleideten.

Damals gab es zum Frühstück einen Malzkaffee mit Brotstücken, mittags eine Suppe und ein Hauptgericht. Freitags war der Abstinenztag mit Mehlspeisen. Die Kinder mussten abräumen und den Abwasch erledigen. Mütter mit ledigen Kindern oder aus ärmlichen Verhältnissen wurden auf den Höfen als Dienstboten angestellt.

Meringer stellen alte Fotos zur Verfügung

Viele Fotos für sein Buch erhielt Franz Knittel von Privatleuten, wie das von einem Backofen, in dem von der Bäuerin oder Großmutter für mehrere Wochen das Brot gebacken wurde. Ab 1490 gab es den ersten Meringer Wochenmarkt, später sogar einen monatlichen Viehmarkt.

Franz Knittel widmet ein Kapitel dem Bauernkrieg im 16. Jahrhundert, beschreibt das Gesundheitswesen und die Markterhebung im Jahr 1912. Er geht auf das Armenhaus in der Boutevillestraße ein, beschreibt die damaligen Berufe des Wagners, Schäfflers, Schuhmachers, Spenglers und Kupferschmieds.

Eine Badeanstalt an der Paar in Mering

Der Leser erfährt Details über Geschäfte, Gasthäuser, die Badeanstalt an der Paar oder die Bierhallen- und Schwimmbaderöffnung an der Friedenau im Jahr 1929.

Bekannte Bürger und Bürgerinnen wie Josef Scherer, der Mering kampflos an die Amerikaner übergab, Eduard Ettensberger, den Gründer der Friedenau und vieler Vereine, erwähnt Franz Knittel. Um sein Buch schreiben zu können, besuchte er das Staatsarchiv und Bayerische Hauptstaatsarchiv in München, das Meringer Marktarchiv, recherchierte im Kreisheimatbuch Friedberg, im Meringer Anzeiger, im bayerischen Jahrbuch für Völkerkunde und in der Friedberger Allgemeinen.

Das Buch gibt es beim Autor zu kaufen

Das in Leinen gebundene 500 Seiten umfassende Buch „Alt-Mering“ ist nur bei Franz Knittel zum Preis von 29 Euro erhältlich. Der Autor ist telefonisch unter 08233/30115 erreichbar und wohnt in der Eckener Straße 27 in Mering.

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