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04.04.2019

Auto macht auf Mode: Ist der BMW X2 nur schön? Oder auch gut?

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Goldig: Beim BMW X2 ist Aussehen – fast – alles.
Bild: BMW AG

Der BMW X2 will vor allem eines sein: super stylisch. Bleiben bei so viel Design-Orientierung die inneren Werte auf der Strecke? Der Test.

Das erste, was einem beim Betrachten des BMW X2 ins Auge sticht, ist ein Detail: ein weißblaues BMW-Emblem ziert die C-Säule, sprich den Bereich zwischen Seiten- und Heckscheibe. Das verwundert, verbindet man derartige Design-Gimmicks doch weniger mit Premium-Autobauern, als eher mit Modeproduzenten, die auf diese Art beispielsweise Schuhe branden. So abwegig ist der Gedanke übrigens gar nicht: Zum Marktstart des X2 hatten die Bayern zusammen mit einer Münchener Edel-Manufaktur tatsächlich einen Sneaker entwickelt.

Warum hier davon überhaupt die Rede ist? Weil es genau das ist, was die potenziellen Käufer – die natürlich jung und urban und auch ansonsten ganz toll sind – wollen: ein Auto, das sich über Charakter und Emotionalität differenziert.

Der X2 vereint zwei Karosserieformen in sich

Aber wollen das nicht alle? Vermutlich ja, aber nicht jeder gibt für ein Auto mehr Geld aus, nur weil es besser aussieht. Ein X2 beispielsweise „kann“ im Prinzip auch nicht mehr als ein X1, kommt aber gut 1500 Euro teurer. Dafür verbindet der X2 wiederum zwei Karosserieformen, die eigentlich nicht zu verbinden sind: SUV und Coupé. Hochbeiner trifft lang gezogene, flach auslaufende Dachlinie mit schmaler Fenstergrafik. Und dazu gesellt sich das eingangs erwähnte BMW-Emblem. Am Ende ist das Geschmackssache.

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Die Fahreigenschaften des BMW X2 lassen keine Wünsche offen

Andere Merkmale dürften weniger polarisieren, allen voran die Fahreigenschaften. Für einen Wagen mit etwas höherem Schwerpunkt präsentiert sich der X2 ausgesprochen agil; er fährt sich, wie sich ein BMW fahren muss. Das straffe Fahrwerk und die direkte Lenkung verdienen Lob. Der Zweiliter-Diesel mit 190 PS im X2 xDrive20d erweist sich als perfekte Motorisierung. Das Aggregat ist serienmäßig an ein Achtgang-Automatikgetriebe gekoppelt, das die Kraft des Selbstzünders optimal verwaltet. Dieses geschmeidig zusammen arbeitende Duo wird durch einen intelligenten Allradantrieb ergänzt, der sich nur situationsbezogen einbringt. Das hilft, den Verbrauch im Griff zu behalten. 4,9 Liter beträgt er der Norm nach, im Test schluckte der X2 6,5 Liter Diesel. Damit bleiben, was das magische Dreieck Antrieb-Fahrverhalten-Verbrauch betrifft, wirklich keine Wünsche offen.

BMW X2: technische Daten

  • Spezifikation: BMW X2 xDrive20d
  • Hubraum: 1995 ccm
  • Leistung: 190 PS bei 4000/min
  • Drehmoment: 400 Nm ab 1750/min
  • Länge/B./H.: 4,36/1,82/1,53
  • Leergewicht/Zuladung: 1675/590 kg
  • Anhängelast gebr.: 2000 kg
  • Kofferraum: 470 – 1355 l
  • 0 – 100 km/h: 7,7 s
  • Top-Tempo: 221 km/h
  • Normverbrauch: 4,9 l Diesel
  • CO2-Ausstoß: 128 g/km
  • Effizienzklasse: A
  • Preis ab: 43.800 Euro

Der BMW X2 bleibt angenehm kompakt

Anlass zur Zufriedenheit geben sogar die Platzverhältnisse, von Haus aus ja nicht gerade die Stärke eines Coupé-SUVs. Im X2 aber lässt es sich gut aushalten, selbst auf der Rückbank. Eine eher theoretische Übung, da ein X2 wohl kaum als Familienauto dienen soll. Für zwei Passagiere reicht auch das Kofferraumvolumen von 470 Litern locker. Unterm Strich ist der Bayer kein Raumwunder, aber dafür hat er sich eine Kompaktheit bewahrt, die vielen anderen, immer üppiger dimensionierten SUVs abhanden gekommen ist. 4,36 Meter sind selbst in der Stadt einfach handelbar. Kameras gleichen die schlechte Sicht nach hinten aus.

Dass ein solch jugendlich gestyltes Auto alles an Digitalisierung an Bord hat, was der Markt (und die Aufpreisiste) hergibt, versteht sich von selbst. Der Einstieg von 43.800 Euro für einen X2 xDrive20d wird schnell um 10.000, 20.000 Euro getoppt. Am Ende ist es wie so oft bei BMW und Co: Nichts spricht gegen Premium. Außer der Preis.

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