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Grippe-Impfung

06.10.2019

Grippesaison 2019/20: Ab wann und für wen ist eine Impfung sinnvoll?

Grippesaison 2019/20: Ab wann und für wen ist eine Impfung sinnvoll?
Bild: Marcus Merk (Symbol)

Die Grippe-Saison 2019/20 beginnt. In diesem Jahr sind bereits mehr Dosen Grippe-Impfstoff ausgeliefert worden als in der gesamten Vorjahressaison. Alle Infos dazu finden Sie hier im Überblick.

Eine neue Grippesaison steht vor der Tür - damit auch die alljährliche Frage nach dem Impfschutz. Ab Oktober empfiehlt das Robert-Koch-Institut (RKI) eine Grippe-Impfung, beziehungsweise eine Auffrischung. Laut Paul-Ehrlich-Institut wurden bisher schon 16,5 Millionen Dosen zur Impfung gegen Influenza freigegeben. Bis Ende November würden vermutlich weitere Chargen dazukommen, meint das Institut. In der gesamten Vorsaison waren es 15,7 Millionen. Damals war es zeitweise zu Engpässen bei der Lieferung gekommen. Wegen der hohen Nachfrage musste mit Impfstoffen aus dem Ausland aufgestockt werden.

Doch für wen ist der Impfschutz tatsächlich sinnvoll? Und wie groß ist der dadurch gegebene Schutz vor Influenzaviren? Die wichtigsten Fakten rund um das Thema Grippe-Impfung finden Sie hier im Überblick.

Grippe-Impfung: Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Sinnvoll sind Grippe-Impfungen vor allem im Oktober und im November. Denn bis sich der Impfschutz vollständig aufbaut, vergehen zehn bis 14 Tage. Doch kann eine Impfung selbst später noch helfen, wenn eine Influenza schon um sich greift. Keiner kann nämlich abschätzen, wie lange die Krankheitswelle dauert oder ob noch eine weitere folgt.

Grippesaison 2019/20: Ab wann und für wen ist eine Impfung sinnvoll?

Für einen ausreichenden Schutz muss außerdem jedes Jahr geimpft werden, weil sich die Art der Erreger immer wieder ändert.

Wie groß ist der Schutz vor Influenzaviren durch eine Grippe-Impfung?

Zwar gibt es keinen 100-prozentigen Schutz, zum Beispiel wenn sich Patienten kurz vor der Impfung oder danach mit Grippe-Viren anstecken - also wenn die Impfwirkung noch nicht vollständig eingesetzt hat. Zudem wird der Impfstoff jedes Jahr neu angepasst und wirkt je nach Jahr mehr oder weniger gut.

Doch wird nach RKI-Angaben das Risiko zu erkranken in jedem Fall durch eine Impfung deutlich gesenkt - um rund die Hälfte etwa bei älteren Menschen mit weniger Abwehrkräften. Zudem hätten Studien belegt, dass bei Patienten, die trotz Impfung erkranken, die Grippe sanfter verläuft. "Mehr Impfungen würden eindeutig mehr Erkrankungen verhindern", sagt Silke Buda vom RKI.

Für wen ist eine Grippe-Impfung sinnvoll?

Die Ständige Impfkommission (STIKO), die entsprechende Maßnahmen nach Nutzen und Risiko einschätzt, empfiehlt die Grippe-Impfung ausdrücklich für alle Menschen über 60, für chronisch Kranke jeden Alters, für Schwangere sowie für Medizin- und Pflegepersonal, um zu verhindern, dass Patienten angesteckt werden. Die Deutsche Herzstiftung rät vor allem Herzpatienten zur Grippeschutzimpfung, da sie durch die Vorerkrankung besonders gefährdet sind.

Kindern und Erwachsenen empfiehlt die STIKO nicht ausdrücklich eine Grippe-Impfung - sofern sie gesund sind. Bei Menschen ohne chronische Krankheiten verlaufe die Influenza in der Regel nicht so schwerwiegend. Das heißt aber nicht, dass die Kommission in diesen Fällen von einer Impfung abrät - ganz im Gegenteil: Wer will, soll die Vorsichtsmaßnahme ergreifen. Es spricht selbst nichts dagegen, dass stillende Mütter sich impfen lassen.

