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Ratgeber
30.06.2018

Urlaubsreise: Auto, Bus oder Bahn – was ist umweltfreundlich?

Flugzeug, Bahn oder Auto? Bei der Wahl nach dem Verkehrsmittel für die Urlaubsreise gibt es eine weitere Alternative: den Bus. Besonders ältere Menschen schätzen diese Reiseform.
Foto: Alexander Heinl/dpa-tmn

Mit den Sommerferien beginnt die Reisezeit. Martin Sambale, Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu, erklärt, wie Sie klimafreundlich wegfahren.

Mit einem Langstreckenflug hinterlassen wir einen gewaltigen CO2-Fußabdruck, das ist inzwischen bekannt. Aber wie verhält es sich im Vergleich dazu mit einer Reise im Auto, mit Bahn oder Bus zum Urlaubsort?

Wer klimafreundlich verreisen will, setzt auf Bus oder Bahn

Eines ist klar: Flugreisen sind am klimaschädlichsten. Rund 21 Kilogramm CO2 werden pro Fluggast auf 100 Kilometer produziert, errechnet das Umweltbundesamt. Bei 1600 Kilometern Flugreise nach Mallorca fallen samt Rückflug zum Beispiel fast 0,7 Tonnen CO2 an. Bei Autofahrten liegt laut Umweltbundesamt der Pro-Kopf-CO2-Ausstoß bei durchschnittlich 14 Kilogramm auf 100 Kilometer. Bei Zugreisen nur bei vier Kilogramm. Am besten schneidet der Reisebus ab. Hier werden durchschnittlich nur drei Kilogramm Kohlendioxid pro Person ausgestoßen. Ein wichtiger Aspekt bei der Beurteilung der Umweltbelastung durch Verkehrsmittel ist, wie voll sie sind. Im Auto sitzen im Schnitt 1,5 Menschen, was unter anderem zur schlechten CO2-Bilanz führt.

Wer also möglichst umweltverträglich reisen will, setzt auf Bus oder Bahn und steigt am besten nicht ins Flugzeug.

Klimaschutz: Projekte berechnen Kompensation für Flugreisen

Wer sich dennoch für eine Flugreise entscheidet, sollte wenigstens seinen CO2-Ausstoß kompensieren. Das geht einfach: Man geht auf die Internetseite einer der inzwischen zahlreichen Anbieter für Kompensationszahlungen – zum Beispiel www.atmosfair.de (Testsieger bei Stiftung Warentest) oder www.climatefair.de – und gibt an, welche Flugreise geplant ist. Die Rechner ermitteln den CO2-Ausstoß und den Preis, der bezahlt werden muss, um diese Emission zu neutralisieren. Für Hin- und Rückflug München – Palma de Mallorca gibt Atmosfair beispielsweise 14 Euro an.

Das Geld wird bei Klimaschutzprojekten eingesetzt, um Treibhausgase zu binden. Davon werden etwa Bäume gepflanzt oder trockene Moore wieder bewässert. Es gibt auch Projekte, die den Ausbau erneuerbarer Energien fördern und so Emissionen verhindern. Kritiker der Kompensationsmodelle sprechen zwar von „Ablasshandel“.

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Kreuzfahrten haben fatale Auswirkungen auf die Umwelt

Auch Kreuzfahrten können kompensiert werden. Bei einer 14-tägigen Mittelmeerkreuzfahrt fallen immerhin rund drei Tonnen Kohlendioxid pro Person an, wobei nicht selten Flugreisen zum Einschiffungshafen und wieder nach Hause noch dazu kommen. In Verruf geraten sind Kreuzfahrtschiffe auch deshalb, weil häufig billiges Schweröl für den Antrieb der Schiffsmotoren genutzt wird. Es handelt sich dabei um ein toxisches und sehr billiges Abfallprodukt, das bei der Destillation von Rohöl anfällt. Bei der Verbrennung entstehen gesundheitsschädliche Schwefelschadstoffe, Stickoxide und Feinstaub. Umweltverbände fordern daher schon lange den Einsatz von Rußpartikelfiltern und Katalysatoren sowie das Verbot von Schweröl als Kraftstoff.

Bei all diesen Umweltauswirkungen der Urlaubsreise darf man sich aber durchaus auch noch die Fragen nach den Alternativen stellen. Warum nicht als Urlaub beispielsweise eine Fahrradtour zu Hause starten – auch hierfür gibt es viele schöne Ziele.

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