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Energie

01.08.2019

Eine Kilowattstunde Strom - wozu kann man die nutzen?

Wie viel Wasser lässt sich mit einer Kilowattstunde Strom kochen? Gar nicht mal so viel.
Bild: Andrea Warnecke, dpa

Von der Stromrechnung kennt man das Kürzel kWh, das heißt Kilowattstunde. Aber was genau lässt sich mit der Energie eigentlich anfangen? Ein Experte klärt auf.

Was ist eigentlich eine Kilowattstunde und was kann ich mit einer Kilowattstunde machen? Watt und Kilowattstunden – immer wieder werden die beiden Begriffe durcheinandergebracht, wenn es um den Stromverbrauch geht. Dabei ist der Unterschied schnell erklärt.

So lässt sich berechnen, wie viel Strom ein Gerät verbraucht

Die Kilowattstunde (kWh) ist eine Maßeinheit für die Energie, die über einen bestimmten Zeitraum verbraucht wird, Watt für die Leistung also einen Momentanwert. Eine Kilowattstunde gibt die Energie an, die ein Gerät mit einer Leistung von einem Kilowatt, also 1000 Watt, in einer Stunde verbraucht oder produziert. Ist die Leistung eines Geräts bekannt, lässt sich sein Energieverbrauch mithilfe dieser Formel leicht ermitteln: Leistung (Watt) multipliziert mit der Zeit (Stunden) ergibt den Energieverbrauch in Wattstunden (Wh). Teilt man das Ergebnis durch 1000 erhält man den Verbrauch in Kilowattstunden (kWh). Das ist auch die Einheit, in der die Energieversorgungsunternehmen den elektrischen Strom ihren Kunden in Rechnung stellen. Derzeit kostet eine Kilowattstunde Strom für Privathaushalte knapp 30 Cent.

Während Strom auch gleich in Kilowattstunden abgerechnet wird, muss man Heizöl oder Benzin erst umrechnen. Als einfache Faustformel kann man nehmen, dass in einem Liter Heizöl oder Benzin rund zehn Kilowattstunden stecken.

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Mit einer Kilowattstunde Strom lassen sich 9,5 Liter Wasser kochen

Und um das Ganze konkreter zu machen: Mit einer Kilowattstunde Strom kann man circa 9,5 Liter Wasser zum Kochen bringen oder rund fünf Minuten lang duschen. Die gleiche Menge an Energie ist nötig um rund 6000 Bierkisten aus dem Erdgeschoss in den ersten Stock zu tragen oder um zwei Pkw auf die Höhe des Ulmer Münsters mit gut 160 Metern hoch zu heben. Das zeigt, dass wir gefühlsmäßig Energie, die in Wärme steckt, immer unterschätzen, während wir mechanische Energie, die hinter vielen täglichen Arbeiten steckt, meist überschätzen. Dies sieht man auch, wenn man sich die Leistungsaufnahme eines Heizlüfters oder eines Toasters anschaut und mit der eines Handrührgeräts in der Küche vergleicht.

Hier sind noch andere Beispiele: Eine Ladung Wäsche bei 60 Grad zu waschen, verbraucht ebenfalls rund eine Kilowattstunde Strom. Der LCD-Fernseher läuft mit einer Kilowattstunde fünf bis zehn Stunden – je nach Bildschirmgröße. Bei einem Plasma-Fernsehgerät ist eine Kilowattstunde bereits nach drei Stunden verbraucht. Eine 60-Watt-Glühlampe sorgt mit einer Kilowattstunde Strom 17 Stunden für Helligkeit. Die deutlich energiesparendere LED- Lampe leuchtet mit gleicher Lichtstärke 130 bis 150 Stunden lang.

Standby-Geräte ausschalten, spart enorm viel Geld

Interessant ist auch diese Zahl: Nimmt man den Standby-Verbrauch (Router, Telefon, Alexa und so weiter) eines typischen Vier-Personen-Haushalts zusammen, ist nach 14 Stunden eine Kilowattstunde Strom verbraucht. Für sich allein scheint das nicht viel zu sein. Aber in der Summe kommt da einiges zusammen. Der durchschnittliche Stromverbrauch eines Vier-Personen-Haushalts in Deutschland liegt bei rund 4000 Kilowattstunden im Jahr – macht 1200 Euro im Jahr. Ohne Komfortverlust lassen sich der Stromverbrauch und damit die Energiekosten leicht um 1000 Kilowattstunden beziehungsweise um über 300 Euro senken. Indem man beispielsweise Glühlampen durch LED-Leuchten ersetzt, abschaltbare Steckerleisten nutzt, um den Standby-Verbrauch zu minimieren, beim Kochen Topfdeckel nutzt oder veraltete Heizungspumpen gegen eine moderne Hocheffizienzpumpe tauscht.

Die Aufzählung der möglichen Maßnahmen, die keine hohen Investitionen erfordern oder gar nichts kosten, ließe sich beliebig fortsetzen. Und mit dem Einsatz von Haushaltsgeräten, die in Sachen Energieeffizienz top sind, lassen sich noch weitere 1000 Kilowattstunden im Jahr einsparen.

Zum Autor: Martin Sambale ist Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu, kurz eza!

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