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Vorwerk Thermomix TM6

12.03.2019

Schon wieder ein neuer Thermomix? Die Fans kochen vor Wut

Käufer des Vorgängermodells TM5 sind verärgert, weil Vorwerk den Nachfolger TM6 unangekündigt auf den Markt gebracht hat.
Bild: Rolf Vennenbernd, dpa

Vorwerk hat seine neue Küchenmaschine TM6 veröffentlicht ohne das vorher groß anzukündigen. Das wollen Thermomix-Fans nicht einfach so hinnehmen.

Der Thermomix ist der Ferrari unter den Küchenmaschinen. 1359 Euro kostet er laut Herstellerangaben – doch viele schwören auf ihn. Jetzt aber sind Kunden sauer auf den Hersteller Vorwerk – nicht zum ersten Mal. Als „besten Thermomix aller Zeiten“ hat das Unternehmen am Freitag das neue Modell TM6 seiner Küchenmaschine vorgestellt. Wichtigste Neuerung ist neben einem größeren Display laut Vorwerk, dass das Gerät nun höhere Temperaturen erreicht und so etwa Fleisch anbraten kann. Neu sind außerdem eine Vakuumgar- und eine langsame Garfunktion.

Doch weil das Modell nicht angekündigt wurde, machen Kunden, die kürzlich den Vorgänger gekauft haben, ihrem Ärger in den sozialen Medien Luft – besitzen sie doch im Umkehrschluss ein schlechteres Gerät. Eine Facebook-Nutzerin etwa, die ihren TM5 nach eigenen Angaben Ende vergangenes Jahr gekauft hat, schreibt auf der Internetplattform: „Ich fühle mich betrogen und verarscht, für ein Auslaufmodell so viel Geld bezahlt zu haben.“

Neuer Thermomix TM6: Kunden fühlen sich irregeführt

Hunderte Kommentare haben Nutzer unter dem Vorstellungsvideo des neuen Produkts auf Facebook verfasst – zu einem großen Teil kritische. Vorwerk hat seinerseits auf die Beschwerden reagiert: Kunden, die ihr Gerät zwischen dem 20. Februar und 8. März gekauft haben, möchte das Unternehmen ein „Wechselangebot“ machen. So könnten sie im Tausch für das Vorgängermodell den neuen Thermomix erhalten, schrieb eine Vorwerk-Mitarbeiterin unter dem Videobeitrag. Bei der Veröffentlichung des neuen Thermomix handle es sich um eine „unternehmenspolitische Entscheidung“. Zu einem Zeitpunkt müsse festgelegt werden, dass es eine neue Produktgeneration geben wird – in diesem Fall im März.

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Schon 2014 hatte Vorwerk bei der Einführung des nun abgelösten Modells Ärger mit Kunden. Das alte Modell war bis zum Schluss zum vollen Preis verkauft worden, der TM5 dann als „Revolution in der Küche“ betitelt worden. Die Kunden waren sauer – weil sie an dieser „Revolution“ nicht teilhaben konnten. Doch nach Ansicht des Social-Media-Teams von Vorwerk ist der Fall dieses Mal ganz anders gelagert: „Anders als bei der Einführung des TM5“ könnten dieses Mal im gesamten März beide Modelle erworben werden. Inwieweit das Kunden hilft, die kürzlich den Vorgänger gekauft haben, erläutert das Unternehmen nicht.

Zubehör ist mit neueren Thermomix-Modellen nicht unbedingt kompatibel

Vorwerk habe sein Verhalten der damaligen Einführung einfach wiederholt, kritisiert eine Facebook-Nutzerin. Vorwerk vertreibt einen Großteil seiner Geräte direkt über Vertreter. Die Kundin habe eine Verkäuferin auf die „unglückliche Vorgehensweise“ bei der damaligen Markteinführung angesprochen, schreibt sie – man habe aus den Fehlern gelernt, habe sie ihr daraufhin versichert. So etwas könne man sich heutzutage nicht mehr erlauben, bemängelt die Kundin. „Erst recht nicht, wenn man seine Produkte über Empfehlungen vertreibt.“

Kunden, die über einen Wechsel nachdenken, sollten bedenken, dass Zubehör unter Umständen nicht an beiden Geräten verwendet werden kann: Nach Angaben von Vorwerk sind Mixmesser und -topf der beiden Modelle nicht untereinander kompatibel. Die Töpfe könnten zwar in das andere Gerät gesetzt werden, gekocht werden kann damit aber nicht. Der Spritschutz, Messerbecher Gareinsatz, Deckel und der sogenannte Varoma-Behälter passen Vorwerk zufolge hingegen in beide Geräte.

Verbraucherzentrale sieht kein verwerfliches Verhalten

Tatjana Halm von der Verbraucherzentrale Bayern sieht kein verwerfliches Verhalten seitens Vorwerk, auch wenn der Ärger der Kunden nachvollziehbar sei. Es sei nicht unüblich, Produkte ohne Ankündigung auf den Markt zu bringen. Wünschenswert hingegen sei, dass Verkäufer bei der Frage nach Nachfolgemodellen auf den Hersteller verweisen. Wenn die Verkäufer nichts von neuen Modellen wussten, hätten Kunden keinerlei Ansprüche gegenüber ihnen. Insofern sei das Umtauschprogramm „kein schlechter Service“.

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