Handball

29.08.2013

Ein runderneuerter Kader

Mit Miro Ilic (beim Wurf) als Kapitän wollen die Friedberger Handballer heuer die Saison in der 3. Liga meistern. Am Samstagabend geht es los.
Bild: Peter Kleist

TSV Friedberg geht als amtierender Meister der 3. Liga und DHB-Pokalsieger am Samstag gegen Konstanz in die neue Saison, muss sich aber mit einer ziemlich neuen Mannschaft erst bewähren

Am Samstag beginnt die neue Drittligasaison für den TSV Friedberg. Die Handballer als amtierende Meister treten dabei mit einem runderneuerten Kader an. Die Abgänge einiger Leistungsträger werden aus der eigenen Jugend und mit talentierten Spielern aus der Region kompensiert.

Nach dem größten Erfolg der Vereinsgeschichte mit dem Gewinn der Meisterschaft und des BHV-Pokals im Mai dieses Jahres hat sich der Verein entschieden, vernünftig zu bleiben und nicht das hohe finanzielle Risiko einzugehen, das die 2. Bundesliga bedeutet hätte. Damit verbunden war ein großer Umbruch in der Mannschaft, einige Leistungsträger haben den Verein verlassen. Jonas Link folgte seinem Bruder zum Zweitligisten HC Erlangen, auch Jan-Marco Behr und Harald Feuchtmann sind nicht mehr für die Herzogstädter aktiv. Dazu verließ Trainer Hartmut Mayerhoffer den Verein Richtung Bietigheim, der ehemalige sportliche Leiter Florian Antony will zudem seiner Familie mehr Zeit widmen.

Hinzu kommt großes Verletzungspech: Max Segmüller und Johannes Luderschmid, zwei Friedberger Urgesteine, können lange Zeit nicht für den TSV auflaufen. Auch Panagiotis Erifopoulos, mehrfacher griechischer Juniorennationalspieler, wird noch einige Monate ausfallen. Thomas Wagenpfeil verpasst den Saisonauftakt, er sollte nach einer Operation am Ellenbogen aber schon im September zum Team stoßen. Die Abwesenheit von Keeper Willi Seiler hat dagegen andere Gründe: Er schreibt im Moment seine Diplomarbeit bei Daimler in Stuttgart. In dieser wichtigen Phase seiner Ausbildung muss der Handballsport selbstverständlich zurücktreten.

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Die beiden neuen Trainer Harald Rosenberger und Manuel Vilches-Moreno haben im Verbund mit dem neuen sportlichen Leiter Peter Jaschke aus der Not eine Tugend gemacht. Friedberg profitiert beim Neuaufbau einerseits von seiner herausragenden Jugendarbeit. So sind mit Jan Pupeter und Fabian Abstreiter zwei Spieler im Drittligakader, die noch ein Jahr A-Jugend spielen dürfen. In seinem ersten Seniorenjahr ist Michael Schnitzlein, er und die beiden anderen waren in der letzten Spielzeit für die A-Jugend der JSG Friedberg/Dasing in der Jugendbundesliga aktiv.

Aus dem eigenen Nachwuchs stammt auch Björn Heekeren. Er hat in den letzten Jahren in der zweiten Mannschaft erste Erfahrungen im Seniorenbereich gesammelt und jetzt den Sprung in die 3. Liga geschafft.

Die anderen neuen Gesichter beim TSV Friedberg stammen alle aus der Region. Jeder von ihnen ist jung und zeichnet sich durch ein hohes Potenzial aus. Der 23-jährige Kreisläufer Claudio Schneck, der vom Zweitligisten HC Erlangen nach Friedberg gewechselt ist, wird dabei eine Führungsrolle übernehmen für das junge Friedberger Team. Lukas Aigner, 21 Jahre alt und auf der Halbrechtsposition zu Hause, kam aus Simbach. Der 20-jährige Kreisläufer Florian Elsinger ist zusammen mit Simon Lodemann, der sein großes Potenzial schon im Pokalspiel gegen Leutershausen zeigen konnte, aus Haunstetten gekommen. Auf der Torwartposition wird hinter dem erfahrenen 24-jährigen Benjamin von Petersdorff Patrick Bieber zum Einsatz kommen, der ein Doppelspielrecht für Blaustein, einen württembergischen Oberligisten, besitzt.

Von Petersdorff ist gleichzeitig Co-Kapitän, die Binde wird Miro Ilic tragen, zusammen mit Spielertrainer Manuel Vilchez-Moreno und Thomas Wagenpfeil der einzige Akteur im Kader, der die Grenze von 25 Jahren schon überschritten hat. Das sieht auch der sportliche Leiter Peter Jaschke so: „Wir wollen so schnell wie möglich die nötigen Punkte beisammen haben, um mit dem Abstieg nichts zu tun zu haben. Als Idealziel streben wir einen Platz im gesicherten Mittelfeld an. Mehr zu wollen, wäre vermessen angesichts des großen personellen Umbruchs. Wir sind jetzt wieder in der Situation, in der wir vor drei Jahren schon einmal waren: Wir bauen eine neue Mannschaft auf und versuchen, den tollen Weg der letzten Jahre zu wieder zu beschreiten. Dank der hervorragenden Arbeit, die unser neues Trainerteam leistet, haben wir sehr gute Aussichten, dabei erfolgreich zu sein. Harald Rosenberger und Manuel Vilchez-Moreno auf der Trainerbank zu wissen, ist ein Glücksfall für unseren Verein.“

Am Samstag geht es los für den TSV Friedberg. Die neue Mannschaft hat dann im Heimspiel gegen Konstanz ihren ersten Härtetest in der 3. Liga zu bestehen. Anpfiff in der TSV-Halle ist um 20 Uhr.

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