1. Startseite
  2. Lokales (Friedberg)
  3. Lokalsport
  4. Die Meringerin Claudia Lustig hat Rhythmus im Blut

Mering

10.10.2019

Die Meringerin Claudia Lustig hat Rhythmus im Blut

DSCF0404.JPG
2 Bilder
Die Meringerin Claudia Lustig schwärmt von der gelungenen Ballettaufführung "Der rosa Delfin", die sie gerne auch im Raum Aichach-Friedberg zeigen würde.
Bild: Heike Scherer

Plus Die Tänzerin Claudia Lustig würde die umjubelte Aufführung „Der rosa Delfin“ gerne auch in ihrer Heimat Mering präsentieren.

Im Hauseingang hängt ein großes Foto von ihr als Tänzerin. Ein Bild, das einen tiefen Einblick in ihr Dasein gibt. Für die 50-jährige Meringerin Claudia Lustig ist Tanzen seit frühester Jugend ein wichtiger Lebensbestandteil. Seit 30 Jahren gibt sie ihre große Leidenschaft an Kinder und Jugendliche weiter. Wie dankbar diese für ihren Unterricht sind, bezeugen Briefe, die zwei ihrer Schülerinnen ihr schrieben, als sie sich nach über zehn Jahren Ballett bei ihr wegen des Studiums verabschieden mussten.

Ana Claudia dos Santos Lustig wurde in Salvador de Bahia an der Nordostküste Brasiliens geboren und studierte dort Psychologie. Gleichzeitig absolvierte sie im Fernstudium die Ausbildung zur Balletttänzerin und -lehrerin an der Royal Academy of Dance in London. Schon im Alter von 20 Jahren begann sie in Brasilien, gemischte Klassen in Privatschulen zu unterrichten. Schwanensee, Don Quixote oder Giselle waren Stücke, an die sie sich zurückerinnern kann.

Auf dem Tollwoodgelände lernte die Meringerin ihren Mann kennen

Mit 29 Jahren kam sie zufällig für zwei Monate nach Deutschland, um eine Freundin in München zu besuchen und ihr nach dem Umzug behilflich zu sein. „Bei uns waren damals gerade die Sommerferien. In Deutschland war es aber Winter“, sagt sie. Als sie sich auf dem Tollwoodgelände die Zauberflöte ansah, lernte sie auf dem Heimweg ihren späteren Mann kennen. Er war gerade aus Belgien zurückgekehrt und sie besichtigten gemeinsam Schloss Nymphenburg und andere Sehenswürdigkeiten.

ecsImgBannerWhatsApp250x370@2x-5735210184021358959.jpg

Wieder in Brasilien angekommen, besuchte er sie bei der nächsten Urlaubsreise, im Jahr 2000 heirateten sie. Zuerst wohnten sie in München, 2006 ging es dann mit ihren beiden Kindern nach Mering. „Ich arbeitete in Grünwald, in München und später noch in Pfaffenhofen an der Ilm als Tanzlehrerin bei Vereinen oder privaten Schulen. In Pfaffenhofen bin ich immer noch zwei Tage in der Woche“, verrät Lustig. In Deutschland trat sie auch bei Stücken im klassischen oder modernen Stil als Tänzerin auf. Mit einer Gruppe, die brasilianische Tänze einstudierte, tourten sie nicht nur durch Deutschland, sondern waren auch im Ausland gefragt.

Im Eingang ihres Hauses hängt ein großes Bild, das Claudia Lustig als Baletttänzerin zeigt. Seit 30 Jahren gibt die Meringerin ihr Wissen und Können an Kinder und Jugendliche weiter.
Bild: Heike Scherer

Tosenden Applaus erhielten ihre jungen Ballettelevinnen in Pfaffenhofen für die mit viel Freude gezeigte Aufführung der Sage von Boto. So wird in Brasilien der rosa Delfin genannt, der im Amazonas lebt und bei Vollmond an Land geht und sich in einen jungen Mann verwandelt, um ein schönes Mädchen kennenzulernen, berichtet Claudia Lustig. Der Boto kann bei einer Hochzeit die Schwester der Braut für sich gewinnen und diese bekommt ein Kind, das sich auf die Suche nach seinem Vaters macht, fügt sie hinzu. Die Schüler tanzten als Riesenseerosen und in Brasilien vorkommende Tiere wie Ozelot, Faultier, Zikade, Kolibri und Gürteltier. Die Geschichte und Choreographie überlegte sich Claudia Lustig gemeinsam mit ihren Kolleginnen.

Zwei Jahre dauerten die Vorbereitungen für die Aufführung

Die Vorbereitung für die umjubelte Aufführung dauerte zwei Jahre, es wurden nicht nur zahlreiche Kostüme genäht, auch ein Boot aus Holz wurde eigens für das Stück angefertigt. „Wenn ich eine passende Bühne mit Technik fände, würde ich das Stück sehr gerne auch im Raum Aichach-Friedberg oder Augsburg wiederholen“, sagt die Ballettlehrerin. Es würde wunderbar in ein Kulturprogramm passen, das Groß und Klein anspricht, denn das berührende Ballettmärchen vermittelt zauberhaft klassische Musik und Tanz, verbunden mit der Sagenwelt Südamerikas.

Zu ihrem runden Geburtstag bekam Claudia Lustig von ihrem Mann eine Reise nach Moskau geschenkt, um ihre Lieblingsballerina Swetlana Zakharova im berühmten Bolshoi Theater live zu sehen. Bei Besuchen solch hochkarätiger Veranstaltungen holt sie sich Inspirationen für ihre nächsten Stücke.

„Der rosa Delfin“ und Vorschläge für eine Halle zum Auftritt unter https://www.tanz-scherg-pfaffenhofen.de/delphin

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren