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Heiz-Tipps

13.12.2019

Kaminofen umrüsten: So funktioniert es

Durch den richtigen Betrieb lässt sich der Schadstoffausstoß von Kaminöfen reduzieren.
Bild: Patrick Pleul, dpa

Ältere Kaminöfen sollten ersetzt oder mit modernen Filtern nachgerüstet werden, um die Feinstaubbelastung zu reduzieren. Sonst erlischt die Betriebserlaubnis.

Heizen mit Holz ist aus ökologischer Sicht sehr sinnvoll. Es handelt sich um einen nachwachsenden Brennstoff aus den heimischen Wäldern, der vor dem Abbau genauso viel Kohlendioxid gebunden hat wie später beim Verbrennungsvorgang wieder freigesetzt wird. Die Wärmeerzeugung mit Holz gilt als klimaneutral. Allerdings geraten Kamin-, Kachel- oder Schwedenöfen zunehmend in Kritik. Denn beim Abbrennen von Holz in diesen Einzelraumfeuerungsanlagen entsteht Feinstaub. Und der ist gesundheitsgefährdend.

Kaminofen umrüsten: Moderne Kaminöfen sind deutlich effizienter

Wie in vielen Bereichen hat sich auch bei Kamin- und Kachelöfen die Technik weiterentwickelt. Neuere Modell arbeiten energieeffizienter, sprich sie brauchen weniger Holz, aber auch ihr Schadstoffausstoß ist geringer. Um die Feinstaubbelastung zu reduzieren, sollen ältere Öfen zunehmend ersetzt oder mit Filteranlagen nachgerüstet werden. Der Gesetzgeber hat daher in der Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes „Altersgrenzen“ festgelegt, ab der ein Staubabscheider oder eine andere Einrichtung zur Staubreduzierung eingebaut werden muss. Andernfalls erlischt die Betriebserlaubnis.

Als nächstes davon betroffen sind Öfen mit einer Typenprüfung zwischen 1. Januar 1985 bis 31. Dezember 1994. Kann nicht nachgewiesen werden, dass ihr Schadstoffausstoß den aktuellen gesetzlichen Vorgaben entspricht, müssen sie bis 31. Dezember 2020 nachgerüstet oder außer Betrieb genommen werden. Für Öfen mit einer Typenprüfung nach 1. Januar 1995 gilt eine Betriebserlaubnis bis 31. Dezember 2024. Ausgenommen davon sind Einzelraumfeuerungsanlage, die vor 1950 errichtet wurden, offene Kamine, Grundöfen sowie kleinere, nicht gewerblich genutzte Herde und Backöfen.

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Schadstoffausstoß von Öfen lässt sich ganz einfach reduzieren

Beim nachträglichen Einbau eines Staubfilters kann zwischen aktiven und passiven Systemen gewählt werden. Aktive Feinstaubfilter basieren auf dem Prinzip der elektrostatischen Abscheidung. Der elektrostatische Partikelabscheider lädt im Rauchrohr die Staubpartikel, die bei der Verbrennung entstehen, elektrostatisch auf. Dadurch setzen sich die Kleinstteilchen an der Wand des Rauchrohrs fest. Der Vorteil liegt in der hohen Abscheidung von bis zu 90 Prozent. Allerdings ist ein Stromanschluss notwendig. Zudem ist der Anschaffungspreis relativ hoch.

Passive Filter sind einfach konzipierte Katalysatoren. Die Rauchgase werden durch einen Filter aus Keramik oder Edelmetall geleitet. Dabei werden die einzelnen Bestandteile wie Kohlenmonoxid und unverbrannter Kohlenwasserstoff in weniger schädliche und unschädliche Stoffe wie Wasser umgewandelt. Passive Filter sind in der Anschaffung mit rund 300 Euro günstiger. Allerdings muss die Filterkassette alle ein bis zwei Jahre ausgetauscht werden.

Unabhängig vom Alter des Ofens lässt sich durch den richtigen Betrieb der Schadstoffausstoß reduzieren. Es sollte nur trockenes, naturbelassenes Holz verwendet werden. Zum Anfeuern platziert man mehrere kleine Holzscheite mit einer Anzündhilfe auf dem Holzscheitstapel. Nach dem Anzünden brennt das Holz schrittweise nach unten ab. Dadurch strömen die Gase durch die heiße Flamme und brennen nahezu vollständig aus. Wichtig ist dabei eine ausreichende Luftzufuhr. Um Holz zu sparen, werden häufig zu früh die Luftklappen am Ofen geschlossen. Dadurch steigt der Feinstoßausstoß. Gleichzeitig sinkt die Feuerraumtemperatur und damit der Wirkungsgrad.

Zur Person: Martin Sambale ist Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu, kurz eza!

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