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Empfang

15.06.2015

Zuflucht für eine zerrissene Familie

Mit dem Fahrrad können die Asylbewerber zum Beispiel Einkäufe in den Nachbarortschaften erledigen.
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Mit dem Fahrrad können die Asylbewerber zum Beispiel Einkäufe in den Nachbarortschaften erledigen.

Der Asylhelferkreis in Unterbergen betreut weitere Neuankömmlinge – diesmal aus Syrien

Seit Anfang Mai arbeiten rund 30 Helfer des Asylhelferkreises Unterbergen/Schmiechen in ihrer Freizeit mit Hochdruck daran, den Flüchtlingen die Ankunft und den Start auf dem Reselehof in Unterbergen so angenehm wie möglich zu machen. Die einzelnen Ehrenamtlichen haben sich dazu, je nach Verfügbarkeit und Kenntnissen, zu Gruppen unter anderem für den Transport, den Deutschunterricht und die Ausstattung der Asylbewerber zusammengeschlossen.

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Dass sich die Mühe und ihr Einsatz lohnen, hat sich nicht zuletzt direkt nach der Ankunft der zwei syrischen Flüchtlingsfamilien am Donnerstag gezeigt. Unter anderem hat Shahin S. mit seiner Tochter Arian Räumlichkeiten im Asylbewerberheim in Unterbergen bezogen. Er sagt: „Seit vier Tagen fühle ich mich wieder als Mensch. Das Lächeln der Menschen, die mich hier empfangen haben, hat mir wieder Hoffnung gegeben.“

Knapp 160 Kilometer sind er und seine achtjährige Tochter in acht Tagen zu Fuß gelaufen. „Wir konnten nur in der Nacht und durch den Wald laufen. Tagsüber wäre es viel zu gefährlich gewesen.“, erzählt der 37-Jährige. Seit Ende April ist er mit seiner Tochter auf der Flucht vor dem Assad-Regime. Seine Frau und zwei weitere Kinder musste er in Syrien zurücklassen. Er und Arian sind nun angekommen in dem kleinen, ruhigen Ort Unterbergen. Mit ihnen auch Akram D. mit seiner Frau und drei Kindern sowie ein weiteres junges, syrisches Ehepaar. Eine fünfköpfige Familie, ebenfalls aus Syrien, wird noch erwartet.

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Neben den freiwilligen Helfern wurden die Neuankömmlinge unter anderem auch von den Asylbewerbern aus Somalia herzlich begrüßt. Die fünf jungen Männer zwischen 18 und 24 Jahren wohnen schon seit dem 2. Juni in einem weiteren anschließenden Gebäude des Reselehofs. Die jungen Afrikaner sind bereits mit Fahrrädern ausgestattet und hatten zwischenzeitlich schon drei Unterrichtseinheiten in Deutsch mit Monika Erlei, Lehrerin für Englisch und Deutsch im Ruhestand. Den Kopf des Asylhelferkreises bildet Renate Loehnert aus Schmiechen zusammen mit Günter Wurm aus Unterbergen.

Renate Loehnert ist auf die Aufgabe gut vorbereitet. Über den Asylhelferkreis in Mering hat sie bereits sechs Monate ein kurdisch-yezidisches Ehepaar unterrichtet und betreut. Außerdem hat sich die engagierte ehrenamtliche Helferin von den anderen Freiwilligen in Mering einiges abgeschaut.

Ihre Aufgabe sieht sie folgendermaßen: „Mein Ziel ist es, die Asylbewerber so rasch wie möglich zu selbstständigem Handeln im deutschsprachigen Umfeld fähig zu machen. Das heißt Deutsch, Deutsch, Deutsch und interkulturelle Informationen: Das fängt an mit Öffnungszeiten von Läden, Behörden und Praxen, Mülltrennung, Feiertagen, Vereinswesen und Dorffesten.“

Für eine gelungene Abwechslung im Asylbewerberalltag sorgte der Fahrrad-Workshop, bei dem gespendete Fahrräder repariert und fahrtüchtig gemacht wurden. Außerdem hat Günter Wurm kurzfristig ein Fußballspiel mit einigen Helfern und den jungen Männern aus Somalia organisiert. Um Badeunfällen vorzubeugen, hat er sich im Freibad in Prittriching bereits nach einer Schwimm-Trainingszeit für die Asylbewerber erkundigt.

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