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Rätsel des Alltags

25.01.2021

Warum hat die Kuchengabel eine dicke Zinke?

Ein Zinken der Kuchengabel ist dicker. Das hat einen historischen Grund.
Foto: Ulrich Wagner (Archiv)

Warum sieht eine Kuchengabel eigentlich anders aus als eine normale Gabel? Die Antwort kommt aus einem anderen Jahrhundert.

Ist Ihnen das schon einmal aufgefallen? Die Kuchengabel ist eine Besonderheit in der Besteckschublade – jedenfalls, wenn sie ein älteres Modell ist. Sie hat nicht nur eine Zinke weniger als eine normal große Gabel, ihre linke Zinke ist auch irgendwie dicker als die anderen beiden und bei manchen Modellen fehlt oben ein Stückchen. Nur, woher kommt das?

Kuchengabel soll auch ohne Messer auskommen

Wie vieles hat auch das Kuchengabel-Design eine historische Begründung. Denn früher war es üblich, Kuchen und Torten nicht nur mit einer Gabel, sondern auch mit einem kleinen Messer zu essen, erklärt Stefan Kellerer, Pressesprecher beim Besteckhersteller WMF. Weil Besteck ehemals meist aus weichen Materialen wie Silber bestand, haben sich die Hersteller entschieden, eine Zinke der Kuchengabel wegzulassen. Denn in dem Miniaturformat wären die einzelnen Zinken sonst viel zu filigran gewesen, sie hätten sich sehr leicht verbogen. So erläutert Kellerer, dass der Kuchengabel eine Zacke fehlt. Und die dicke?

Auch das hat einen historischen Grund. Denn irgendwann wurden die kleinen Kuchenmesser weggelassen auf der Kaffeetafel. Damit sich das Gebäck, das hin und wieder doch etwas härter ist, weiterhin zerteilen lässt, musste also eine Zinke dicker und damit widerstandsfähiger werden. Damit der Kuchen aber weiterhin aufgespießt werden kann, musste das obere Ende der dicken Zinke weiterhin spitz zulaufen. Und deshalb fehlt am Ende ein Stückchen.

Etwa in den 40er Jahren haben Besteckhersteller dann angefangen, Messer, Gabel und Löffel nicht mehr aus Silber, sondern aus Edelstahl zu fertigen – ein viel robusteres Material, erläutert Kellerer. Ab diesem Zeitpunkt war es eigentlich nicht mehr nötig, die linke Zinke zu verstärken. „Hinsichtlich der Tradition wird das aber heute noch bei manchen Formen weitergeführt“, sagt Kellerer. Die Kuchengabel ist eben etwas Besonderes.

Hinweis der Redaktion: Bei diesem Artikel handelt es sich um einen Beitrag aus unserem Online-Archiv.

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