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Garten
07.04.2018

Tipps: So können Hobbygärtner nun richtig loslegen

Endlich! Wie herrlich. Der Frühling ist da. Leuchtende Narzissen und Tulpen blühen um die Wette, die  Sonne wärmt Körper und Seele - da zieht es viele Hobbygärtner in ihr eigenes Gartenparadies.
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Endlich! Wie herrlich. Der Frühling ist da. Leuchtende Narzissen und Tulpen blühen um die Wette, die  Sonne wärmt Körper und Seele - da zieht es viele Hobbygärtner in ihr eigenes Gartenparadies.
Foto: Marcel Kusch, dpa

Gemüse säen, Salate pflanzen, Blumenzwiebel stecken - in der privaten Grünoase gibt es jetzt sehr viel zu tun. Eine Expertin erklärt, worauf zu achten ist.

Was können Blumenfreunde tun, damit alles möglichst lange prächtig gedeiht? In Kooperation mit der Bayerischen Gartenakademie stellen wir jeden Monat Tipps vor. Jetzt Anfang April kann es so richtig losgehen im eigenen Gemüse- und Blumenparadies, betont Gartenbauingenieurin Marianne Scheu-Helgert und hat jede Menge Anregungen für Hobbygärtner:

Säen: Wessen Kinder gerne Erbsen essen, der sollte jetzt Pal- und Markerbsen ansäen. Dabei seien die Markerbsen anfangs empfindlicher, aber auch ertragreicher. Säen könne man nun auch beispielsweise gelbe Rüben, Rettiche, Spinat und vor allem Wurzelgemüse. „Salat würde ich dagegen pflanzen.“

Pflanzen: Wer knackige Salate liebt, dem rät die Gartenexpertin nicht nur eine Sorte anzupflanzen, sondern gleich vier bis sechs Sorten. Doch Vorsicht: „Der Eissalat schmeckt den Schnecken am besten. Rote Salate sind dagegen nicht so beliebt.“ Empfehlen kann Scheu-Helgert sogenannte Multileaf-Salate, von einigen Anbietern auch Salanova genannt. Das sind Pflücksalate, „die schnell und zuverlässig wachsen, gesund sind und schmecken“. Eigentlich wurden sie, wie die Fachfrau erklärt, für die Salatindustrie gezüchtet, für Salatblätter als gewaschene Fertigmischung in Tüten, doch auch Hobbygärtner haben ihre Freude an ihnen.

Schnecken: Gerade Hobbygärtner, die Vlies auf ihren Beeten verwenden, sollten nach Ansicht von Scheu-Helgert jeden Abend eine Tour durch den Garten machen, und unters Vlies gucken. „Schon jetzt sind kleine, schwarze Jungtiere der Wegschnecke unterwegs.“ Daher heißt es, die Schnecken in einem Eimer sammeln und anschließend mit kochendem Wasser übergießen. Das sei noch der schnellste Tod.

Ja, auch sie, die berühmt-berüchtigte Nacktschnecke, ist wieder unterwegs und vertilgt gerne das, was der Hobbygärtner liebevoll angesät und eingepflanzt hat. Daher hilft wohl nur das Einsammeln der Tiere.
Foto: Patrick Pleul, dpa

Unkraut: „Alles Unkraut, das Samen ansetzt, muss raus“, lautet der klare Arbeitsauftrag der Expertin. Dabei fällt es ja manchmal schwer, alles rauszureißen, ist doch so manches Unkraut hübsch anzusehen – man denke nur an den kriechenden Hahnenfuß mit seinen zarten, gelben Blütchen, das Fingerkraut oder die Knoblauchsrauke mit ihren weißen Blüten. Und das behaarte Schaumkraut ist sogar ein wohlschmeckender Kresseersatz. Aber, so betont Scheu-Helgert, wer nicht rechtzeitig eingreift, wird dem Unkraut nicht mehr Herr. Wichtig: „Unkraut, das bereits Samen angesetzt hat, nicht auf den Kompost werfen, sondern in der Biotonne entsorgen.“

Staudenbeet: Das Staudenbeet benötige nun ein bisschen Pflege: Dürre Blätter beispielsweise sollten abgeschnitten werden. Allerdings lässt die Fachfrau durchaus eine niedrige Laubschicht zwischen den Stauden, „da sich darin oft Nützlinge verbergen“. Wer es sofort in Angriff nimmt, könne Stauden noch teilen. So dürfe von einer riesigen Fetthenne ruhig rechts und links etwa ein Drittel mit dem Spaten weggestochen und entweder woanders hingepflanzt oder verschenkt werden. Wichtig ist, beim Teilen darauf zu achten, dass die geteilten Bereiche Knospen und Wurzeln aufweisen. „Für die Gämswurz, deren goldgelbe Strahlenblüten an Margeriten erinnern, ist es aber schon zu spät zum Teilen. Sie ist schon zu grün und hat zu viele Triebe“, warnt Scheu-Helgert. Dagegen könnten Schafgarbe und Kugeldistel beispielsweise jetzt noch gut geteilt werden. Außerdem sollten Liebhaber von Staudenbeeten nun die Pflanzen versetzen, die etwas zu dicht sitzen.

Düngen: „Stauden – außer Prachtstauden wie Rittersporn – muss man nicht düngen“, sagt Scheu-Helgert. Aber im Gemüsebeet würde sie auf einen Quadratmeter 100 Gramm Horngries verteilen. Auch eine Schippe Kompost gezielt an jeden Beerenstrauch und jede Rose ist hilfreich.

Frühlingsblüher: Was tun, wenn einst prächtige Narzissen und Krokusse verblüht sind? Der Anblick stört viele. Wer eine Schale mit Frühlingsblühern hat, dem rät Scheu-Helgert, alle Pflanzen einfach an einen nicht so ins Auge stechenden Ort – etwa nahe dem Kompost – einzusetzen. „Die Zwiebel entwickeln sich dann dort und können im Sommer, wenn alles schön trocken ist, herausgenommen und an eine Stelle gesteckt werden, an der sie im nächsten Frühjahr wieder blühen sollen.“ Vorausschauende Gärtner planen ihrer Ansicht nach sowieso ihre blühende Oase so, dass beispielsweise die Frühjahrsblüher hinter bestimmte Staudenpflanzen gesetzt werden, die in etwa dann aufblühen, wenn Narzisse oder Hyazinthe welken.

Sommerblumen: Wer in ein paar Wochen prächtige Sonnenblumen, Ringelblumen oder Cosmea haben möchte, dem empfiehlt Scheu-Helgert, sie jetzt anzusäen. „Ich rate immer dazu, bei den Sonnenblumen nicht zu den langstieligen zu greifen. Mit den gut verzweigten, vielblumigen Sorten hat man länger Freude, weil sie länger blühen.“ Dahlien und Gladiolen würde die Expertin aber noch nicht einpflanzen: Dahlien heißen nicht ohne Grund Georginen, das heißt, man sollte den Georgstag, den 23. April, abwarten, bevor sie ins Freie gesetzt werden.

Jetzt können Hobbygärtner wieder richtig loslegen und beispielsweise Sträucher einsetzen.
Foto: Miriam Doerr & Martin Frommherz, dpa

Weinstock: Traubenstöcke kauft man am besten direkt beim Erzeuger, also in Rebschulen, wo man auch beraten wird, betont Scheu-Helgert. Wer bereits wunderbar rankenden Wein sein Eigen nennt, dem rät sie, nun beherzt zur Schere zu greifen: Je stärker der Rückschnitt, desto größer die Wüchsigkeit und desto schöner die Früchte. Das erklärt sich damit, dass der Traubenstock seine Triebknospen für das kommende Jahr schon im vorherigen Sommer anlegt. Was also im Frühjahr austreibt, ist quasi schon seit dem vergangenen Jahr in Vorbereitung. Wird der Rebstock nun zurückgeschnitten, so verringert sich dadurch die Zahl der Austriebe erheblich. Jeder einzelne davon hat jedoch ausreichend Platz und treibt kräftig. Er setzt große Trauben und ausreichend Blattmasse an, die die Beeren dann auch mit viel Zucker und Aroma versorgen.

Rosen: Sie können jetzt ebenfalls schon stark zurückgeschnitten und gedüngt werden. „Es pressiert aber nicht“, sagt die Fachfrau.

Rasen: Scheu-Helgert ist keine Freundin des englischen Rasens – aus Naturschutzgründen. Eine Grünfläche mit Gänseblümchen und Klee bietet mehr Nahrung für Insekten. Aufsitzmäher, aber auch die in Mode gekommenen Mähroboter vernichten dagegen ihrer Einschätzung nach zu viel Nahrungsgrundlage für Kleinstlebewesen. Wer allerdings beispielsweise gerne Fußball im Garten spielt, dem empfiehlt sie einen richtigen Spiel- beziehungsweise Gebrauchsrasen. „Jetzt im Frühjahr kann man natürlich den Rasen ganz neu anlegen.“ Viele machten den Fehler und achteten nicht darauf, dass ein perfekter grüner Rasen nur auf einem sandigen Boden gedeiht. Übrigens stimme es auch nicht, dass kein Gras wachse, weil zu viel Moos im Rasen ist: „Moos wächst überall dort, wo kein Gras wächst – sei es aus Gründen der ungeeigneten Bodenqualität, sei es auch Lichtmangel.“ Und Vorsicht beim Einsatz von Eisensulfat als Moosvernichter: Eisen verursacht braune Flecken auf vielen Steinplatten und Pflasterarten.

Weitere Informationen gibt es online auf der Internetseite der Bayerischen Gartenakademie: www.lwg.bayern.de/gartenakademie

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