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Fahrrad

24.06.2020

Gebrauchtes Fahrrad kaufen? Das sollten Sie beachten

Sie möchten ein Fahrrad gebraucht kaufen? In diesem Artikel erfahren Sie, was Sie dabei beachten sollten.
Bild: Sebastian Kahnert, dpa

Beim Kauf eines gebrauchten Fahrrads gilt es einiges zu beachten, um keine böse Überraschung zu erleben. Gleiches gilt für die Reinigung und Pflege des Zweirads.

Experten vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club (ADFC) geben Tipps, um beim Kauf eines gebrauchten Fahrrads keine böse Überraschung zu erleben. Und was ist bei der Pflege von Fahrrädern zu beachten?

1. Wo kaufe ich am besten ein gebrauchtes Fahrrad?

Angeboten werden Gebrauchtfahrräder zum Beispiel auf Plattformen im Internet, auf Flohmärkten oder in Anzeigenblättern. Man könne sich allerdings nie sicher sein, dass sich das vermeintliche Schnäppchen als Fehlkauf entpuppt, warnt der ADFC. Deshalb rät der Fahrrad-Club dringend von Blindkäufen ab: „Ein seriöser Anbieter wird immer eine Probefahrt ermöglichen. Ohne diese sollte kein gebrauchtes Rad gekauft werden.“ Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte beim Fachhändler kaufen, heißt es vonseiten des ADFC: „Die geben oft eine Garantie und beraten bei Problemen. Dafür sind die Räder nicht ganz so günstig wie anderswo.“

2. Wie teuer darf ein gebrauchtes Fahrrad höchstens sein?

Je genauer Wünsche und Bedürfnisse formuliert sind, desto leichter sei es, den richtigen Preis zu finden. Reicht ein Alltagsrad, oder ist eine Alpenüberquerung geplant? Davon sei die Preisfrage abhängig, wissen die Experten vom ADFC. Das Budget sollte schon vor dem Kauf geklärt sein. Wenn Neupreis und Alter des Rades bekannt sind, kann man sich an diesen Faustregeln des ADFC orientieren: Ein Fahrrad verliert beim Neukauf rund 20 Prozent an Wert, nach etwa zwei Jahren ist er noch bei 50 Prozent. Und danach halbiert sich der Wert alle vier Jahre. Entscheidend für einen fairen Preis sei aber immer der Zustand.

3. Wie erkenne ich, dass ein gebrauchtes Rad in gutem Zustand ist?

Eine Garantie dafür gebe es nicht, der ADFC hat aber ein paar Tipps, wie man die Chancen einer bösen Überraschung zumindest minimiert. Betrachtet man das Fahrrad von vorne, dürfen Lenker und Vorbau nicht verbogen sein, Vorder- und Hinterrad müssen in einer Spur laufen. Die Kette sollte rostfrei sein, nicht zu viel Schmutz und Öl aufweisen und sich flüssig über die Ritzel bewegen. Der Rahmen darf Gebrauchsspuren zeigen, sollte aber keine Risse oder große Roststellen haben. Beim Schieben mit angezogener Bremse sollten die Räder blockieren. Die Bremsgriffe sollten sich nicht ohne Widerstand durchdrücken lassen. Wenn die Räder nach dem Test wieder frei durchdrehen, seien die Bremsen in Ordnung.

4. Auf was muss ich beim Gebrauchtkauf aus rechtlicher Sicht achten?

Ist das Wunschobjekt gefunden, empfiehlt der ADFC einen schriftlichen Kaufvertrag abzuschließen, in dem beide Vertragspartner aufgeführt sind und das Fahrrad beschrieben wird. Wichtig sei es auch, einen Eigentumsnachweis vom Verkäufer zu verlangen. Sonst bestehe die Gefahr, ein gestohlenes Rad zu kaufen.

5. Wie reinige ich mein Fahrrad möglichst schonend?

Die regelmäßige und gründliche Reinigung ist dem ADFC zufolge wichtig, um Rost und Korrosion zu vermeiden. Aber auch, um Schäden, die sich hinter Staub und Dreck verstecken, ausfindig zu machen. Empfohlen wird, Wasser und Spülmittel oder spezielle Fahrradreiniger mit einem Lappen zu verwenden. Bei schwer erreichbaren Stellen hilft eine alte Zahnbürste. Auf einen Hochdruckreiniger sollte man verzichten: Der ist zwar praktisch, könne aber die Radlager beschädigen. Zum Schluss ist das Rad gründlich mit einem Tuch abzutrocknen.

6. Wie bringe ich die Kette erfolgreich auf Vordermann?

Zuerst muss die Kette nach Angaben des ADFC mit speziellem Kettenreinigungsmittel eingesprüht werden. Nach der Einwirkzeit könne die Kette mehrmals durch einen alten Putzlumpen gezogen werden, um groben Schmutz zu entfernen. Dann müsse man zur Pflege Kettenfett auf die Innenseite jeder einzelnen Lasche auftragen. Um Schäden an der Zahnradkassette durch verzogene oder ausgeleierte Kettenglieder zu vermeiden, sollte die Kette mit einem Prüfer gemessen werden.

7. Worauf muss ich bei den Bremsen und Reifen achten?

Regelmäßig sollten alle Schalt- und Bremskabel auf Risse oder Korrosion abgesucht, sowie die Felgen und Reifen überprüft werden. Ob ein Rad rund läuft oder eiert, kann man dem ADFC zufolge leicht erkennen: Der Abstand zwischen Bremse und Reifen muss immer gleich sein. Die Bremsklötze zu überprüfen, sei sogar „überlebenswichtig“. Gewechselt gehören die Klötze etwa, wenn die Querrillen nicht mehr zu sehen sind. Die Bremsgriffe sollten sich zudem nicht ohne Widerstand bis zum Anschlag durchdrücken lassen. Im Zweifel müssen die Rändelschrauben am Bremsgriff und am Bremskörper neu eingestellt oder der Bremszug angezogen werden.

8. Heute geht es auf Tour – was muss ich vor dem Start alles checken?

Der ADFC empfiehlt, vor jeder Fahrt grundlegende Funktionen am Fahrrad zu prüfen. Funktionieren Bremsen, Schaltung und Licht? Haben die Reifen genügend Luft und Profil? Stark belastete Teile wie Lenker, Vorbau und Sattelstütze sollten auf Schäden abgesucht werden. Auch das Zubehör sollte komplett sein. Der ADFC rät jedem Radler neben einem Helm und einem Schloss, Flickzeug, Luftpumpe, Ersatzschlauch, einen Lappen sowie ein Minitool mit passendem Werkzeug einzupacken.

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Beitrag aus unserem Online-Archiv.

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