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Test

05.07.2019

Der Nissan Qashqai im Test: ein SUV-Überzeugungstäter

Flott unterwegs mit neuem 1.3-Liter-Turbobenziner: der Nissan Qashqai
Bild: Nissan

Manche Menschen wollen eigentlich gar kein SUV. Warum sie der Nissan Qashqai eines Besseren belehren könnte.

Drei Wochen reichen manchmal, um Einstellungen zu überdenken. So kann selbst ein erklärter SUV-Gegner lernen, die selbigen zu akzeptieren – es kommt nur auf das Auto an. Dem Nissan Qashqai in der Version 1.3 DIG-T gelingt dieses Kunststück über weite Strecken.

Das liegt insbesondere daran, dass der Qashqai zwar wie ein SUV aussieht, sich aber fast wie ein Kompaktwagen fährt. Die Karosserie ist rund 1,60 Meter hoch, mit 4,30 Metern Länge und 1,80 Metern Breite findet das Auto in den meisten Parkhäusern locker Platz.

Im Inneren des Nissan Qashqai gibt es Licht und Schatten

Besonders hilfreich in engen Straßen und Parkplätzen: der Wendekreis des Wagens – eher Kleinwagen als Familienkutsche. Als solche ist das Gefährt konzipiert, selbst hinter einem hochgewachsenen Fahrer finden Hinterbänkler gut Platz. Lediglich der schmale Kofferraum trübt den ersten Eindruck. Die 430 Liter Volumen lassen sich auf Kosten der Rücksitze immerhin auf knapp 1600 ausweiten.

Im Inneren finden sich Licht und Schatten: Während Nappaledersitze, elektrisch einstell- und speicherbare Vordersitze und das Bose-Soundystem gefallen, wirkt das gesamte Multimediasystem aus der Zeit gefallen. Zwar leistet die Front-und Rückfahrkamera, inklusive 360-Grad-Darstellung des Autos, gute Arbeit. Jedoch ist das Display mit sieben Zoll eher klein geraten, die Darstellungen kompliziert und nicht besonders nutzerfreundlich gestaltet, was ebenso für die Sprachsteuerung gilt.

Der neue Motor des Qashqai macht einfach Spaß

Das Testmodell entstammt dem Facelift von Ende 2018 – ein komplett überarbeitetes Auto ist der aktuelle Qashqai also nicht. Während er digital eher altbacken wirkt, findet sich die wichtigste Neuerung unter der Haube des Japaners: Ein neuer 1,3-Liter-Turbo mit wahlweise 140 oder 160 PS – im Testwagen war es die schwächere Version. Das hochmoderne Vierzylinder-Triebwerk stammt aus einer größeren Kooperation und verrichtet seine Dienste etwa auch in der neuen Mercedes A-Klasse. Dank Ottopartikelfilter erfüllt der Nissan Qashqai 1.3 DIG-T mit dem neuen Aggregat die Abgasnorm Euro 6d-Temp.

Die 140 PS sind an ein manuelles Sechs-Gang-Getriebe gekoppelt. Es arbeitet schnell und zuverlässig, die Schaltung wirkt haptisch jedoch etwas billig. Von den in den Werksangaben genannten 5,7 Liter kombinierten Verbrauch auf 100 Kilometer befindet sich das Fahrzeug im Testbetrieb weit entfernt. Die erreichten 7,6 Liter sind dennoch, angesichts einer eher sportlichen Fahrweise, ein Wert, mit dem ein SUV durchaus punkten kann. Es macht schlichtweg Spaß, mit dem Vorderradantrieb zu fahren.

Die Motoreinheit arbeitet stets leise, in niedrigen Drehzahl- und Geschwindigkeitsbereichen sind wenig bis keine Fahrgeräusche zu vernehmen. Und selbst bei Geschwindigkeiten jenseits der 200 km/h ist der Geräuschpegel annehmbar. Höchstgeschwindigkeit geht selbstverständlich zu Lasten des Momentanverbrauchs: Der liegt dann schon einmal bei 18 Litern. Das Auto fährt sich auch bei hohen Geschwindigkeiten ruhig, allerdings könnte die Lenkung griffiger sein.

Dafür punkten die Bremsen, sie packen die rund 1,5 Tonnen Gewicht sicher an. Der Testwagen kam in der Ausstattungsversion „Tekna“ daher. Hier packt Nissan so ziemlich alles an Assistenzsystemen rein, was die Liste hergibt – plus 19-Zoll-Leichtmetallfelgen. Vom Basispreis von knapp 21000 Euro kann der Käufer dann nur träumen. Der Qashqai „Tekna“ kostet rund 30000 Euro. Dafür gibt es ein solides SUV für alle – selbst für Menschen, die eigentlich gar kein SUV wollten.

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