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Hygiene-Ratgeber
31.05.2021

Auch nach Corona: Richtiges Händewaschen hält gesund

Schön schäumen soll es: Beim Händewaschen gilt das Motto „lieber zu viel, als zu wenig“, auch bei der Seife.
Foto: Rolf Vennenbernd, dpa (Symbolbild)

Experten empfehlen, die regelmäßige Handhygiene auch nach der Corona-Pandemie beizubehalten. Welche Fehler man dabei machen kann – und was es über das Jahr gerechnet kostet.

Die Inzidenz sinkt und die Impfquote steigt. Dennoch ist in der Corona-Pandemie nach wie vor Vorsicht geboten. Eine gründliche Handhygiene ist neben Abstand und Maske ein guter Schutz vor einer Infektion. Regelmäßiges Händewaschen sei nicht nur in der aktuellen Lage, sondern generell wichtig, um sich und andere vor Infektionserregern, die beispielsweise Atemwegs- oder auch Durchfallerkrankungen verursachen, zu schützen, erklärt die Ärztin und Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Dr. Heidrun Thaiss. Die Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um das Thema Handhygiene gibt es hier.

Wie wasche ich die Hände richtig?

Die Hände zunächst unter fließendes Wasser halten und anschließend gründlich einseifen. Dabei nicht nur auf die Handinnenflächen, sondern auch auf Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume, Daumen und Fingernägel achten. Idealerweise werden die Hände 20 Sekunden lang eingeseift. Danach die Hände unter fließendem Wasser abspülen. Den Wasserhahn in öffentlichen Toiletten mit dem Ellenbogen oder mit einem Einweghandtuch abstellen. Nach dem Waschen die Hände sorgfältig abtrocknen, dabei auch an die Fingerzwischenräume achten. In öffentlichen Toiletten eignen sich zum Abtrocknen am besten Einmalhandtücher. Zu Hause sollte jeder sein persönliches Handtuch benutzen.

 

Wann und wie oft sollte ich die Hände waschen?

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung empfiehlt immer nach dem Heimkommen, nach dem Toilettengang, nach dem Wickeln, nach dem Husten, Niesen oder Naseputzen, nach dem Kontakt mit Tieren oder Müll, die Hände gründlich zu waschen. Vor dem Essen, vor der Einnahme von Medikamenten und vor dem Benutzen von Kosmetikprodukten sollten die Hände ebenfalls gereinigt werden. Besonders wichtig ist die Handhygiene vor und nach dem Kochen sowie beim Kontakt mit Kranken. Pro Tag sollten die Hände mindestens acht- bis zehnmal gewaschen werden.

Was sind die häufigsten Fehler beim Händewaschen?

Richtiges Händewaschen erfordert ein sorgfältiges Vorgehen. Oft werden die Hände nicht ausreichend eingeseift und der Handrücken, die Daumen und Fingerspitzen vernachlässigt. Falsches oder zu häufiges Händewaschen, vor allem bei zu hohen Wassertemperaturen oder mit zu scharfen Reinigungsmitteln, strapaziert die Haut.

Flüssige oder feste Seife?

Flüssigseife ist hygienischer als Seifenstücke. Vor allem an einem Waschbecken, das von mehreren Personen benutzt wird, sollte eine flüssige Seife stehen. Mehr hilft mehr – daher auf keinen Fall mit der Seife sparen. Laut der Bundeszentrale ist erwiesen, dass eine höhere Seifenmenge zur stärkeren Abnahme der Bakterienzahl auf den Händen führt. Um Hautirritation vorzubeugen, empfehlen Fachleute milde, pH-neutrale Seifen. Das Eincremen der Hände mit einem feuchtigkeitsspendenden und rückfettenden Pflegeprodukt unterstützt die Regeneration der Haut nach dem Waschen.

Wie viel kostet eine regelmäßige Handhygiene?

Laut einer Studie des Berliner Start-ups Sani belaufen sich in Augsburg die Kosten für den Wasserverbrauch bei der Handhygiene pro Person im Jahr auf 24,46 Euro. In München ist das Händewaschen mit 24,28 Euro ein paar Cent günstiger. Deutschlandweit am teuersten ist die Handhygiene in Mönchengladbach mit 39,93 Euro. Die Preise wurden anhand der geltenden Wassertarife errechnet. In der Kalkulation wurde angenommen, dass die Hände zehnmal pro Tag gewaschen und dazu jeweils zwei Liter Wasser verbraucht werden. Die Kosten für die Seife und Handtücher sind nicht berücksichtigt.

Macht es Sinn, die Hände ohne Seife zu waschen?

Wenn keine Seife vorhanden ist, sollte man trotzdem nicht auf ein Händewaschen verzichten. Auch wenn die Verwendung von Seife die Wirksamkeit des Händewaschens deutlich steigert, wird ein Teil der Erreger bereits nur mit Wasser abgewaschen.

Warum ist es wichtig, die Hände nach dem Waschen abzutrocknen?

In einer feuchten Umgebung halten und vermehren sich Keime besser. Daher sollten die Hände nach dem Waschen immer gründlich abgetrocknet werden. Die Reibung beim Abtrocknen entfernt zusätzlich Keime. Unterwegs sind Einmalhandtücher die beste Wahl, um sicherzustellen, dass das Handtuch nicht mit Keimen verschmutzt ist.

Was ist unterwegs hygienischer – Handtuch oder Händetrockner?

Beim Vergleich der verschiedenen Methoden, die Hände zu trocknen, sprechen die meisten Untersuchungsergebnisse dafür, die Hände mit einem Papierhandtuch zu trocknen, da sich so Bakterien wirksamer entfernen lassen.

Was bringt Desinfektionsmittel?

Für sichtbar schmutzige Hände sind Desinfektionsmittel nicht geeignet und ersetzen kein Händewaschen. Wegen der Pandemie ist es sinnvoll, vor dem Betreten von Geschäften und öffentlichen Einrichtungen die Hände zu desinfizieren.

Wie desinfiziere ich die Hände richtig?

Es ist wichtig, die jeweiligen Gebrauchsanweisungen und die dort empfohlenen Mengenangaben zu beachten. Das Desinfektionsmittel auf allen Finger- und Handflächen sowie auf den Handgelenken gleichmäßig verteilen. Anschließend das Desinfektionsmittel 30 Sekunden lang einwirken lassen. Achtung, das Desinfektionsmittel nicht auf nassen Händen anwenden, da es sonst verdünnt wird.

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