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Ansiedlung in Mering

07.02.2018

Wie sicher kommt der Meringer Gewerbepark?

Für den Roboterhersteller Kuka plant der Logistiker Honold eine große Halle in Mering. Doch noch hat sich das Management nicht endgültig für den Standort entschieden.
Bild: Ulrich Wagner (Symbolbild)

Die Firma Kuka hat noch keine endgültige Entscheidung getroffen. Investor Honold ist aber zuversichtlich und hat den Bauantrag bereits eingereicht.

Viel diskutiert wird der geplante Gewerbepark Mering West. Von Seiten der Naturschützer und der Grünen formiert sich massiver Widerstand. Doch wie sicher ist die Realisierung des Projekts überhaupt?

Wie berichtet, möchte das Logistikunternehmen Honold aus Neu-Ulm für den Roboter-Hersteller Kuka eine große Halle errichten. Honold ist hier der Investor, Kuka würde als sein Mieter auftreten. Der Meringer Gemeinderat bringt dazu gerade einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan auf den Weg und Honold hat bereits den Bauantrag beim Landratsamt eingereicht.

Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt Kuka, dass Honold für den Roboterhersteller plant. Das Unternehmen schränkt jedoch deutlich ein: „Das Kuka-Management hat sich noch nicht endgültig entschieden“, sagt Konzernsprecherin Katrin Stuber-Koeppe. Kuka sei auf der Suche nach einem neuen Logistikzentrum. Das Angebot der Firma Honold mit dem Standort Mering sei eine Möglichkeit. „Das Konzept ist gut, doch andere haben auch Vorschläge, die es wert sind geprüft zu werden“. Wann eine definitive Entscheidung fällt, konnte die Sprecherin noch nicht sagen.

Hundertprozentige Gewissheit gebe es bisher tatsächlich nicht, erklärt Heiner Matthias Honold gegenüber unserer Zeitung. Er könne auch nur für sich selbst und nicht für Kuka sprechen. „Aber aus meiner Sicht bin ich sehr zuversichtlich, dass wir den Zuschlag bekommen. Ich sitze sozusagen schon im Bagger“, sagt er. Der Unternehmer will Mitte April den offiziellen Spatenstich vollziehen und sein Bauantrag liege bereits beim Landratsamt. „Wir sind ja auch ganz massiv in Vorleistung gegangen, das täte ich nicht, wenn ich nicht sehr sicher wäre“, sagt Honold. Seiner Meinung nach wäre Mering für den Roboter-Hersteller der denkbar beste Standort, die Lage sei eigentlich kaum zu übertreffen. Voraussetzung ist, dass es Mering gelingt, den Bebauungsplan aufzustellen. „Nach allen meinen Gutachten und Rechtsanwälten stehen die Zeichen auf Grün. Alle Voraussetzungen sind erfüllt“, meint Honold.

Das Landratsamt Aichach-Friedberg bestätigt, dass mit der Bearbeitung des Bauantrags begonnen wurde. „Abschließend können wir aber erst entscheiden, wenn der Bebauungsplan aufgestellt ist“, erklärt Wolfgang Müller. Es seien jedoch – zumindest bisher – keine größeren Punkte erkennbar, die das ganze Projekt grundlegend in Frage stellten, meint der Landratsamt-Sprecher. Im Moment befindet sich der Bebauungsplan nach einigen Änderungen in der erneuten öffentlichen Auslegung. Interessierte Bürger können ihn bis 9. März im Rathaus einsehen und dazu Stellungnahmen abgeben. Bereits bei der ersten Auslegung war eine regelrechte Flut an kritischen Rückmeldungen vor allem aus dem angrenzenden Ortsteil St. Afra eingegangen.

Für Bürgermeister Hans-Dieter Kandler ist der Gewerbepark aktuell das wichtigste Projekt in Mering. Er hofft auf eine Zusage von Kuka. Denn auch der Markt Mering hat in das Projekt viel Mühe investiert. „Wenn es nicht klappt, wäre es ungut und schade – aber es würde uns nicht umbringen“ meint der Bürgermeister. Der Gewerbepark würde dennoch kommen. „Dann würden wir zurückkehren zu einer Planung mit kleinräumigeren Grundstücken“, sagt der Bürgermeister. Diese würden dann über mehrere Jahre hinweg vermarktet. Das ist in seinen Augen im Vergleich der große Vorteil der Ansiedlung von Honold: innerhalb eines Jahres bekäme Mering die Kosten für den Ankauf der Grundstücke wieder zurück.

Sollte Mering alternativ planen müssen, ist dem Bürgermeister eines wichtig: „Wenn wir über eine Ansiedlung in der Größenordnung nachdenken, muss es mindestens ein Logistiker sein. Eine reine Spedition kommt für mich nicht in Frage“, stellt er klar. Es müsse schon eine Wertschöpfung für Mering sicher gestellt sein. „Diese Dinge entscheide ich aber nicht alleine, sondern darüber stimmt der Gemeinderat ab“, betont Kandler. Und dieser habe sich auch mehrheitlich für das jetzige Konzept des Gewerbeparks entschieden.

Dagegen positioniert hatte sich von Anfang an die Fraktion der Grünen mit ihren fünf Mitgliedern im Meringer Gemeinderat. Sie und viele Naturschützer warnen – auch in Zusammenhang mit der geplanten Osttangente – vor einer Industrialisierung des Lechfelds. Auch bei Kuka sind  Reaktionen zu dem Projekt in Mering eingegangen. „Wir kriegen schon Briefe von den Gegnern des Projekts“, sagt Sprecherin Katrin Stuber-Koeppe.

Das sei in dieser frühen Phase ungewöhnlich und unerwartet für den Konzern gewesen.

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