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Camping in Friedberg: Fester Wohnmobilstellplatz am Friedberger See kommt 2027

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Bald können 49 Camper am Friedberger See übernachten

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    Auf dieser Wiese am Friedberger See, die zum Teil der Stadt Friedberg gehört, soll wahrscheinlich 2027 ein Wohnmobilstellplatz entstehen.
    Auf dieser Wiese am Friedberger See, die zum Teil der Stadt Friedberg gehört, soll wahrscheinlich 2027 ein Wohnmobilstellplatz entstehen. Foto: Marina Wagenpfeil

    Schönes Wetter, Badesee, Restaurants vor der Nase – vor allem im Sommer ist der Friedberger See wahrlich ein Paradies für Wohnmobilisten, dabei war Campen dort lange Zeit problematisch. Spätestens seit der Corona-Pandemie, als teilweise bis zu 60 Wohnmobile gleichzeitig dort standen, interessierte das allerdings kaum jemanden. Um Wild-Camping zu vermeiden und gleichzeitig Einnahmen für die Stadtkasse zu generieren, war schnell klar: Es muss eine feste Lösung her. Auch die Erfahrungen mit dem Interimsstellplatz in der vergangenen Saison bekräftigten das. Nun ist klar, wie der neue Stellplatz am See aussehen wird.

    So sah es aus, wenn zahlreiche Wohnmobile am Friedberger See zum Wild-Camping gekommen sind.
    So sah es aus, wenn zahlreiche Wohnmobile am Friedberger See zum Wild-Camping gekommen sind. Foto: Michael Eichhammer (Archivbild)

    Wohnmobilstellplatz am Friedberger See soll erst 2027 kommen

    Östlich der Seestraße soll dort, wo derzeit noch Wiese ist, auf einer Fläche von 5000 Quadratmetern ein fester Wohnmobilstellplatz entstehen, der von einem externen Unternehmen betrieben werden soll. Ein Teil der Fläche gehört bereits der Stadt, der andere Teil wurde langfristig gepachtet. Der Platz soll mit einer Schranke gesichert sein und nicht komplett versiegelt werden. Insgesamt entstehen auf der Fläche laut Planung 49 Stellplätze. Den Bau des Platzes finanziert die Stadt. Die Kostenschätzung liegt bei 300.000 Euro für die Errichtung von Fahrspur und Stellplätzen und die Neubepflanzung, eine Ver- und Entsorgungsstation, eine Schranke, einen Internetanschluss und einen Zaun entlang der Seestraße.

    Der Aufenthalt dort soll 16 Euro pro Nacht kosten. Bei einer Auslastung von nur 34 Prozent ergibt sich dadurch ein Umsatz von 96.000 Euro, von dem ein Drittel an den externen Betreiber geht und ein Drittel für Betriebskosten kalkuliert wird. Bleiben Einnahmen von 32.000 Euro, auf die wahrscheinlich noch Steuern anfallen. Trotzdem ist der Betrieb durchaus wirtschaftlich und generiert zusätzliche Einnahmen für die Stadt. Zudem bringen die Wohnmobilisten Kaufkraft in die Stadt. Schätzungen gehen von 49 Euro pro Nacht und Person aus, was bei realistischen 6000 Übernachtungen mit jeweils zwei Personen pro Camper fast 600.000 Euro jährlich macht.

    Camping am Friedberger See: Ab 2027 gibt es einen Stellplatz

    Der Stadtrat war sich weitgehend über die Notwendigkeit eines festen Wohnmobilstellplatzes einig. „Unsere Fraktion spricht sich mehrheitlich für einen solchen Stellplatz aus“, erklärte Thomas Kleist (CSU). Auch Egon Stamp (Grüne) zeigte Zustimmung, auch für die Pläne, mit einem externen Partner zusammenzuarbeiten. Ulrike Sasse-Feile (SPD), deren Fraktion 2023 das Thema auf die Tagesordnung gebracht hatte, hob ein Argument nochmal hervor: „Diese Gäste bringen auch viel Geld in die Stadt selbst.“ Hubert Nießner (ÖDP) sah es etwas kontroverser: „Ich habe die Sorge, dass es zu einer Übernutzung oder einem Interessenskonflikt zwischen den Gästen am See und den Stellplatznutzern kommen könnte.“ Das sei möglich, gab auch Martina Krammer von der Stadtverwaltung zu. „Die Leute kommen aber ohnehin mit ihren Wohnmobilen her.“

    Uneinigkeit zwischen Stadtverwaltung und Stadtrat gab es allerdings, was das Thema Fördermittel angeht. Die Verwaltung hatte vorgeschlagen, auf die 75.000 Euro aus dem Leader-Förderprogramm des Freistaats zu verzichten, weil durch die aufwendige Beantragung und lange Bearbeitungszeit erst 2027 der feste Wohnmobilstellplatz errichtet werden könnte. Das hat zur Folge, dass zwei weitere Jahre nur ein Interimsstellplatz mit geringeren Einnahmen angeboten werden kann. Ursprünglich war sogar schon für 2025 ein fester Platz ins Auge gefasst worden. „Das Projekt finanziert sich quasi eh von selbst, braucht es also zwingend die Förderung?“, gab Bürgermeister Roland Eichmann zu bedenken. Der Stadtrat entschied allerdings mehrheitlich: Ja, 75.000 Euro rechtfertigen sowohl den Aufwand als auch die Verzögerung. Sie hat die Verwaltung deshalb mit dem klaren Auftrag in die weiteren Planungen geschickt, sich um die Fördermittel zu bemühen.

    Wohnmobilstellplatz: Am Friedberger See gibt es ab 2027 ein Angebot

    Das bedeutet, dass mit den Bauarbeiten für den festen Stellplatz wahrscheinlich erst im Herbst 2026 begonnen werden kann und er deshalb erst aber der Campingsaison 2027 zur Verfügung steht. Ein weiteres Problem entsteht durch die Verschiebung beim Interimsstellplatz. Eine Weiterführung für 2025 ist noch relativ einfach. Tatsächlich wird es für die Touristen sogar günstiger als im Vorjahr: Die Preise sollen auf eine marktübliche Höhe von 12,50 Euro gesenkt werden. Doch für eine Interimslösung im Jahr 2026 gibt es baurechtliche Hindernisse, weshalb eine Weiterführung nicht so einfach ist. Im schlimmsten Fall werden im Sommer 2026 dann wieder Wild-Camper unreguliert am Friedberger See stehen.

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