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Wetter in Friedberg

10.01.2019

Wochenmarkt abgesagt: Friedberg versinkt im Schnee

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2 Bilder
Ein Mitarbeiter des Bauhofs räumt einen Gehweg unterhalb des Schlosses.
Bild: Mareike König

Der Winter hat Friedberg im Griff. Die Müllabfuhr schafft es nicht mehr in alle Orte. So reagieren Stadt und Bürger auf die Witterung.

Wie viel Schnee ist eigentlich zu viel? Vielleicht dann, wenn sich die weißen Flocken so hoch türmen, dass man keinen Wintersport mehr treiben kann. Viele Vereine in der Region haben inzwischen ihre Skikurse abgesagt. Der Grund: viele Pisten sind wegen Schneemassen und Lawinengefahr gesperrt. Auch am Wochenende soll es weiter schneien, am Freitag soll es glatt werden. Eine Konsequenz: Die Stadt Friedberg hat den Wochenmarkt auf dem Marienplatz abgesagt.

Stadtsprecher Frank Büschel zufolge ist es die erste Absage der Veranstaltung wegen Schnees überhaupt. Zuletzt sei der Wochenmarkt 2007 aufgrund eines Sturms ausgefallen.

Das Hinweisschild „Dieser Gehweg wird im Winter nicht geräumt und gestreut“ ist durch den Schnee kaum noch zu erkennen.
Bild: Peter Kleist

Wie Büschel mitteilt, räumt der Friedberger Bauhof momentan im 24-Stunden-Schichtdienst den Schnee von den Straßen. Seit fünf Jahren ist Wilhelm Erhard Chef des Bauhofs. Solche Verhältnisse hat er hier noch nicht erlebt. 13 Fahrzeuge sind im Dauereinsatz. Auch für das Wochenende gilt für 34 Mitarbeiter des Bauhofs: Wenn das Handy klingelt, müssen sie ins Räumfahrzeug steigen. Büschel zufolge ist die Stadt vorbereitet: Die Salzlager seien gefüllt.

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Im Landkreis-Süden gab es bisher keine schweren Unfälle

Bis Donnerstag hielt sich die Zahl der Unfälle im Landkreis-Süden in Grenzen. Die Polizei Friedberg meldete Blechschäden. In Unterbergen schleuderte ein Mann auf der schneeglatten Straße in den Gegenverkehr und stieß mit einem anderen Auto zusammen. Verletzt wurde bei dem Unfall niemand. Anders im Landkreis-Norden: Dort sorgte ein Baumwipfel, der unter der Schneelast abgebrochen war, für einen schweren Unfall, in den auch ein Kleinbus mit Berufsschülern verwickelt war. Acht Personen wurden dabei verletzt, sieben davon leicht. Eine 25-Jährige erlitt schwere Kopfverletzungen und wurde mit dem Rettungshubschrauber in das Krankenhaus Regensburg geflogen. Im Zuständigkeitsbereich der Feuerwehr Friedberg habe es bisher noch keine abbrechenden Äste bzw. Bäume gegeben, berichtet Kommandant Michael Geiger. Man müsse beobachten, wie sich die Situation entwickelt. Sobald es wärmer wird, könnten dann die Wassermengen Probleme machen.

Trotz Schneeketten erreicht die Müllabfuhr nicht alle Orte

Wie das Landratsamt mitteilte, bereiten die winterlichen Verhältnisse auch der Müllabfuhr Schwierigkeiten. Einige Straßen können selbst mit Schneeketten nicht angefahren werden. Die Fahrer entscheiden im Zweifelsfall selbst, ob sie steile Hänge oder kleine Nebenstraßen bedienen. Die Behörde bittet Anwohner, ihre Mülltonnen an die nächste geräumte Straße zu bringen. Außerdem sollte der Schnee vom Deckel entfernt werden. Wo die Abfuhr witterungsbedingt ausgefallen ist, kommen die Müllwerker noch einmal vorbei, falls das Wetter es erlaubt. Bei wem die Tonne bis zum Ende der Woche nicht geleert worden ist, der darf zusätzlichen Müll in reißfesten Säcken sammeln und bei der nächsten Abfuhr neben die Tonne stellen.

Kindergartenkinder genießen den Schnee

Geht es nach den Kindern im Kindergarten St. Franziskus in Friedberg, dann können nicht genug weiße Flocken vom Himmel fallen. Neben Schneeballschlachten und Schneemannbauen sind die „Poporutscher“ im Dauereinsatz. Für die Erzieherinnen bedeutet das mehr Arbeit. „Wir brauchen eine halbe Stunde, um alle Kinder anzuziehen, das ist für uns durchaus körperlich anstrengend“, erzählt Leiterin Silke Müller. Dennoch erfreuen sie und ihre Mitarbeiterinnen sich am regen Treiben.

Die Schulbusse hatten am Donnerstag zwar teilweise Verspätung – trotzdem erschienen alle Schüler schließlich zum Unterricht am Gymnasium in Friedberg. Auch sonst sei der Betrieb ganz normal gelaufen, nur die Hausmeister hätten mehr zu tun, berichtet Rektorin Ute Multrus.

In der Innenstadt nehmen viele Händler und ihre Mitarbeiter auch selbst die Schippe in die Hand. Nicht alle empfinden das als unangenehme Pflicht: Melitta Schneider, die bei der Bäckerei Scharold arbeitet, sagt: „Ich schippe gerne, ich würde sogar sagen, es ist entspannend.“

Aktion Ob Schneemann, weiße Landschaften oder Wintersport: Schnee kann euch Freude bereiten. Schicken Sie uns Bilder, auf denen sich der Winter von seiner schönsten Seite zeigt an: redaktion@friedberger-allgemeine.de. Bitte notieren Sie Ihren Namen, Ihren Wohnort und eine kurze Beschreibung des Fotos.

Lesen Sie hierzu auch den Artikel: Wo Skifahren am Wochenende möglich ist - und wo nicht

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