Pro: Die Stadt soll vom Camping-Boom auch profitieren.
Während Corona hätte man vielleicht noch von einem kurzen Hype sprechen können, aber nein: Campen boomt. Warum sollt Friedberg nicht dieser Entwicklung profitieren? Es hat für Wohnmobilisten viel zu bieten: ein tolles Kulturprogramm, eine nette Altstadt, vielseitige Restaurants. Gerade für Städtetouristen – meist Paare ohne Kinder – ist das perfekt. Und auf der A8 in Richtung Berge liegt die Stadt auf dem Weg. Sie spülen nicht nur über Stellplatzgebühren Geld in die Stadtkasse, sondern geben es auch im ortsansässigen Handel und der Gastronomie aus. Die Angst vor einer Übernutzung des Sees ist da nachrangig, denn die Vergangenheit hat gezeigt: Die Camper kommen ohnehin – mit einem Stellplatz hat die Stadt aber deutlich mehr davon. Marina Wagenpfeil
Contra: Der Friedberger See ist überlastet
Friedberg hat bereits mehrere Wohnmobil-Plätze, genutzt werden sie gerne von Leuten, die Augsburg besuchen wollen, dessen Stellplätze chronisch überfüllt sind, sowie - gerade am See - auch von Augsburgern, die raus aus der Großstadt wollen. Ob die wirklich einen Hunderter pro Paar und Tag in der Stadt lassen? Man muss da nicht gleich einen weiteren Platz anbieten, der eine der schönsten, beliebtesten und sensibelsten Ecken des Stadtgebiets noch mehr belastet. Der See und seine Umgebung geraten an die Grenze ihrer Kapazitäten. Natürlich wecken die Verbindung aus Natur, Infrastruktur und verkehrsgünstiger Lage viele Begehrlichkeiten. Und die meisten sind legitim. Man muss ihnen aber nicht in vorauseilendem Gehorsam den Weg bereiten. Weniger ist in diesem Fall mehr. Ute Krogull
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