Auch Schwangeren wird der Impfschutz empfohlen: "Die STIKO empfiehlt die Influenza-Impfung allen Schwangeren ab dem 2. Schwangerschaftsdrittel, bei erhöhter gesund­heit­licher Gefährdung infolge eines Grundleidens (z.B. Asthma oder Diabetes) ab dem 1. Schwangerschaftsdrittel", heißt es auf der Webseite.

Was steckt im Impfstoff der Grippe-Impfung?

Die Erreger der Influenza sind Viren, die Wissenschaftler in die Typen A, B und C unterteilen. Für Menschen sind die saisonal auftretenden Influenza A- und B-Viren besonders relevant. Sie können durch winzige Tröpfchen - ein Niesen reicht schon - übertragen werden.

Die saisonale Influenza wird laut RKI derzeit von A(H1N1)-, A(H3N2)-Viren und zwei Gruppen von Influenza-B-Viren (Victoria- und Yamagata-Linie) verursacht. Der jeweilige saisonale Influenza-Impfstoff enthält jene Bestandteile der Virus-Varianten, die für die kommende Saison erwartet werden.

Für die Saison 2019/20 empfiehlt die Weltgesundheitsorganisation WHO eine gegenüber der Saison 2018/19 veränderte Zusammensetzung der Influenzaimpfstoffe. Der Vierfach-Impfstoff soll demzufolge Antigene folgender Influenzaviren enthalten:

  • A/Brisbane/02/2018 (H1N1) pdm09-ähnlicher Stamm
  • A/Kansas/14/2017 (H3N2)-ähnlicher Stamm
  • B/Colorado/06/2017-ähnlicher Stamm (Victoria-Linie)
  • B/Phuket/3073/2013-ähnlicher Stamm (Yamagata-Linie)

Wann beginnt die Grippesaison? Und wann spricht man von einer Grippewelle?

Überlicherweise zirkulieren die Influenzaviren auf der nördlichen Halbkugel hauptsächlich im Zeitraum zwischen der 40. Kalenderwoche (Anfang Oktober) und der 20. Kalenderwoche (Mitte Mai). Die Grippewelle bezeichnet dabei die erhöhte Influenza-Aktivität innerhalb der Grippesaison und beginnt zumeist im Januar.

Den genauen Beginn der Grippewelle legt das Robert-Koch-Institut alljährlich anhand von Stichproben fest, wobei geprüft wird, ob es sich lediglich um Erkältungsviren oder aber Influenzaviren handelt. Vereinfacht gilt der Grundsatz: Wenn in jeder fünften Patientenprobe tatsächlich Influenzaviren nachgewiesen werden – die so genannte Positivenrate also bei etwa 20 Prozent liegt – hat die etwa drei bis vier Monate dauernde Grippewelle begonnen.

Grippewelle: Wie hoch war die Zahl der gemeldeten Fälle 2018/19?

Die vergangene Grippewelle verlief dem RKI-Influenzabericht zur Grippesaison 2018/19 zufolge vergleichsweise moderat: Die Arbeitsgemeinschaft Influenza des RKI verzeichnete demnach rund 3,8 Millionen influenzabedingte Arztbesuche – in der ungewöhnlich starken Grippewelle 2017/18 wurden dagegen 9 Millionen influenzabedingte Arztbesuche registriert.

In der Saison 2018/19 wurden 954 Todesfälle mit laborbestätigter Influenza-Infektion an das RKI übermittelt. Damit sind es zwar weniger Todesfälle mit Influenzainfektion als in der Vorsaison 2017/18 (1.674), aber immer noch mehr als in den vorangegangenen Saisons.

Die EU-Präventionsbehörde ECDC schätzt, dass jedes Jahr zwischen 5000 und 17.000 Menschen nach einer Grippeinfektion in Europa sterben. (AZ)

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