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Mering

16.11.2017

Wie oft es zu Unfällen mit Chlorgas kommt

Bei dem Einsatz packte die Feuerwehr in Mering den Eimer mit den Chlortabletten in eine spezielle Tonne für Gefahrgut.
Bild: Maximilian Hölzl

In Mering rückt die Feuerwehr nach einem Vorfall in einem Dentallabor mit einem Großaufgebot an. Der Kreisbrandrat warnt davor, das chemische Mittel zu unterschätzen.

Aufregung herrschte in der Hermann-Löns-Straße in Mering. Wie berichtet, musste die Feuerwehr am Mittwochnachmittag aufgrund eines Chemieunfalls ausrücken. In einem Dentallabor hatten Mitarbeiter Chlorgas festgestellt. Wasser war in einem Eimer mit circa einem Kilogramm Tabletten geraten.

Wie Kreisbrandrat Christian Happach am Tag nach dem Großeinsatz auf Nachfrage unserer Zeitung erläutert, hat es die Feuerwehr eher selten mit Chlorgasunfällen wie dem in Mering zu tun. Zum Glück, denn der Stoff ist sehr gefährlich: „Es reizt die Atemwege“, sagt Happach. Im schlimmsten Fall, wenn größere Mengen im Spiel sind, können solche Unfälle tödlich enden. Laut Happach gab es in den vergangenen zehn Jahren im ganzen Landkreis vielleicht zwei oder drei Fälle. Happach steht zwar erst seit Juli an der Spitze der Feuerwehren im Landkreis, hat aber schon viel Erfahrung beim Dienst als Kreisbrandinspektor und in seiner Heimatstadt Aichach gesammelt.

Dort trat einmal im Freibad Chlorgas aus. Auch an einen Einsatz an der Dasinger Anlage und bei einem privaten Schwimmbecken in Kühbach erinnert sich der Kreisbrandrat. Happach erklärt, dass es in Bädern bei den Chlorgasanlagen zu Defekten kommen kann. Jedoch seien Warnmelder vorgeschrieben. „Da wird schon bei geringen Mengen Alarm geschlagen.“ Im privaten Bereich und bei Unternehmen sieht das anders aus. In wie vielen Firmen im Landkreis die Mitarbeiter mit Chlor arbeiten, kann Happach nicht sagen. „Es gibt keine Meldepflicht.“ Er schätzt aber, dass es sich meist nur um kleinere Mengen handelt.

Allerdings werden in Baumärkten Chlortabletten und ähnliche Mittel angeboten. Viele Menschen im Landkreis haben Swimmingpools oder stellen im Sommer Schwimmbecken im Garten auf. Die Tabletten dienen dazu, dass Wasser zu desinfizieren und Algenwachstum oder Trübungen zu verhindern. Happach empfiehlt, sich immer ganz genau an die Gebrauchsweisungen zu halten.

Bei dem Einsatz in Mering packten die Einsatzkräfte den Eimer mit den Chlortabletten in eine spezielle Tonne für Gefahrgut. Zuvor begleiteten die Retter etwa 45 Mitarbeiter aus dem Gebäude. Verletzt wurde bei dem Vorfall niemand.

Es waren die Feuerwehren aus Friedberg, Aichach und Mering im Einsatz. Wie der Kreisbrandrat erklärt, verfügen sie über eine spezielle Ausrüstung für Gefahrgut und die Mitglieder sind für diese Einsätze ausgebildet. Daher rücken bei einem Chemieunfall auch immer alle drei Feuerwehren an. „Besser am Anfang zu viele als zu wenig“, sagt Happach. Wer die Kosten für den Einsatz trägt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich, erklärt der Kreisbrandrat. Es hänge beispielsweise davon ab, ob der Verursacher mutwillig gehandelt habe. Bei Unfällen seien die Firmen aber seiner Erfahrung nach durch eine Versicherung abgesichert, die dann bei den Kosten einspringt.

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