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Ratgeber

18.04.2020

Kinder am Computer: Neun Tipps für Eltern in der Corona-Zeit

Gerade in Corona-Zeiten sitzen Kinder besonders oft am Computer. Um Schulstoff zu büffeln, Kontakt mit den Freunden und Mitschülern zu halten oder um zu spielen.
Bild: Bernd Feil, dpa (Symbol)

Ob zum Lernen, Spielen oder für den Kontakt mit Freunden – in der Corona-Krise ist der PC für viele Kinder eine Ablenkung. Experten geben Tipps zur Sicherheit.

Wegen geschlossener Schulen und Kitas sitzen Kinder jetzt häufiger am PC – zum Lernen und sehr oft auch zum Spielen. Besonders jetzt sollten Eltern auf den Schutz vor Gefahren des Internets achten, zum Wohl der Kinder, aber auch des eigenen Geldbeutels, raten Fachleute.

Tipp 1: Bildschirmzeiten festlegen Ob es um die Schule, den Kontakt zu Freunden oder die Freizeitgestaltung geht: Vieles findet derzeit an PC, Laptop oder Smartphone statt. An sich ist das kein Problem, betont die vom Bundesfamilienministerium geförderte Initiative „Schau hin“. „Trotzdem ist es sinnvoll, von Anfang an klare Regeln für die Nutzung digitaler Medien in den kommenden Wochen zu vereinbaren. Die bildschirmfreien Zeiten dürfen auch weiterhin nicht zu kurz kommen“, sagen die „Schau-hin“-Experten. Deren Tipp: Analog ausgestaltete Familienzeiten schaffen, etwa für Gesellschaftsspiele, ein gemeinsames Lesen oder Basteln.

Tipp 2: Ein Kinderkonto anlegen Weil sie zum Arbeiten wegfahren oder im Homeoffice sind, müssen die Eltern ihre Kinder aber oft auch viele Stunden alleine lassen. Um dennoch den Überblick zu behalten, können sie für ihre Kinder ein eigenes Nutzerkonto einrichten. Für das Konto des Kindes empfiehlt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik, kurz BSI, die Nutzerrechte auf ausgewählte Anwendungen einzuschränken. Außerdem sollte eine altersgerechte Startseite festgelegt werden.

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Tipp 3: Kindgerechte Suchmaschinen Auch kleine Kinder finden schnell heraus, wie sie im Internet suchen können. Deshalb sind kindgerechte Suchmaschinen wichtig: Sie filtern die Suchergebnisse so, dass keine für den Nachwuchs ungeeigneten Webseiten angezeigt werden. Das BSI empfiehlt www.blinde-kuh.de, www.fragfinn.de und www.helles-koepfchen.de.

Tipp 4: Spezielle Lernprogramme Neben Angeboten von Schulen gibt es spezielle Lern-Apps für Kinder und Jugendliche. „Kinder ab vier Jahren können spielerisch lernen, die Uhr zu lesen, ältere Mathe, Deutsch oder Englisch mal anders üben“, erläutert die „Schau-hin“-Initiative. Allerdings ist bei der Auswahl Vorsicht geboten: „Unzählige Angebote im Internet suggerieren Kindern, dass sie das Lernen leichter machen. Es ist wichtig, zu wissen, dass hinter solchen Angeboten oft kommerzielle Interessen stecken“, warnt der von den Landesmedienanstalten getragene Verein Internet-ABC. Mitunter deckten sich die dort vermittelten Inhalte nicht mit den Lehrplänen.

Tipp 5: Geeignete Apps Empfehlungen für geeignete Lern-Apps sind zu finden auf den Homepages www.internet-abc.de, www.klick-tipps.net, ein Projekt gefördert von der Stiftung MedienKompetenz Forum Südwest und dem Bundesfamilienministerium, sowie www.schau-hin.info. Das Deutsche Kinderhilfswerk stellt auf der Seite www.kindersache.de ebenfalls Wissens- und Lernelemente zur Verfügung.

Tipp 6: Altersgerechte Spiele Das Angebot an Online-Spielen ist so groß, dass Erwachsene leicht den Überblick verlieren – und Kinder womöglich etwas spielen, das nicht zu ihrem Alter passt oder jugendgefährdend ist. Als Hilfe bei der Auswahl bietet die Fachstelle für Jugendmedienkultur NRW pädagogische Beurteilungen von Spielen und Apps unter www.spieleratgeber-nrw.de an. Zugeschnitten auf die aktuelle Familien-Situation in Corona-Zeiten gibt es dort auch Vorschläge für gemeinsame Multiplayer-Spiele. Ein ähnliches Angebot macht die Bundeszentrale für politische Bildung unter www.spielbar.de.

Tipp 7: Schutz-Software Damit Kinder die Vorgaben der Eltern nicht einfach umgehen, können Jugendschutzprogramme aktiviert werden. Das BSI rät, bestimmte Internetinhalte mit Filtereinstellungen zu sperren und die gesamte Nutzungszeit des Computers oder die Laufzeit bestimmter Programme einzuschränken. „Es gibt auch Kindersicherungs-Apps für Smartphones“, sagt BSI-Mitarbeiterin Karin Wilhelm.

Tipp 8: Vorsicht bei In-App-Käufen Viele Apps für das Smartphone sind zunächst kostenlos, verfügen in dieser Version aber nicht über alle Funktionen. Sogenannte In-App-Käufe ermöglichen es Kindern, Spiele spannender zu machen – kosten aber Geld. Um die Mobilfunkrechnung zu schonen, empfiehlt das BSI, Käufe innerhalb der App zu sperren oder durch ein Passwort zu schützen. Mit einer sogenannten Drittanbietersperre werden kostenpflichtige Bestellungen generell unterbunden. Die SIM-Karte sendet die Mobilfunknummer dann nicht an den App-Anbieter mit. Gut zu wissen: Gesetzlich sind die Provider verpflichtet, eine solche Sperre auf Wunsch des Kunden kostenfrei einzurichten.

Tipp 9: Geräte-Sicherheit Generell wichtig bei der Computernutzung ist der Schutz des Geräts vor Schadprogrammen. Nur mit der richtigen Sicherheitslösung lassen sich teure Reparaturen vermeiden. Rat des BSI an die Eltern: Die automatischen Updates für das Betriebssystem sowie für alle Programme und Apps aktivieren. Virenschutz und eine Firewall sollten ebenfalls aktiv sein. „Dann kann dem Spaß im Internet gar nichts mehr im Wege stehen“, meint BSI-Mitarbeiterin Wilhelm.

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