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Vorsorge

17.07.2019

Warum man mit 30 schon für die Rente sparen sollte

Frühzeitig Geld auf die hohe Kante zu legen, lohnt sich.
Bild: Tobias Hase, dpa (Symbolbild)

Mit Anfang 30 ist der Ruhestand gedanklich noch Lichtjahre entfernt. Warum man sich trotzdem schon frühzeitig Gedanken um die Rente machen sollte.

Wer mit 30 Jahren monatlich ein wenig Geld zur Seite legen kann, verfolgt damit in der Regel ganz unterschiedliche Ziele: den Traum der eigenen Immobilie erfüllen, für die Hochzeit sparen oder Kinder großziehen. Altersvorsorge hingegen steht auf der Prioritätenliste nicht immer ganz oben. Ist das ein Fehler?

Nicht unbedingt. "Zunächst sollten mögliche Schulden getilgt werden", sagt Andrea Heyer von der Verbraucherzentrale Sachsen in Leipzig. Denn immer mehr junge Menschen müssten im Studium oder der Ausbildung einen Kredit aufnehmen. Da die Zinsen für Schulden meist höher sind als die Rendite beim Sparen, sollte zunächst die "schwarze Null" erreicht werden.

Nach der Rückzahlung möglicher Schulden sollten Rücklagen gebildet werden, die für mittelfristige Ziele oder unvorhersehbare Ausgaben ausreichen. "Jeder sollte einen Notgroschen haben", erklärt Ralf Scherfling, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf. "Falls die Waschmaschine ausfällt oder das Auto repariert werden muss, ist Geld auf der hohen Kante unerlässlich. Das sollten als Richtwert zwei bis drei Monatsnettogehälter sein", rät Scherfling. 

Warum man mit 30 schon für die Rente sparen sollte

Anfang 30 sollte man mit der Vermögensbildung beginnen

Sind diese Punkte abgehakt, kann eigene Altersvorsorge in den Blick genommen werden. Laut Scherfling ist das Alter ein guter Zeitpunkt dafür: Mit 30 Jahren sind häufig die ersten Schritte im Beruf bereits gegangen, und auch die Familienplanung zeichnet sich schon klarer ab als mit Anfang 20.

Selbst wenn man bereits Kinder zu versorgen hat und das Geld eher knapp ist, lohnt ein Einstieg in die Vermögensbildung. Denn selbst mit kleinen Summen ab 50 Euro könne man durch den Zinseszinseffekt und die lange Laufzeit von bis zu 35 Jahren eine schöne Summe ansparen, erklärt Theo Pischke von der Stiftung Warentest in Berlin. Hier gilt: Der frühe Vogel fängt den Wurm.

Das Wichtigste vor der Wahl der Altersvorsorge - da sind sich die Experten einig - ist immer eine unabhängige Beratung. Gerade Bankberater sind nicht immer die besten Ansprechpartner, weil sie ihre eigenen Produkte verkaufen wollen, berichtet Heyer. 

Die Devise lautet: Besser unabhängig informieren und die eigene Lebenssituation und -planung beachten. "Nicht nur die freie monatliche Liquidität ist sehr unterschiedlich, sondern auch der Bedarf im Alter ist individuell zu bewerten", sagt Scherfling. 

Wer im Eigenheim wohnen bleiben will, habe einen anderen Bedarf als diejenigen, die sich vorstellen können, sich im Alter zu verkleinern. Da der exakte Bedarf bei 30-Jährigen in der Regel noch nicht zu bestimmen ist, sollten Fragen nach der Altersvorsorge immer wieder neu bewertet werden.

Altersvorsorge: Experte rät von langfristigen Verträgen ab

Der richtige Zeitpunkt, um mit der eigenen Altersvorsorge zu beginnen, ist entsprechend individuell. Wer jedoch über einen geregelten Job verfügt, sollte langfristige Pläne aufstellen. Bei der Frage, wie man für das Alter vorsorgen möchte, rät Finanzexperte Scherfling ab von langfristigen Verträgen, aus denen man ohne Verluste nicht mehr rauskommt. Zumindest solange man nicht sicher ist, den Vertrag auch dauerhaft erfüllen zu können und zu wollen. "Wichtig ist, dass ein Sparplan an die eigene Lebenssituation angepasst werden kann."

Nach Ansicht der Stiftung Warentest bieten Wertpapiersparpläne mit Aktienfonds für junge Menschen häufig gute Einstiegsmöglichkeiten, da diese eine hohe Renditechance aufweisen. "Geeignet für die Altersvorsorge sind Indexfonds, sogenannte ETFs, die sich am MSCI-World-Index orientieren", rät Pischke.

Langfristig können Rückschläge ausgeglichen werden

Diese haben den Vorteil, dass sie das Geld breit gestreut auf der ganzen Welt anlegen. Das streut das Risiko von Kursschwankungen, die es an den Börsen immer wieder gibt. Langfristiges Sparen hilft zudem, Rückschläge an den Börsen auszusitzen.

Bei ETF-Sparplänen sollte man darauf achten, dass die Gebühren gering sind und die Höhe der monatlichen Summe flexibel angepasst werden kann. Wer dies beachtet, kann in den schönen Lebensphasen, in denen die Hochzeit oder die Geburt der Kinder anstehen, finanzielle Mehrbelastungen durch die Altersvorsorge reduzieren. (dpa/tnm)

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