Von den Passionsspielen in Oberammergau kennt man den Haar- und Barterlass, jetzt ist er auch beim Neuen Theater Mering (NTM) angekommen. Zumindest, was Markus Schwab als Hauptdarsteller im neuen Stück, Monty Pythons "Spamalot – die Ritter der Kokosnuss", betrifft. Denn als König Artus, der mit seinem Diener Patsy durch Britannien zieht, um die vornehmsten Ritter des Landes für die Tafelrunde zu finden, muss er einen schwarzen Bart tragen. "Ab jetzt darf ich mich nur eingeschränkt rasieren", erklärt Markus Schwab schmunzelnd. Als Berufsfeuerwehrler, der auch Atemschutzmaske trägt, heißt es da, einen kleinen Kompromiss einzugehen. Die großen Herausforderungen des neuen Erwachsenenstücks im NTM liegen aber ganz woanders.
"Die Ritter der Kokosnuss" in Mering
Denn die Truppe hat sich mit einer der wohl bekanntesten Satiren kein leichtes Stück ausgewählt. In 40 verschiedene Rollen schlüpfen die 14 Schauspielerinnen und Schauspieler im Laufe der Aufführung. Das Stück entstand auf Grundlage des Spielfilms "Die Ritter der Kokosnuss", und wer diesen kennt, weiß, wie viele Begegnungen die Ritter erleben. Da gilt es vom schwarzen Ritter über französische Spötter bis zur Fee aus dem See ständig in andere Kostüme zu schlüpfen. "Gott sei Dank haben wir einen großen Fundus."
Zwei Stangen voller Kostüme stehen hinter der Bühne bereit, denn der schnelle Wechsel ist gefragt. Da hat Britta Maier, die im Team für die Kostüme zuständig ist, alle Hände voll zu tun. "Wir haben viele Listen geschrieben", berichtet Markus Schwab. "Wer muss sich wo schnell umziehen, wer kommt über welchen der sechs Aufgänge rein? Das wird spannend."
Dabei spielt Markus Schwab nicht nur die Hauptrolle, sondern führt auch Regie. Erstmals ist an seiner Seite mit Pedro Kopfmüller ein zweiter Spielleiter. "Ich hatte Lust, auch mal diesen Teil der Theaterarbeit kennenzulernen", erklärt der langjährige Darsteller, der selbst zwei Rollen auf der Bühne bekleidet. Flexible Teamarbeit ist beim Ensemble seit jeher gefragt, was sich auch einmal mehr beim Bühnenbild, einer großen Ritterburg, sowie in der Maske, bei Licht und Ton zeigt. "Wir haben schnelle Wechsel von Stimmungen und Geschwindigkeiten, alles muss bestens aufeinander abgestimmt sein, damit die einzelnen Slapsticks auch gelingen", erklärt Pedro Kopfmüller.
Neues Theater Mering wagt sich an bekannte Monty Python-Satire
Zwei neue Mitspieler sind dazugestoßen, zudem konnten auch zwei Nachwuchsdarstellerinnen aus der Jugendgruppe, den Neons, nachrücken. Diese und die Kindergruppe des NTM führten im November neue Stücke auf. Das Erwachsenentheater stand zuletzt im Frühjahr vergangenen Jahres mit "Ritter Camembert", einem Kinderstück, auf der Bühne. Für Erwachsene spielte das NTM zuletzt im März 2018 "Das Tagebuch der Anne Frank". Für Kinder sei "Spamalot – die Ritter der Kokosnuss" nicht geeignet.
Denn nach Monty Python-Manier ist die Handlung nicht nur skurril, sondern es rollen Köpfe und der schwarze Ritter verliert im Kampf mit König Artus beide Arme und Beine. Dies darzustellen, ist eine Herausforderung für das Team – aber eine reizvolle. "Wir haben dieses Stück bei einem unserer jährlichen Ausflüge zur Freilichtbühne Wunsiedel gesehen und waren begeistert", berichtet Markus Schwab. Es nun auch in Mering im Dachtheater der Schlossmühle zeigen zu können, lässt sich das NTM einiges kosten. "Die Gebühren für die Aufführungsrechte sind extrem hoch, und so hoffen wir natürlich, dass wir bei allen fünf Terminen im März unsere 80 Sitzplätze vollkriegen."
Info: Wer sich schon mal einen kleinen Vorgeschmack auf den Ritterklamauk holen möchte, kann sich auf der Homepage des NTM (www.neues-theater-mering.de) den Video-Trailer von Christian Magnussen anschauen. Dort können Karten für die Aufführungen reserviert werden. Eine Ticketverkaufsstelle gibt es auch bei M-Style Friseur & Barbier in der Münchener Straße 31 in Mering. Preise: zehn Euro, ermäßigt acht Euro. Aufführungen im Dachtheater in der Schlossmühle (vierter Stock, Aufzug vorhanden) sind am Samstag, 11. März, Sonntag, 12. März, Freitag, 24. März, Samstag, 25. März und Sonntag, 26. März, jeweils um 20 Uhr, sonntags bereits um 19 Uhr.