1. Startseite
  2. Geld & Leben
  3. Bei Anruf Betrug: Vorsicht vor falschen Marktforschungsfirmen!

Ratgeber

08.07.2019

Bei Anruf Betrug: Vorsicht vor falschen Marktforschungsfirmen!

Wer ein Konto aufmacht, haftet auch dafür, was damit geschieht. Das nutzen Online-Betrüger aus.
Bild: stock.adobe.com

Sie versprechen Geld, wenn Verbraucher Konten testen. Doch diese nutzen sie dann zum Betrug. Vorsicht vor falschen Marktforschern!

Ein Konto bei einer Onlinebank eröffnen und dafür 100 Euro kassieren! Mit solchen und ähnlichen Jobangeboten werben derzeit falsche Marktforschungsinstitute. Sie geben vor, die Qualität von Direktbanken testen zu wollen.

Falsche Marktforschungsinstitute nutzen Kontodaten zum Betrug

Wer den Job annimmt, eröffnet auf seinen Namen ein Girokonto bei einer Onlinebank wie N26, Fidor oder andere. Im Video-Chat weist man sich gegenüber der Bank aus und gibt wahrheitswidrig an, das Konto für sich selbst zu eröffnen.

Vorher wurde dem Testkunden erklärt, dass dies wichtig sei, damit die Bank nichts von dem Marktcheck mitbekommt. Zudem lässt sich das angebliche Marktforschungsinstitut die Kontozugangsdaten geben, um vermeintlich den gesamten Prozess genau verfolgen zu können. Sie versprechen, das Konto werde im Anschluss gelöscht. Aber das passiert nicht.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Der ahnungslose Testkunde weiß nicht, dass sein Konto stattdessen für die Zahlungsabwicklung von betrügerischen Online-Shops (Fake-Shops) oder Geldwäsche genutzt wird. Das Schlimme daran ist, verantwortlich für das Konto bleibt der gelockte Testkunde. Im schlechtesten Fall kann dies strafrechtlich relevant werden. Es drohen Ermittlungen wegen Beihilfe zur Geldwäsche oder leichtfertiger Geldwäsche.

Was der Betrug für den Verbraucher bedeutet

Banken sind verpflichtet, verdächtige Zahlungsströme dem Zoll zu melden. 2018 gab es 70.000 Meldungen, 16 Prozent mehr als im Vorjahr. Und die Tendenz ist weiter steigend. Ein Großteil dieser Vorfälle wäre vermeidbar. Den Kriminellen kommt zupass, dass die Banken seit Einführung der IBAN den Namen des Kontoinhabers bei Zahlungsvorgängen nicht mehr abgleichen müssen.

Fake-Shops können so die IBAN von gekaperten Onlinekonten bei ihren Zahlungsinformationen angeben und den Einzahler täuschen. Das Geld verschwindet dann vom Onlinekonto in dunklen Kanälen. Hier ist die Politik gefragt. So würde eine Änderung des Paragrafen 675r BGB, der den Banken erlaubt, auf den Abgleich zu verzichten, die Betrugsmasche sofort beenden.

Und was heißt das für Verbraucher? Sie sollten bei Nebenjobs im Internet sehr skeptisch sein. Der Traum, mit wenigen Klicks das große Geld zu machen, geht leider nur für wenige Glücksritter und viele Kriminelle in Erfüllung.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren