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Wintermarkt am Friedberger See: Eine Mehrheit für die Vernunft

Kommentar Von Thomas Goßner
16.10.2020

Plus Warum die Zustimmung zum mehrwöchigen Markt am Friedberger See das völlig falsche Signal gewesen wäre.

Altenheime und Krankenhäuser begrenzen den Zutritt, Schüler und Lehrer müssen in Quarantäne, Menschen dürfen sich nur noch in begrenztem Umfang treffen, Veranstaltungen werden abgesagt. Und in dieser Situation befasst sich der Friedberger Stadtrat allen Ernstes mit der Idee, einen mehrwöchigen Wintermarkt nach Vorbild des Münchner Tollwood-Festivals zuzulassen, bei dem sich im Laufe eines Abends wohl mehrere Hundert Personen auf überschaubarem Raum begegnen.

Gewiss - viele Menschen sind ausgehungert nach Kultur und Geselligkeit. Aber ausgerechnet in diesen Tagen, da weltweit die Zahl der Corona-Infektionen explodiert und Politik wie Wissenschaft zur Vorsicht mahnen, wäre die Zustimmung zum Wintermarkt am Friedberger See das völlig falsche Signal gewesen. Weihnachten 2020 ist definitiv nicht die Zeit für Party. Diese Botschaft sollten im Laufe dieser Woche eigentlich alle begriffen haben.

Brot-und-Spiele-Politik des Friedberger Stadtrats

Teile des Friedberger Stadtrats bleiben stattdessen unverdrossen bei der Brot-und-Spiele-Politik, die mit Veranstaltungen wie dem Samstagsmarkt, den Schlagertagen und dem Südufer-Festival schon mehrfach zu Bauchlandungen geführt hat. Ist es wirklich dies, was die Friedberger wollen und was das Leben in dieser Stadt ausmacht?

Die Stadtspitze setzt noch eins oben drauf und will Grundstück, Marktstände und Zäune kostenlos zur Verfügung stellen. Das mehrfach ins Feld geführte Argument, auch den Innenstadtwirten seien die öffentlichen Freiflächen im Corona-Sommer unentgeltlich überlassen worden, führt in die Irre: Nach dieser Analogie hätte die Stadt den Gastronomen auch Stühle und Tische gratis überlassen müssen.

Ein Wintermarkt am Friedberger See ist das falsche Zeichen

Zum Glück hat eine - denkbar knappe - Mehrheit des Stadtrats zu all dem Nein gesagt. Mag sein, dass die Mehrzahl der Infektionen gerade im häuslichen Bereich entsteht. Deswegen muss die Politik aber noch lange nicht mit der Genehmigung dieses Marktes ein Zeichen falsch verstandener Normalität setzen.

Lesen Sie dazu unseren Bericht: Ein Wintermarkt am Friedberger See

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