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Energie-Kolumne

12.08.2020

Wie man möglichst klimafreundlich zur Arbeit kommt

Mit dem Fahrrad zur Arbeit: Das ist gesund, schont die Nerven und den Geldbeutel – und die Umwelt.
Bild: Christin Klose, dpa

Gerade in den Städten wird das Fahrrad als Verkehrsmittel für Pendler immer interessanter. Aber auch Busse und Bahnen bleiben eine attraktive Alternative.

Rund 60 Prozent aller CO2-Emissionen im Verkehrssektor gehen auf das Konto des Pkw-Verkehrs. Ein Großteil davon wird durch die täglichen Fahrten zur Arbeit mit dem eigenen Auto verursacht – vor allem weil häufig nur eine Person im Auto sitzt. Die Urlaubszeit bietet eine hervorragende Gelegenheit dazu, sich Gedanken über klimafreundliche Alternativen zu machen – und mit guten Vorsätzen nach der Sommerpause zu starten.

Je nach Entfernung und Lage von Wohnort und Arbeitsplatz kommen dabei unterschiedliche Möglichkeiten in Betracht: zu Fuß, auf dem Rad, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder als Mitglied einer Fahrgemeinschaft. Gerade in den Städten wird das Rad als Transportmittel immer beliebter. Man schont dabei seine Nerven, tut etwas für die Gesundheit und ist häufig sogar schneller am Ziel als mit dem Auto. Letzteres gilt insbesondere für kürzere und mittellange Strecken im städtischen

Bereich, auch weil die oftmals lästige Parkplatzsuche mit dem Fahrrad entfällt. Nachdem viele Städte ihr Radwegenetz verbessern und gleichzeitig das Autofahren unattraktiver machen wollen, wird sich der Trend hin zum Fahrrad verstärken. Dazu kommt noch der E-Bike-Boom. Auf einem E-Bike kommt man nahezu „schweißfrei“ im Büro an. Ein Argument, das ebenfalls für die Anschaffung eines E-Bikes spricht: Es ist deutlich günstiger als ein zweites Auto.

Dienstrad-Leasing ist günstiger als Kaufen

Interessant dabei: Immer mehr Arbeitgeber bieten ihren Mitarbeitern Dienstrad-Leasing-Modelle an. Das Unternehmen least das Rad und überlässt es seinem Mitarbeiter zur freien Nutzung. Dieser kann damit zur Arbeit fahren, es aber auch in der Freizeit nutzen. Im Gegenzug behält der Arbeitgeber einen Teil des Bruttolohns ein. Dieses Modell funktioniert also über die sogenannte Entgeltumwandlung. Weniger Bruttolohn bedeutet weniger Steuern, sodass für den Mitarbeiter beim Dienstrad-Leasing ein Vorteil gegenüber dem Direkteinkauf entsteht.

Auch Bahn und Bus sind eine klimafreundliche Alternative zum Auto, auch wenn sie in Corona-Zeiten an Beliebtheit eingebüßt haben. Allerdings passt die Taktung des öffentlichen Personennahverkehrs mitunter nicht zu den Arbeitszeiten. Viele Pendler beklagen allerdings, dass die nächste Haltestelle zu weit vom Wohnort und Arbeitsplatz entfernt ist. In diesem Fall bietet sich die Kombination Bahn und Rad an – unter Umständen mit Einsatz eines Faltrads. Falträder lassen sich klein zusammenklappen und können daher gut und kostenlos im Zug transportiert werden. Sie sind damit ideal für Pendler. Mittlerweile sind auch Elektro-Falträder zu erschwinglichen Preisen auf dem Markt – mit ein Grund dafür, dass es inzwischen viele begeisterte Faltrad-Besitzer gibt.

Fahrgemeinschaften sucht man heute im Internet

Wenn aber weder der ÖPNV ein passendes Angebot hat, noch die Strecke fürs Radfahren geeignet ist, dann kann die Bildung von Fahrgemeinschaften eine sinnvolle Lösung sein – nicht nur für Mitarbeiter ein- und desselben Betriebs. Inzwischen gibt es gleich mehrere Portale, die sich dem Thema angenommen haben und Menschen zusammen bringen, die sich bisher nicht kennen. Hierzu zählen beispielsweise www.pendlerportal.de, www.fahrgemeinschaft.de oder www.mitfahrportal.de. Hier lassen sich schnell und einfach passende Mitfahrgelegenheiten finden. Für den Landkreis Unterallgäu gibt es unter www.mifaz.de/unterallgaeu eine eigene Plattform für Mitfahrgelegenheiten.

Übrigens: Das Energie- und Umweltzentrum Allgäu richtet ab 14. September zum zweiten Mal den Wettbewerb Green Ways to Work aus – ein Wettbewerb für Unternehmen im Regierungsbezirk Schwaben, bei dem bewertet wird, wie umweltfreundlich die Mitarbeiter den Weg zur Arbeit zurücklegen. Je nach Verkehrsmittel werden die Kilometer als Grüne Kilometer gezählt. Gewinner des Wettbewerbs ist das Unternehmen mit dem höchsten Anteil an Grünen Kilometern pro Mitarbeiter. Infos im Internet unter www.gwtw.de .

Martin Sambale ist Geschäftsführer des Energie- und Umweltzentrums Allgäu, kurz eza!

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