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Neuvorstellung

02.02.2021

Der neue Mercedes EQA: Reichweite, Ladedauer und Leistung

Bei der Fahrdynamik profitiert der Mercedes EQA vom tiefen Schwerpunkt, der durch die im Unterboden verbaute Batterie entsteht.
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Bei der Fahrdynamik profitiert der Mercedes EQA vom tiefen Schwerpunkt, der durch die im Unterboden verbaute Batterie entsteht.
Bild: Merdedes-Benz AG

Mit dem Kompakt-Stromer EQA will Mercedes seine Elektro-Offensive fortsetzen. Was Sie über den emissionsfreien SUV wissen müssen.

Bei den Engländern macht eine Schwalbe allein noch keinen Sommer. In Italien trudeln die Vögel schon früher aus dem Winterquartier ein, deshalb sagt man dort auch: Eine Schwalbe macht noch keinen Frühling. Im übertragenen Sinn trifft das auch auf Mercedes zu. Zwar haben die Stuttgarter mit dem EQA ab sofort einen Kompakt-Stromer im Angebot - aber auch der allein macht noch keinen Elektro-Sommer.

Der kommt aber garantiert: Mit einer Modell-Offensive will Daimler den Markt aufmischen. Schon im Frühjahr startet die elektrische S-Klasse, der luxuriöse EQS. Ende des Jahres debütiert dann das Pendant zur E-Klasse, der EQE. Und dazwischen werden auch noch die beiden SUVs GLE und GLS auf Strom umgestellt.

Zum Auftakt fährt jedoch ein Kompakt-SUV vor. Der EQA ist zwar ein Elektro-Auto, aber kein gebürtiges. Außer dem Antrieb und ein paar Design-Korrekturen der kosmetischen Art (Kühler in Klavierlack, durchgehendes Heckleuchtenband) handelt es sich um einen herkömmlichen GLA.

Das Raumangebot im EQA leidet nicht unter der Elektrifizierung

Wenn bestehende Baureihen elektrifiziert werden, leidet meistens das Raumangebot. Nicht so im EQA, hier haben die Ingenieure so geschickt gearbeitet, dass beim Kofferraumvolumen kein einziger Liter verloren gegangen ist. Allenfalls beim Platz im Fond müssen leichte Abstriche gemacht werden. Keine Raumprobleme hatten die Konstrukteure beim Antrieb. Verbrenner raus, E-Motor rein. Der sitzt auf der Vorderachse, ist 140 kW stark und wurde mit Getriebe, Differenzial, Kühlsystem und Leistungselektronik zu einer Einheit verschmolzen. Damit beschleunigt den rund zwei Tonnen schwere Kompakt-SUV in knapp unter 9 Sekunden von 0 auf 100. Bei 160 km/h ist Schluss - ein freiwilliges Tempo-Limit zur Schonung der 66,5 kW großen Batterie.

Die Reichweite ist für Menschen, die weite Strecken fahren müssen, nicht unbedingt prickelnd. Angegeben werden 426 Kilometer im besten Fall, das heißt bei moderater Fahrweise und moderaten Temperaturen. Im Winter und wenn es auf der Autobahn pressiert, darf man erfahrungsgemäß rund ein Drittel abziehen.

Schnellladen des EQA in nur 30 Minuten möglich

Ein Trost mag da die 100 kW-Ladeleistung sein, sofern ein entsprechendes Gerät zur Verfügung steht. In rund 30 Minuten wird der Akku laut Mercedes dann von 10 auf 80 Prozent gefüllt. Daheim dauert es - je nach Leitung - zwischen 6 und 24 Stunden. An der Reichweite will Daimler noch in diesem Jahr noch feilen. Rund 500 Kilometer soll ein effizienteres Modell schaffen. Und dann ist auch noch eine sportliche EQA-Variante mit einem zweiten Elektromotor auf der Hinterachse und knapp 300 PS geplant.

Fahren soll laut Mercedes im EQA besonders geräuscharm sein. Damit auch nicht die geringste Vibration der E-Maschine stört, wurde die Antriebseinheit von Chassis und Karosserie entkoppelt. Ein echter Paradigmenwechsel zu früher, als sich Autohersteller noch für das Blubbern und Trompeten ihrer Auspuffanlagen feiern ließen.

Jetzt bewirbt man lieber die Entdeckung der Stille. Das Fahrwerk des EQA dürfte vom tiefen Schwerpunkt profitieren, dank des im Fahrzeugboden untergebrachten Akkus. Spaß macht bestimmt auch das so genannte One-Pedal-Driving. Wenn der Elektromotor auf der höchsten Stufe rekuperiert, also Energie zurückgewinnt, und man sich bei entsprechend vorausschauender Fahrweise das Bremsen sparen kann. Auf diese Weise bekommt Autofahren eine ganz neue, spielerische Dimension.

Der Mercedes EQA kostet mit einer guten Serien-Grundausstattung 47.541 Euro und überquert damit nicht das Netto-Limit von 40.000 Euro. Das heißt: Hier kann man noch die volle Umweltprämie von 9.000 Euro abziehen. Und dann darf man nicht vergessen, dass man zehn Jahre keine Kfz-Steuer zahlt. So gerechnet liegt der EQA deutlich unter dem Preis eines herkömmlichen GLA mit vergleichbaren 190 Diesel- oder 224-Benziner-PS. Zumindest beim Preis weht schon ein leichtes Frühlingslüfterl.

Technische Daten Mercedes EQA 250

  • E-Motor (Front) 140 kW (190PS)
  • Drehmoment 375 Nm
  • Batteriekapazität 66,5 kWh
  • On-Board-Lader 11 kW
  • Ladedauer 6,5 Stunden (Wallbox); 30 Minuten (100 kW-DC-Lader, von 10 auf 80 %)
  • elektr. Reichweite 426 km
  • Länge / Breite / Höhe: 4,46 / 2,02 / 1,62 Meter
  • Leergewicht/Zul. 2.040 / 430 kg
  • Anhängelast gebr. 750 kg
  • Kofferraum 340 - 1.320 l
  • 0-100 km/h: 8,9 Sekunden
  • Spitze: 160 km/h
  • Normverbrauch: 17,7 kwH Strom / 100 km
  • CO2-Emission: 0 g/km
  • Preis: ab 47.540,50 Euro
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11.02.2021

Ein schöner Zweitwagen für Stadt und Umland...

Konzeptionell als Verbrenner konstruiert und daher bei der Akku Größe limitiert.

Und Artikel ohne Reichweitentests durch echte unabhängige Motorjournalisten sind ohnehin nur Verkaufsavise durch die Industrie.

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10.02.2021

Die angegebene Reichweite von 426°C bezieht sich auf eine Umgebungstemperatur.von 20°C.
Aktuell haben wir gerade minus 9°C. Wäre mal interessant zu erfahren, wie es da mit der Reichweite aussieht, wenn das Fahrzeug auf der Straße oder unterm Carport steht.
Interessant auch folgender Hinweis, Zitat: "Bei 160 km/h ist Schluss - ein freiwilliges Tempo-Limit zur Schonung der 66,5 kW großen Batterie".
Das heißt doch nichts anderes, als das letztlich ein bundesweites Tempolimit mit dem E-Auto durch die Hintertür kommt.

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10.02.2021

Natürlich waren 426km gemeint.

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