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Handball-Bayernliga

22.07.2020

Andreas Dittiger: Das hat der neue Friedberger Trainer vor

In der abgelaufenen Saison coachte Andreas Dittiger noch die Landesliga-Frauen des SV München-Laim (hier beim Gastspiel in Kissing). Nun hat er das Kommando bei den Bayernliga-Handballern des TSV Friedberg.
Bild: Peter Kleist

Plus Im Interview berichtet Andreas Dittiger, neuer Trainer des TSV Friedberg, über die Vorbereitung in Corona-Zeiten und verrät, was er vor hat mit dem Bayernligisten.

Andreas Dittiger ist der neue Trainer der Bayernliga-Handballer des TSV Friedberg. Der 29-Jährige hat fast seine gesamte Karriere als Spieler beim TSV Friedberg verbracht. In der abgelaufenen Saison war er für die Damenmannschaft von München-Laim verantwortlich, die er bis auf Platz zwei in der Landesliga geführt hatte. Im Interview spricht der neue Coach über die Vorbereitung in Corona-Zeiten und verrät, warum die Verpflichtung namhafter Spieler nichts an der Vereinsphilosophie ändert. Außerdem erzählt Dittiger

Herr Dittiger, Ihr Einstieg als neuer Trainer der Friedberger Bayernliga-Handballer ist von der Corona-Pandemie überschattet. Die Saison endete vorzeitig, lange war unklar, wie und wann es denn weiterginge. Doch der Trainingsbetrieb läuft jetzt, oder?

Dittiger: „Ja, wir haben mittlerweile alle Spieler zusammen und trainieren wieder ganz normal. Bis zum 8. Juli gab es dabei noch Einschränkungen zu beachten, dann aber gab der BHV die Freigabe und nachdem wir uns mit dem Hygienekonzept des Hauptvereins abgestimmt hatten, ist uns jetzt auch Training mit Körperkontakt gestattet.“

Andreas Dittiger: Das hat der neue Friedberger Trainer vor

Die Saison endete ja vorzeitig. Gab es denn sonst noch Einschränkungen durch die Zwangspause?

Dittiger: „Einige Wochen lang wusste niemand, wie es weitergehen würde. Das ist aber auch verständlich angesichts der nie zuvor da gewesenen Situation. Aber dann konnte unsere Vorbereitung Ende Juni zum ursprünglich geplanten Termin starten. Jetzt haben wir den gesamten Kader zusammen und arbeiten in der ersten Phase der Vorbereitung vor allem an Kraft, Kondition und Athletik.“

Zwei prominente Transfers sorgten in der handballfreien Zeit für Aufsehen: die Verpflichtungen von Aleksandar Gugleta und Tomislav Nuic. Manche Beobachter zweifeln nun am viel beschworenen Friedberger Weg, viel auf die eigene Jugend zu setzen. Ist da etwas dran?

Dittiger: „Wir haben in unserem Kader einen großen Umbruch erlebt. Viele Spieler haben uns verlassen, wir haben dafür gleich sechs vormalige A-Jugendliche in unserem aktuellen Kader. Alle diese jungen Spieler trainieren voll mit, sind Teil der Mannschaft und werden die Chance bekommen, sich im Umfeld der Bayernliga zu bewähren. Ich verstehe darum nicht, warum manche an dem Friedberger Weg zweifeln. Es ist aber auch wichtig, den vielen jungen Spielern erfahrene Akteure zur Seite zu stellen. Dies haben wir mit der Verpflichtung von Nuic und Gugleta geschafft. Zusammen mit Ole Schwagerus und Renato Pauli, unseren beiden anderen Neuzugängen, haben wir eine gute Mischung aus Jung und Alt beim TSV Friedberg.“

Die erste Handball-Mannschaft des TSV Friedberg stellt sich neu auf: von links Tomislav Nuic, Aleksandar Gugleta, Renato Pauli, Sportlicher Leiter Nico Held, Ole Schwagerus und Trainer Andreas Dittiger.
Bild: Tsv Friedberg

Der neue Trainer Andreas Dittiger identifiziert mit Vereinsphilosophie

Wie kam es dazu, dass sich diese beiden Spieler für einen Bayernligisten entschieden haben? Gugleta und Nuic haben schließlich Champions League gespielt und nationale Titel in der Türkei und Finnland gewonnen.

Dittiger: „Beide Transfers sind uns gelungen, weil wir mit dem neuen Sportlichen Leiter Nico Held einen Fachmann im Verein haben, der ein großes Netzwerk besitzt. Er hat über seine vielfältigen Kontakte diese wichtigen Verpflichtungen möglich gemacht. Beide Spieler haben ferner in der Region eine Arbeit gefunden. Zudem lebt Aleksandar Gugletas Bruder in Augsburg, das war sicherlich auch ein Grund dafür, dass er zum TSV kam. Sportlich helfen uns die beiden bestimmt weiter. Das ist alles, was für mich zählt.“

Apropos, wie ist eigentlich Ihr Verhältnis zum Sportlichen Leiter Nico Held und zur Abteilungsleitung insgesamt?

Dittiger: „Ich arbeite sehr eng mit Nico zusammen. Wir haben in der letzten Zeit enorm viel kommuniziert, und ich bin froh, dass jetzt jemand im Verein ist, der sich ausschließlich um das Organisatorische bei der Ersten kümmert. Das hat vielleicht in den letzten Jahren etwas gefehlt beim TSV. Nico und ich sehen viele Dinge ähnlich und arbeiten gut zusammen. Simone Neumeier, die Abteilungsleiterin, kenne ich seit vielen Jahren noch aus meiner aktiven Zeit beim TSV. Und Dirk Kreutzburg kümmert sich mit viel Leidenschaft und Herzblut um die Handballer. Wir alle haben großen Respekt füreinander und pflegen einen offenen Austausch. Wir haben ein gemeinsames Ziel und stimmen uns gut miteinander ab.“

Blicken wir voraus, wie geht für Sie und ihr Team in den nächsten Wochen weiter?

Dittiger: „Wir trainieren momentan montags, dienstags, donnerstags und samstags. Das geht so bis zum 11. August, dann haben die Spieler zehn Tage frei, um den Kopf freizubekommen und etwas zu regenerieren. Damit endet die erste Phase der Vorbereitung. Geplant ist, dass wir irgendwann im September ein Trainingslager abhalten, dafür müssen wir aber abwarten, wie sich die Lage mit der Pandemie entwickelt. Denn momentan sind Trainingslager und leider auch Testspiele noch nicht möglich. Wir hoffen, dass sich das ändern wird und dass in den kommenden Monaten wieder Normalität einkehren kann. Doch trotz all der Unwägbarkeiten werden wir mit unserer Vorbereitung fortfahren, damit wir, wenn der Spielbetrieb Anfang Oktober starten wird, bereit sind für die neue Saison.“

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