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Gesundheit
12.01.2021

Senioren, Kinder, Schwangere: Welche Ernährung für wen richtig ist

Eine ausgewogene Ernährung ist wichtig. Doch worauf sollten Menschen in verschiedenen Situationen achten?
Foto: Mascha Brichta, dpa (Symbolbild)

Welche Ernährung ist richtig für Schwangere, Kinder oder Senioren? Experten geben Tipps, wie sich Menschen in verschiedenen Situationen ernähren sollten.

Manche verzichten auf Fleisch, andere gleich auf alle tierischen Produkte, manche fürchten Lactose oder Fructose, andere das Gluten. Die Ernährungsweisen heute sind vielfältig und teils von Ideologien geprägt. Doch welche Empfehlungen gibt die Wissenschaft als Grundlage einer gesunden Ernährung für Menschen in verschiedenen Situationen?

Kinder und Jugendliche

Wie ernährt man Kinder richtig? Mit den Antworten ließen sich ganze Bücher füllen. Dennoch muss Professor Mathilde Kersting, Leiterin des Forschungsinstituts für Kinderernährung in Dortmund, nicht lange überlegen, wenn man sie nach zwei, drei entscheidenden Regeln fragt. „Am wichtigsten ist, abwechslungsreich zu essen und regelmäßige Mahlzeiten einzunehmen“, sagt sie. Auch die Ernährungswissenschaftlerin Sonja Fahmy vom Projekt FIT KID der Deutschen Gesellschaft für Ernährung sieht das so, fügt aber noch hinzu: „Kinder sollen Spaß am Essen haben! Der Familientisch sollte nie zum Stresstisch werden.“

Zumindest theoretisch lässt sich leicht beschreiben, was gut für Kinder ist. Die Grundregeln einer gesunden Ernährung kauen die Jüngsten heute bereits in Kindergarten und Grundschule durch: Das Fundament der gängigen „Ernährungspyramide“ bilden nämlich reichlich kalorienarme Getränke und viele pflanzliche Lebensmittel (Gemüse, Obst und Getreideerzeugnisse). Mäßig viel sollte man von tierischen Lebensmitteln (Milch, Fleisch, Fisch) zu sich nehmen. Fett- und zuckerreiche Lebensmittel (Speisefette, Zucker, Knabberzeug) bilden nur eine kleine Spitze: Mit ihnen sollte man sparsam umgehen. Diese Regeln stammen aus der Optimierten Mischkost, einem wissenschaftlich begründeten Ernährungskonzept für Kinder und Jugendliche, das Anfang der 90er Jahre vom FKE entwickelt und regelmäßig aktualisiert wurde.

Ernährungstipps: Das sollten Kinder essen

„An dem, was wir seit zehn, zwanzig Jahren predigen, hat sich wenig geändert“, sagt Kersting. Gilt das auch für vegetarische Ernährung? Stehen Institutionen wie das FKE ihr inzwischen nicht viel aufgeschlossener gegenüber? Kersting sieht hier aber keinen Kurswechsel: „Wir haben schon immer empfohlen, nur moderate Fleischmengen zu essen.“ Eine lakto-vegetarische Ernährung von Kindern (ohne Fleisch, aber mit Milchprodukten) hält das FKE grundsätzlich für machbar. Kritisch wird es dagegen schnell, wenn alle tierischen Produkte, also auch Milch und Milchprodukte, wegfallen: „Kinder vegan zu ernähren, ist äußerst schwierig. Da muss man sich sehr gut auskennen“, sagt sie. Bei einer rein pflanzlichen Ernährung läuft man nämlich Gefahr, mit bestimmten Nährstoffen - allen voran mit Vitamin B 12 - unterversorgt zu sein. In Wachstumsphasen kann sich das besonders negativ auswirken: Bei Vitamin-B 12-Mangel kann es z.B. zu bleibenden neurologischen Schäden kommen. Deshalb empfiehlt Kersting Eltern, die ihr Kind vegan ernähren wollen, sich unbedingt vom Kinderarzt beraten zu lassen.

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Woran hapert es am meisten, wenn man die durchschnittliche Ernährung der Kinder hierzulande betrachtet? „Die Nährstoffzufuhr ist in der Regel gut“, sagt Kersting. Doch werde der Bedarf eben oft über die „falschen“ Lebensmittel gedeckt. So enthalten etwa Pommes, Pizza und Schokokuchen durchaus Vitamine und weitere Nährstoffe - doch sind derlei Speisen wegen ihres hohen Energiegehalts wenig empfehlenswert. „Allgemein kann man sagen: Kinder in Deutschland sollten mehr Wasser trinken, mehr pflanzliche Lebensmittel, vor allem Gemüse, essen und mehr Vollkornbrot zu sich nehmen“, erklärt die Expertin. Ideal ist es, wenn man zu jeder Mahlzeit etwas Gemüse (auch als Rohkost) oder Obst anbietet. So kommt man mühelos auf die empfohlenen „Fünf am Tag“, nämlich fünf Portionen Gemüse und Obst.

Ernährungsexpertin: Ausgewogene Ernährung ist wichtig

Oft seien Kinder auch mit Jod, das für eine gesunde Entwicklung des Gehirns wichtig ist, unterversorgt, berichtet Kersting. Das liege unter anderem daran, dass in Fertigprodukten inzwischen seltener Jodsalz verwendet würde. Eltern sollten deshalb mit Jodsalz kochen und auch bei Brot, Wurst und Fertigprodukten darauf achten, dass Jodsalz enthalten sei. Ansonsten sind neben Seefisch auch Milch und Milchprodukte (z.B. Joghurt) gute Jodquellen.

Doch was hilft das ausgefeilteste Ernährungskonzept mit Grünkernburgern und Rote-Bete-Salat, wenn der Nachwuchs außer Nudeln nichts anrührt? Gelassenheit, meint Fahmy: „Das ist nichts Dramatisches. Manchmal braucht man einfach Geduld.“ Oft haben Kinder Phasen, in denen sie nur wenige Speisen akzeptieren. Am besten ist es, wenn Eltern sich davon wenig beeindrucken lassen und weiterhin eine große Palette von Lebensmitteln auf den Tisch bringen. „Eltern sind für das Angebot verantwortlich. Für die Auswahl und die Mengen ist das Kind zuständig“, betont Fahmy. Überredungsversuche, Strafen oder auch Belohnungen sind kontraproduktiv: Sie machen nur Stress.

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